Samstag, 28. November 2009

Tiger Woods - oder was Agenturmeldungen bewirken

Tiger Woods mal 2

Am Freitag Abend ging so was wie eine SchreckSekunde durch die Ticker. Der beste Golfer der Welt, Tiger Woods, ist schwer verunfallt und sein Zustand ist kritisch.

Lediglich 47 Minuten später tauchten schon die ersten Meldungen auf, dass “alles nicht so schlimm” sei.

Beim Schweizer Teletext wurde die erste Nachricht auch sofort entsprechend korrigiert, nur waren jetzt beide sichtbar. Soeben (Samstag Morgen) habe ich festgestellt, dass sich immer noch beide Nachrichten online befinden.
So ist das eben, wenn die linke nicht weiss, was die rechte Hand macht. Oder anders - die Macht der Agenturen. Von seriösem Journalismus kann hier ja wohl nicht gesprochen werden.

Kommentare:

  1. Mit dem letzten Abschnitt wolltest Du vermutlich irgendeinen Frust loswerden - vielleicht den, dass Du nicht mal in der Lage bist, die Seite ganz zu lesen - der Seitentitel heisst nämlich "Aktuell als SMS"... und die Seite zeigt die letzten drei als SMS versandten Topmeldungen. Was die meisten Teletext-Leser auch begriffen haben...
    Andreas Schneider, asips@vtxmail.ch

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  2. Lieber Andreas

    Das mit den SMS habe ich schon verstanden. Es geht mir um etwas ganz anderes und das hat nichts mit Frust zu tun.
    a) ich bin überzeugt, entgegen ihrer Aussage, dass die meisten Leute das mit den SMS auf den ersten Blick nicht verstehen.
    b) Die erste Meldung wurde scheinbar ungeprüft, nach dem Motto, der Erste ist nicht der Letzte, übernommen (aus Agentur-Meldungen).
    Das hat doch einfach nichts mehr mit Qualität zu tun.
    Ich kann da nur schreiben: weniger ist mehr, genau gleich wie bei den Print-Medien, die nur noch nach Satzspiegel/Zeilen-Vorgaben publizieren.
    Ich kenne persönlich sehr gute Journalisten (verschiedene Altersstufen). Fast alle bestätigen mir diese Aussage. Oft gibt es nur noch 1,2 Sekretärinnen, die eine Vorauswahl der Agenturmeldungen treffen und dann an eine verantwortliche Person in der Redaktion weiterleiten (Personal/Kosten-Einsparung). Nichts mehr von Eigen-Recherche. Nur ein wenig Umbau.

    Bei den Kultur-Journalisten ist es ja auch so, dass sie nur noch beschreiben dürfen, was gezeigt wird. Und das nach genau vorgegebenem Zeilenumfang. Kritischer Kultur/Kunst-Journalismus ist (leider) fast tod.

    Lieber Gruss aus Luzern

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