Montag, 9. August 2010

Schlatter unterwegs XXXVIII: Gut, dass Ferien sind

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Wir betreten die ehemalige Sperrzone Rüterberg

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Hans Rasenberger

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Schlechter Zaun: hier konnte man die Finger noch reinstecken und hochklettern...

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Guter Zaun: zu eng für die Finger

Morgenessen im Panoramarestaurant überzeugt: vom Essen wie von der Aussicht her! Kaum vorstellbar, dass am Oberlauf der Elbe Überschwemmungen ihr Unwesen treiben… Die Politiker versichern, dass der Unterlauf durch die neuen Dämme genügend gesichert sei.

Nachdem ich ein Fahrrad mieten konnte, schnell Gepäck in neuer Pension untergebracht und in Richtung Rüterberg getuckert, inklusive kleinem (ungewolltem) Abstecher über die grosse Elbbrücke. In Rüterberg geht es dann einiges schneller als in Berlin: zwar hat die einzige Kneipe geschlossen, worauf ich es beim Camping versuche, wo aber auch nur Touristen sind.
Also probiere ich es bei dem Haus mit den vielen Flaggen und finde schon den ersten Zeitzeugen, der gerne erzählt, aber nicht vor die Kamera will. Immerhin fährt er mich noch schnell zu den wichtigen Mahnmalen und nennt mir entscheidende Kontakte.
Unterwegs treffen wir auf zwei FahrradTOURisten, welchen er gerne die ganze Story erzählt.
Kurzer Rundgang um die Tongrube, früher der Grund, dass Rüterberg ein Industriedorf war und 1938 arisiert werden musste, weil es noch keinen Nazi, dafür Sozis und Kommunisten en masse gab.
Anschliessend treibe ich jemand auf, der mir das Museum zeigt, wo ich einiges finde, unter anderem eine riesige Chronik, welche ich dann – vertraulich wie ich wirke – auch ganz allein noch studieren darf.

Gegen Abend treffe ich Detlev, den Sohn von Hans Rasenberger, dem verstorbenen Initiatoren und späteren ‚Präsidenten‘ der Republik. Was bisher oft ein Nachteil war, die Dresdner und Berliner waren in den Ferien, dreht sich jetzt zu meinen Gunsten: Detlev kommt aus Berlin hierher in die Ferien. Im Interview erfahre ich so einiges, was es bedeutet hat, jung und in der DDR zwischen zwei Zäunen eingesperrt zu sein: man stelle sich vor, um in die DDR einzureisen, brauchte es auch einen Passierschein für DDR-Bürger, nachts um 11 schloss das Tor, fertig Ausgang und im Dorf war eh nie was los, Besuch von auswärts musste sich 6 Wochen vorher anmelden und hochgradig verwandt sein: Schulfreunde einladen war ein Ding der Unmöglichkeit.

Es gelingt mir noch, ein Interview mit dem ehemaligen Bürgermeister auf Mittwoch festzulegen, ehe ich nach Dömitz zurückfahre und meine Computeraufgaben erledige, den Blog schreibe, nachher was esse und dann wohl nochmals arbeite, ausser in Dömitz sei am Montag Abend die Hölle los.

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Rüterberg
Grenzzaun und Selbstschussanlage
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Wichtiger Hinweis. Seit 7. August 2010 berichtet Bruno Schlatter aus der 2. Phase. Dies bedeutet, dass wir einen 2. Blog eingerichtet haben, speziell für die Ausstellung “Autonome Systeme” in der Galerie Bleifrei” Aarau –> hier. Dieser Blog beinhaltet neben den Beiträgen, die an dieser Stelle veröffentlicht werden, zusätzliche Fotos, oder was ihm sonst noch über den Weg läuft. 
Die Phase 1 befindet sich –> hier.


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