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Sonntag, 28. Oktober 2007

Heute ist Geburtstag angesagt

chris_jaehrig

ER wurde heute 14 Jahre altjung, unser Herr Sohn, Kind # 3, 2. Edition. Waren das noch Zeiten, als er unschuldig in der Kiste in unserem Büro vor sich hin lebte, natürlich mit entsprechendem Blick. Lieb ist er ja heute noch, nur eben irgendwie anders. Gut so!

Freitag, 28. September 2007

Von Höhlen, AluDosen und verlorenen Lehrerschaften

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Mein Sohn hatte heute seine Michaeli-Reise und zwar ging es ins Nidlenloch (Solothurn, Weissenstein. Seit einer Woche wehrte er sich, aus unbekannten Gründen, gegen diesen Ausflug. Aber wie das so ist, zuerst grosses "Nein" und danach ... noch grösseres "Nein". Ueberrascht? Wir schon.

Irgendwie ist ihm die HöhlenTour am Ar... vorbei, nicht aber die Umstände. Während des Abends erzählte mehrmals, dass die LehrerInnenschaft "völlig daneben" war. Nicht mal den Weg hätten sie richtig gekannt. 14jährige und Laufen ... ein Thema für sich. Jedenfalls konnte er uns jeden Fehltritt aufs Genaueste schildern, nicht aber die Höhle oder Sonstiges.

Ansonsten brachte er praktisch den ganzen, von Mami liebevoll zubereitet und verpackt, Proviant wieder nach Hause. Pommes waren angesagt und das in ordentlichen Menge. Das Nachtessen jedenfalls ging nicht mehr.

Was genau mit der AluDose passiert ist, entzieht sich meinen Kenntnissen, aber sie lag plötzlich in der Küche. Ob er da wohl was aus sich raus gelassen hat. Wir SchweizerInnen sind Weltmeister im DosenSammeln. Ob sich hier eine neue Eigenschaft entwickelt - Ich-lass-die-Wut-an-dem-Teil-aus ? Die Stimmung hatte er jedenfalls dazu.

Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis er die echten Erlebnisse des Besuchs schildert. Lassen wir die Erde ein paar Umdrehungen machen. Es ist ja bekannt: "Der Kopf ist rund, damit die Richtung der Gedanken geändert werden kann".

Er und seine MitSchülerInnen waren --> hier.

 

Donnerstag, 27. September 2007

Punkt.ch hat etwas gegen den FC Luzern (schon wieder)

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punktch_luzern_3_3

Liebe www.punkt.ch - Redaktion.

Scheinbar habt ihr nicht mit meinem 14-jährigen Sohn und seinen AdlerAugen gerechnet. Kaum hatte er die heutige Ausgabe in der Hand, rief er:

"Hey Papa, ich hab schon wieder einen Fehler gefunden".

Richtig. Im Innenteil, auf Seite 30, stimmt das Ergebnis des gestrigen Spiels gegen Xamax. Auf der "letzten Seite" aber scheint der Buchstabentipper in eurer Redaktion ein Problem gehabt zu haben.
Ein Punkt bekommt ein Club nicht, wenn er 1:1 spielt. Er bekommt auch nicht 3 Punkte, wenn er 3:3 spielt. Einfach mal die Regeln des SFV lesen und die Bildungslücke ist geschlossen.

Aber keine Sorgen, mein Sohn bleibt dran. Er hat jetzt Blut Fehler geleckt und wird ein neues Hobby haben: punkt.ch

Gestriger Fehler: hier.

 

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Mittwoch, 26. September 2007

Punkt.ch - Heute spielt der FCL gleich 2 x - Punkt!

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14-jährige Jungs in der Pubertät sollen ja unaufmerksam, zerstreut und abwesend sein. Sollen. Meiner hat mir soeben mitgeteilt, dass er den ersten Fehler im punkt.ch gefunden hat, mit heimlichem Stolz. Bravo!
Ob das schon die Früchte seiner neuen Schule sind? Egal.

 

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Montag, 10. September 2007

Eigentlich einfach, doch wer verstehts? Die Erziehung unserer Kinder

Unser Nachzügler geht seit geraumer Zeit in die Rudolf Steiner-Schule Baar, Kt. Zug, wie bereits gemeldet (hier). In den wenigen Wochen seit dem Neustart hat sich bei ihm viel verändert. So ist uns aufgefallen, dass er viel mehr über seinen Schulalltag spricht, erzählt. Er spricht über den Schulstoff, über die LehrerIn, über Kollegen (über Kolleginen noch nicht ;-) ), einfach über alles, was ihm "über den Weg läuft" Bereits während der SchnupperWoche vor den Herbstferien war das so und hat sich jetzt klar bestätigt.

Das aber eine Rudolf Steiner-Schule keine "heile Welt" ist, sondern "nur" eine andere Schule (mit anderem Inhalt) hat sich in der vergangen Woche bestätigt. In seiner Klasse gab es einigen Gesprächsstoff zum Thema "Schulgeld" und nicht alle Jugendliche haben sich dabei "fair" verhalten. Gut so! Warum? Weil die Lehrerschaft dies sofort erkannt hat und entsprechend handelt, bzw. das Gespräch mit den "Tätern", den Eltern und den Klassen gesucht hat. Es wurden Regeln und Lösungen beschlossen, die auch laufend beobachtet werden. Es herrscht also nicht das Motto vor -  ende gut, alles gut - , sondern die Erkenntnis, dass jedes Ende nur ein Neubeginn ist, der bewusst wahr genommen werden muss.

Nicht so unsere Erfahrungen aus der "alten Zeit". Da wurde gerne alles weggeschoben, oder gar in Abrede gestellt (Zitat an einem Elternabend als Beispiel: Wir sind eine gewaltfreie und gut organisierte Schule).

Ein weiterer Punkt ist, dass wir wöchentlich per E-Mail News zugestellt erhalten. So sind wir immer orientiert und müssen nicht mehr in der Schultasche suchen, ob wohl "etwas liegen geblieben" ist. In einem dieser Mails habe ich, in Verbindung mit ersterem Punkt, etwas gefunden, dass ein wichtiger Wegweiser für die Elternschaft sein kann/soll/muss. Leider ist mir nicht bekannt, von wem das Zitat stammt, aber gut ist es alleweil.

„Schlage Deine Kinder und sie lernen schlagen.

Ärgere Dich und sie lernen sich ärgern.

Klage über Deine Kinder und sie lernen klagen!

Nimm Deine Kinder ernst und sie lernen Dich ernst nehmen!

Liebe sie und sie lernen zu lieben!“

Hallo Wach!

 

Dienstag, 21. August 2007

Der erste Schultag plus 1

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Die letzten Schulwochen vor den Ferien unseres jüngsten Sohns waren nichts als Stress, für die ganze Familie, inkl. dem Junior natürlich. Wer in diesem Blog die Geschehnisse verfolgt hat, kann sich vorstellen, das eine Entscheidung aufdrängte. Obwohl ich mich mit Schilderungen eher zurückhaltend gegeben habe, da diese doch nur auf den Junior geprasselt wären, haben einige LeserInnen reagiert. Dabei ist eines klar geworden: Wir sind mit unserer Unzufriedenheit nicht alleine.

So haben wir vor den Sommerferien, zusammen mit dem Schulsozialarbeiter (Danke!), eine Lösung gesucht. Meine Frau hat verschiedene Möglichkeiten geprüft. Nachdem bereits 5 Kinder, für die ich "zuständig" bin, eine Rudolf Steiner-Schule besucht haben, lag der zukünftige Weg doch eher nahe.

So besucht unser Herr Jetzt-aber-wieder-ran ab sofort die Schule in Baar. Wir sind überzeugt, dass die richtigen Schritte unternommen wurden (trotz grosser finanzieller Belastung für unsere Verhältnisse) und hoffen, dass die Akte "Schule" vorerst geschlossen werden kann. Ruhe in Frieden, oder so ...

... und wenn sie wieder aufgeht, nur erfreuliches berichtet werden kann.

 

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Mittwoch, 25. Juli 2007

Nur wo Steiner-Schule draufsteht, ist auch Steiner-Schule drin

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Es ist bekannt, die Staats-Privat-Schule ist in der Krise. Orientierungslosigkeit herrscht vor, Wünsche und UnWünsche von allen Seiten beeinflussen das System und die Politiker tun ihr "Gutes" dazu. Eltern resignieren.

Kein Wundern, steigt das Interesse an echten Privat-Schulen. Die Neue Luzerner Zeitung berichtet heute über eine NeuEröffnung in Gelfingen. Doch nicht jede Schule, die sich als "Privat" bezeichnen darf, ist vom sofortigen Erfolg geprägt. Die Schule startet mit einer Schulerin, einer Lehrerin, finanzielle Sorgen scheinen das Unternehmen auch zu drücken. Nicht gerade die besten Vorzeichen für einen erfolgreiches Unternehmen. Doch das Bedürfnis ist da und vielleicht braucht es nur ein wenig Zeit, bis das Wachstum einsetzt.

Ueber die Unterrichtsform, den pädagogischen Hintergrund sagt der Artikel nicht viel aus. Da steht lediglich was von

"Die Schüler werden nicht zum Lernen gezwungen, es gibt weder Tests noch Klassenstufen."

Das öffnet der Fantasie des Lesers Tür und Tor. Ganz unverständlich wird es wenn da steht:

"Schüler und Lehrer sind gleichberechtigt."

Eigenartig, meiner Meinung nach. Ich frage mich, wo diese Gleichberechtigung anfängt und vor allem, wo sie aufhört. Handelt es sich gar um eine "antiautoritäre Schule", wie sie in den 60er/70er-Jahren  in Mode war? Keine Ahnung. Aber eines weiss ich sehr genau. Diese Schule hat keinen Bezug, in keiner Art und Weise, zu den Rudolf Steiner-Schulen.
Aber Journalisten machen es sich heute eben gerne allzu leicht. Wenn sie nichts (mehr) zu Schreiben haben, stellen sie nichts sagendes einfach in Bezug zu etwas, das mehr oder weniger bekannt ist. Die LeserInnen werden dann schon "draus kommen".

Ganz gute Recherche, oder so ...

 

Dienstag, 3. Juli 2007

Haben LehrerInnen Angst vor Auslaender

Schon einige Male ist unser "Herr Sohn" nach Hause gekommen und hat an der Lehrerschaft Kritik geübt. Eine beliebt Aussage ist: "Die sind Rassistisch!"

Erstaunt über solche "Erkenntnisse" fragen wir immer nach, wie er auf einen solchen Gedanken komme. Heute geben wir ein Beispiel bekannt:

Mehrere Kinder sind auf dem Schulhof und drücken irgend welche Steine durch einen Maschendrahtzaun (was ja nicht sein muss). Unser Herr Sohn ist dabei das einzige Schweizer Kind. Plötzlich taucht eine Lehrerin auf und will Ordnung schaffen. Dabei geht sie auf unser Kind los, oder wie er es formuliert: "Die hat mich als einziger zusammen geschissen".

Natürlich hat er sich gewehrt, weil er sehr gerechtigkeisliebend ist (wie übrigens alle unsere Kinder, auch die Grossen) und der Lehrperson entgegnete: "Das ist Rassismus!". Völlig verdutzt entfernte sie sich um dann doch wieder rechtsumkehrt zu machen und meinte: "Das ist nicht wahr!"

Nun, wir könnten dieser Aussage der Lehrerin glauben schenken, wäre dieser Vorfall einmalig gewesen. Das ist aber nicht der Fall. Wie schon geschrieben, ist obiger Vorfall nur ein Muster.

So hat sich bei uns langsam aber sicher die Meinung gebildet, dass viele LehrerInnen heute Angst vor Ausländern (Kinder und Eltern) haben. Bei Schweizer Kindern sind sie sicher, dass sie verstanden (verbal) werden, bei Ausländer können sie die Reaktionen nicht abschätzen und so gehen sie den Weg des geringsten Widerstand.

 

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Eine Lehrerin, die keinen Anstand hat!

So, jetzt geht es wieder los, in der Schule unseres "Ich-nehme-nicht-mehr-alles-hin-Sohn".

In letzter Zeit habe ich mich eher zurück gehalten, über den weiteren Verlauf in der Schulkarriere unseres Sohnes zu berichten. Zu viel hängt in der Luft und wir stehen vor wichtigen Entscheidungen.

Was heute allerdings vorgefallen ist, ist wohl mehr als ein Beitrag wert. Es geht wieder einmal um die Hauswirtschaft. Ein ewiges Hin-und-Her mit den völlig übertriebenen Vorstellung der Lehrerin hat zu einer telefonischen Beschwerde bei mir geführt.

Alles was er macht ist nicht richtig, nicht sauber und nicht so, wie sie es will. Sie fordert mich auf, "ihn" anzuhalten, alles was sie beanstandet, nochmals zu schreiben und am Donnerstag ihr abzuliefern, obwohl gar keine Hauswirtschaft mehr statt findet. Zur AblieferungsZeit findet ein AbschlussFest statt, dass ihr aber egal ist.

... und überhaupt, er sei ihr heute Morgen davon gelaufen.

Nun, ich versuchte ihr meinen/unseren Standpunkt darzulegen. Das war wohl zuviel und ...

... die Frau unterbrach kurzerhand das Gespräch, indem sie die Verbindung mit mir beendete.

Es ist schon interessant. Politiker, Psychologen und andere "Fachleute" fordern ein grösseres Engagement der Eltern in der Schule. Und wenn diese Aufforderung dann wahrgenommen wird, ist man/frau unerwünscht. Wir geben nicht auf, im Interesse unseres Sohnes zu handeln und werden entsprechende Schitte unternehmen. Es gibt nicht nur Hauswirtschaft, sondern auch Menschen! So nicht!

 

Samstag, 30. Juni 2007

Dieses Buch lese ich nicht! Es ist katholisch

dieses buch lese ich nicht

Immer wieder bin ich fasziniert, von den Aussagen der Kinder und Jugendlichen. Direkt, unverfälscht und ehrlich.

Unser "Nachzügler" hat heute wieder einmal den Vogel in dieser Richtung abgeschossen. Wir sind der Meinung, er sollte seine Ohren wieder einmal zwischen zwei Buchdeckel stecken. Gesagt, getan. Doch der Spass hatte bereits auf der Seite 23 sein unrühmliches Ende gefunden.

Mami, dieses Buch lese ich nicht!
Warum?
Es ist katholisch!
Was, wieso?
Hier, schau mal. Es hat hier ein Kreuz!

Da kann ich nur schreiben: "Wäre ich doch noch ein Kind, ein Jugendlicher. Leute was ich da bloggen könnte, oder so ..."

 

PS: Das Kreuz habe selbstverständlich ich hingezeichnet, damit auch jeder die Aussage versteht.

 

Mittwoch, 6. Juni 2007

Wir waren wieder mal in der Schule

zukunftsplanung

Heute waren wir wieder einmal in der Schule zu Gast, in Sachen Junior. Diesmal aber nicht, weil er irgendwas gemacht hat, dass nicht systemKonform wäre. Es geht darum, wie es weiter gehen soll/kann/muss (je nach Standpunkt). Damit wir eine EntscheidungsGrundlage schaffen können, haben wir die Zukunftsplanung zusammen mit dem SchulSozialArbeiter Philippe Hollenstein, ein junger, nicht angespasster Mensch, in Angriff genommen.

Wir drei haben verschiedenste Punkte aufs Blatt gebracht, aus unterschiedlichsten Perspektiven. Dabei ist heraus gekommen, dass Herr Junior die 1. SekundarKlasse wiederholen sollte (was bei uns schon vorher fest stand) oder das ganze SchulSystem wechselt (Rudolf Steiner-Schule - seine beiden Geschwister waren schon da und drei "StiefSchwestern ebenfalls).  

Rein factmässig ist das Resultat recht knapp ausgefallen. Der nächste Schritt wird sein, dass Herr Hollenstein mit dem Ich-gehe-meinen-eigenen-Weg sprechen wird, um heraus zu finden, welche zwei Richtungen für ihn die passenden sein könnten, bzw. in welche Zukunft er tendiert. Damit verhindern wir (die Eltern), dass unsere Entscheidung als einzig richtige da steht. Wenn wir schon für unser Kind kämpfen, dann wollen wir auch seine Persönlichkeit in den Prozess einbringen und nicht über seinen Kopf hinweg entscheiden. Das Motto: "Wir wissen schon, wo der Bartli seinen Most holt" soll hier keine Gültigkeit haben. Dies, obwohl sich meine Frau eigentlich schon für den Übertritt in die Steiner-Schule entschieden hat.

Dabei hatte ich doch nur einen Wunsch. Eines meiner 6 Kinder soll doch mal den staatlichen Weg meistern. Aber scheinbar geht das bei Individualisten, die wir alle sind, nicht so einfach. Ja-Nu, dann eben nicht, oder so ...

Sonntag, 27. Mai 2007

Warum soll sich was ändern?


Wer kennt die folgende Situation nicht?:
Die eine Mutter zu ihrer Tochter, nachdem diese mit dem Zucker auf dem Tisch gespielt hat: "Dich kann man keine fünf Minuten alleine lassen."

Dann die zweite Mutter zu ihrer Tochter, die "nur" zugeschaut hat: "Weist du was? Dich nehme ich nächstes Mal nicht mehr mit, du kannst zu Hause bleiben"
Ach ja, die Kinder sind ca. 4, bzw. 7jährig.

... und jetzt hängen sich beide Mütter an ihre MobilTelefone und reden und reden und reden ... Die Töchter schauen sich derweilen nach neuen Übeltaten um. Gelebte Pädagogik.

PS: Das eine Mädchen stellt an seine Mutter eine Frage. Die Mutter, leicht genervt: Sei still, du siehst doch, dass ich am Telefon bin.
Alles schon gehört, Tausend Mal, oder so ...

Tag(s): pädagogik kulturtv kultpavillon

Dienstag, 22. Mai 2007

Wieder einmal aus der Schule geplaudert

Unser jüngster Sohn, 13 Jahr jung, erzählt wieder einmal seine neusten Erlebnisse im SchulSystem Anno 2007:

Episode 1:
Eigentlich sollte er jeden Montag von 17 - 18 Uhr eine Art StützUnterricht bekommen. Doch das ganze funktioniert mehr schlecht als recht. Die junge Dame kommt mal, dann wieder nicht, mal abgemeldet per SMS, mal nicht. Gestern nun ergriff er Eigeninitiative und begab sich ins Schulzimmer der 2. SekundarKlasse um wenigstens seine HausAufGaben zu machen, nachdem sich die Helferin wieder mal nicht gemeldet hat. Im besagten Schulzimmer befanden sich weitere SchülerInnen dieser Klasse, ohne LehrerAufSicht. Plötzlich jedoch tauchte dieser auf und schickte ihn aus dem Zimmer. Er zeigte also Willen und dieser wurde einmal mehr "gebrochen". Unerwünscht!

Episode 2:
Irgendwie mag er die Hauswirtschaft nicht. Kunststück, bei pubertierenden Jungs. Jedenfalls kassierte unser Herr Sohn eine Strafe, weil er sich nicht mit dem TopfSortiment usw. auseinander setzen wollte. Die Strafe: 10x rund 91 Wörter von Hand schreiben. Bis heute hat er diese Aufgabe nicht erfüllt und ich muss schreiben: richtig so. Wer solch stupide Arbeiten verteilt, verdient es nicht, eine "pädagogische" Befriedigung zu bekommen. Meine/unsere Unterstützung hat er bei diesem Boykott.

Immer wieder haben meine Frau und ich Gespärche mit "Fachleuten". Menschen, die Lehrer, Ausbilder usw. sind. 99% sind mit dem System nicht mehr einverstanden. Doch warum wehrt sich niemand? Warum steht niemand auf und sagt, so nicht mehr! Sind wirklich alle so überfordert, dass sie machtlos in der Gegend rumstehen und irgend wann mal sagen werden: "Aber wir konnten uns doch nicht vorstellen, dass es sich so entwickelt". Die Presse wird ihnen dankbar sein.

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Sonntag, 8. April 2007

... und die Kinder fragt niemand (nicht mal die SonntagsZeitung)

Drohung und Gewalt von Jugendlichen, an jeder Ecke, in jedem Schulhaus und in jeder Zeitung. Gross auch in der heutigen SonntagsZeitung (Zürich).

Jeder vierte Lehrer soll sich über die herrschenden Zustände ärgern. Es bleibt keine Zeit mehr für die Kinder, das SchulSystem, die NeuOrientierung geniesst Vorrang. Pisa lässt grüssen.

Seit dem Ausbruch des Thema habe ich in keiner ernsthaften Zeitung gelesen, was eigentlich die direkt Betroffenen zu sagen haben. Wo sind die Stimmen der Kinder, der Jugendlichen?

Was meinte Rudolf Steiner einmal?

Anwälte sollten nur Jugendliche sein. Ihre Argumente sind so klar und unwiderlegbar ....

Und was meinte Danah Boyd * (SonntagsZeitung - 1.4.07)?

Wir schliessen die Jugendlichen immer mehr aus dem öffentlichen Leben aus. Kein Wunder, dass sie sich in Onlineräume flüchten

Und was haben wir einmal gemeint, vor ein paar Jahren?

Die öffentliche Schule ist eine StaatsSchule, eine PrivatSchule des Staats und hat die Aufgabe, pflichtbewusste und treue Staatsbürger heran zu ziehen.

Da liegt eben immer noch das Problem, ja es wird immer deutlicher. Wie lange wird es wohl noch gehen, bis auch Politiker dies erkennen und jedem Kind einen BildungsGutschein überreichen (SchulPflicht = SchulGutHaben). Dann kann der eigene Weg zum Ziel ausgewählt werden und die Schule wird tatsächlich öffentlich, unabhängig von einem System, dass am Schreibtisch entWorfen wird und dann nach ein paar Jahren wieder verWorfen - auf dem Rücken, dem LebensWeg der Betroffenen, der Kinder und Jugendlichen.

* Link zu Danah Boyd, hier und hier


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Freitag, 6. April 2007

SchuelerDrohungen im Kanton Nidwalden

Jetzt ist Ennetbürgen/NW auch dabei. Da gibt es doch nach verschiedenen Quellen einen 16-jähriger Schüler, der einen Lehrer bedroht hat. Die Schulbehörde reagierte sofort und schaltete die Polizei ein. Bedenklich ist, wie die AgenturMeldung verbreitet und kommentarLos abgeSchrieben wird:

... Schweizer ohne MigrationsHintergrund, ....

Mann/frau könnte meinen, dass endlich auch ein gewaltWilliger jugendlicher Schweizer gefunden wird, der aber die Regel bestätigt. Ich muss mich einfach immer wieder fragen, warum auf den StaatsHinterGrund fokusiert werden muss. Jugendliche sind Jugendliche, sind Menschen, wie du und ich. Oder wie mal jemand gesagt hat:

Bist du nicht ein Teil der Lösung, bist du ein Teil des Problems.

Somit sind wir alle Jugendliche, alle gewaltbereit und schlussEndlich überfordert, nicht zuletzt auch von uns selbst. Oder so, ...


PS: Im gleichen Schulhaus sollen sich auch noch rivalisierende Jugendliche befinden, die sich gegenseitig bedroht haben. Auch hier wurde die Polizei eingeschaltet. Nach dem SteuerWettbewerb geht es nun mit dem "wir-haben-auch-ein-böses-schulhaus" weiter. Scheinbar gibt es nur noch eine Richtung: abwärts ...

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Donnerstag, 29. März 2007

SchulEtui weg - selber schuld und der Wegweisungsbeschluss des Kanton Luzern

Heute kommt unser Sohn sauer nach Hause, weil folgendes passiert ist:

Unser Sohn hat 2 SchulEtuis, damit wenn er mal eines irgendwo vergisst, auf eine Alternative zurück greifen kann. Dieser Fall ist letzte Woche bei einer Lehrerin eingetroffen. Da er nur einmal pro Woche bei dieser Schule hat, bzw. sich auch in diesem Zimmer aufhält, meinte er, dass er ja nächste Woche das Etui dort vorfinden wird. Insgeheim dachte er natürlich, dass die Lehrerin dieses in ihren Schrank legen wird, damit es nicht verschwindet.
Heute nun hatte er wieder bei dieser Frau Unterricht und er fragte nach seinem 2. Etui. Die Antwort war: "Ja, ich habe das Etui gesehen, aber es liegen gelassen".
Da nach den entsprechenden Schulstunden das Zimmer immer total aufgeräumt werden muss, die nächsten Stunden finden ja erst in einer Woche statt, war es kein Kunststück, dass die Lehrerin das Etui entdeckte. Nur weiss sie auch sehr genau, wie andere Schüler mit solchen Fundstücken umgehen. Prompt ist nichts mehr da.
Gut mann/frau könnte jetzt sagen, dass der Junge sich schneller um sein Zeugs kümmern muss. Nur frage ich mich ernsthaft, ob ein solches Verhalten die Beziehung LehrerIn/SchülerIn zum Guten hinlenkt, oder aber Agressionen (wie sie jetzt auch aufgetauchts sind) und Verweigerung, vor allem in der Pubertät, fördert. Echte Erziehung, in meinen Augen, ist, dass ein liegen gelassenes Teil in (Schutz-)Verwahrung genommen wird und dann das Kind darüber froh ist, bzw. sich gerne mit einem herzlichen "Danke" meldet.
Aber solche pädagogischen Grundsätze sind heute nicht mehr aktuell. Strafe, Gleichgültigkeit und pädagogische Resignation sind gefragt. Nur das verordnete System ist "Wahr". Und dann wundert mann/frau sich, wenn das Resultat nicht den Wünschen entspricht, oder so ...

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter. Genau so können Menschen zum "Randständigsein" hin geführt werden und der Stadtrat muss dann Wege suchen, wie diese von der "anständigen" Gesellschaft fern gehalten werden. Diese Woche hat der Luzerner Kantonsrat beschlossen, dass Menschen aus gewissen Regionen unter Androhung von Strafen (!) mit einem RayonVerbot belegt werden können, vorerst für 3 Monate. Hallo Wach!

Tag(s): pädagogik schule unterricht etui kulturtv kultpavillon

Donnerstag, 22. März 2007

Für einen Sauhund gibt es einen Strich

Eines meiner ältesten Fluchwörter, die ich kenne, ist "sauhund" und das muss schon lange her sein, bin ich doch 55 Jahre alt. Doch die Zeiten ändern sich.

Vor dem KochUnterRicht müssen (logischerweise) alle Kinder ihre Hände waschen. Heute haben das nach Schilderung meines Sohnes (13jährig) alle bis auf einen auch gemacht. Zu diesem "Sünder" sagte mein Sohn, "Du sauhund" und das war falsch. Bei seiner KochSchulLehrerin gilt "sauhund" als absolut verwerflich und so hat er einen StrafStrich in der Abteilung "Betragen" erhalten. Bei einer gewissen Anzahl Strichen müssen die Jugendlichen an einem freien Mittwoch Nachmittag zur Strafe in die Schule. Sein nächster Gang ist schon vorprogrammiert, als hätten sie nicht schon genug "schulisches" am Hals.
Schöne, heile SchulWelt kann ich da nur schreiben.


Tag(s): schule pädagogik fluchen sauhund

Kein rohes Fleisch? Keine Nachspeise!

Seit einiger Zeit rege wir, meine Frau und ich, uns gewaltig über die Vorgänge in der Schule, die von unserem 13jährigen Sohn besucht wird, auf.

Da finden ElternAbende statt, wo den Anwesenden vorgegaukelt wird, in "unserer Schule" gibt es keine Gewalt, kein Mobbing, keine Drogen, kein Alkohol, einfach nichts Negatives. Problemlos könnte ein neuer Blog von uns eröffnet werden, nach dem Motto: "SchulVorgänge hinter dem eisernen Vorhang".

Neustes Beispiel: Für eine gewisse Zeit müssen die SchulerInnen eine Kochschule besuchen. Beim letzten Mal wurde den Kindern beigebracht, wie Fleisch gebraten wird. Leider war aber die verwendete Pfanne zu klein, so dass ein RestStück einfach auf die FleischStücke drauf gelegt wurde. Wie es der Zufall so will, landete das Stück dann auf dem Teller meines Sohnes. Selbstverständlich war es noch nicht durchgebraten und er weigerte sich, dass Fleisch zu essen. Resultat: Die Lehrerin reklamierte und meinte, dass er nächstes Mal keine Nachspeise bekomme, wenn er das Fleisch nicht essen würde. Selbstverständlich hat er nicht, und so wird er heute auf die SüssSpeise verzichten müssen.

Und dann wundert sich noch jemand, wenn die Kinder auf ihre Art reagieren. Dem sagt mann/frau dann: erhöhte Bereitschaft zur JugendGewalt. Danke liebes Systsem, du funktionierst!


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