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Mittwoch, 29. Dezember 2010

Schlatter Unterwegs: Die BlogBeitraege in Einzelteilen – Ein Inhaltsverzeichnis des besonderen Highlights


Ein Ein-Linien-Porträt - Klaus Büsen von Bruno Schlatter

Ein besonderes Highlight im zu Ende gehenden Jahr 2010 sind die Berichte des Schriftstellers und Künstlers Bruno Schlatter. Ueber 3 Monate berichtete er aus verwunschen Ecken, sogenannten Mikro-Nationen, in Europa.
Das verdient eine nochmalige Rückschau, die Bruno auch gleich selber erstellt hat und von mir lediglich überarbeitet wurde.


Bruno Schlatters Idee: hier

Der Einstieg zum Wegstieg: hier

Saugeais – Montbenoît

1) Angekommen: hier
2) Empfang bei der Präsidentin von Saugeais: hier
3) Kloster von Montbenoît: hier
4) Schengen anerkennt Noseland: hier

Os – Deudesfeld in der Eifel (Brasilien)

5) Os in Deudesfeld: hier
6) Deutschland hat gefeiert: hier
7) Fotos: hier
8) Leistungseinheiten und faulenzen: hier

Karboismus – Deudesfeld in der Eifel

9) Carbonismus und Mittelalter: hier
10) Versuch eines Versuches – mit neuen Links: hier
11) Jetzt geht’s los, mit Videos – Die Zoellner Hymne und die Präsidentin grüsst hier
12) Back to the Roots: hier
13) Fauler Tag: hier
14) Karls’ruhen – Der Neustart nach einer kurzen Heimkehr: hier

Freie Republik Schwarzenberg – Schwarzenberg

15) Erzgebirge olé: hier
16) Schwarzenbergs Geheimnisse erwandert: hier
17) Im Herzen der Freien Republik Schwarzenberg: hier
18) Von Heym bis Hiemer: hier
19) Kriegsgräber müssen bleiben: hier
20) Portwein mit Georg: hier

Bunte Republik Neustadt – Dresden

21) Neustadt – Neue Station: hier
22) Den Mann mit der gebrochenen Nase getroffen: hier
23) Nicht mein Tag heut: hier
24) Der Sonderzug nach Bunte Republik Neustadt rollt: hier
Fundstücke der Redaktion: Grappa, Scheune Dresden und Bury the Jumbo (Videos)
25) Eierchecke und terraimprovisiertes Museum: hier
26) Zügeltag: hier Videos zur Bunten Republik Neustadt: hier

Hüttenkunst und Autonome Republik Utopia – Berlin

27) Warten auf Hüttenkunst: hier
28) Der mit den Hühnern schlief: hier
29) Unruh stiften in einstürzenden Altbauten: hier
30) Warten auf Hüttenkunst hat sich gelohnt: hier
31) Jagd nach Spuren und erster Fahndungserfolg: hier
32) Glück im Unglück: hier
33) JudiHEEE... jetzt geht die Post ab: hier 2. Phase: hier
34) Nach Bogota dauert es länger: hier
35) Büsen ist im Keller!: hier

Dorfrepublik Rüterberg – Rüterberg an der Elbe

36) 1 mal Dömitz mit allem: hier
37) Gut, dass Ferien sind: hier
Die Post ist da und Schlatter durch die Luft dabei: hier
38) Einschub Autonome Republik Utopia: Schon wieder Neustadt – aber diesmal Dosse? Oder wat?: hier
39) Leben in Dömitz entdeckt... sogar ein Art Vorform des Nachtlebens: hier
40) Christel’s Anliegen: hier

Gängeviertel – Hamburg

41) Recherche kommt in die Gänge: hier
42) Lob des Fahrrades: hier
43) Von ‚schilliger’ Musik und wegweisenden Projekten für die Besetzerszene Hamburgs: hier
44) Home Sweet Home: hier
45) Wenig Schmerzen: hier
46) Riesencrevetten an Ingwer Kurkuma und Spät-Pizza: hier
47) Zweimal das erste Mal: hier
Ein König kochte für mich (Video): hier
48) Redaktion zu Besuch: hier
49) Der grosse KulTOURer: hier
50) Fauler Tag: hier

Zorten – Zorten bei Lenzerheide

51) Draussen vor der Leichenhalle: hier
52) Klaus Büsen – Das Original ist überbracht: hier
53) Über Gipfel und Grenzen: hier
54) Wenn Mettier sein Metier beherrscht!: hier
55) Lustiges Erwachen: hier
56) Bierminister als Verräter: hier
57) Kein Match heute: hier

Umamatlarumma, Republik Kugelmugel, Augartenstadt – Wien

58) Kleine Welt... kleines Wien: hier
59) Pissts am Morgen dämmerts am Abend: hier
60) Beforschen?!?: hier
61) Beforschen 2: hier
62) Wien ahoi – das neue Fahrrad ist da: hier
63) Aus der Hüfte schiessen: hier
64) Heute mal ohne Titel: hier
65) Kein Stagediven sondern Stadtdriven bis ans Ende: hier
66) Kriege sind am besten im Museum aufgehoben: hier
67) Mit allen Wassern gewaschen: hier
68) Zeit für den Narrenturm: hier
69) Hinter den Fassaden: hier
70) Über kurz oder lang: Langenegger ist an jeder Ecke: hier
71) Anschluss an Österreich geschafft: hier
72) In der Sackgasse: hier
73) Habe jetzt endlich ein Profil: hier
74) Wien schrumpft: hier
75) Liebende gehen immer auf den Kahlenberg: hier
76) Der dreifache Habib: hier
77) Das Wiener Publikum sitzt still, nur der Schlatter tanzt, wie er will: hier
78) Auf Fritz Mandelbaums Spuren geraten: hier
79) Klaus nimmt mich in die Mangel: hier
80) Ein freundlicher Tag: hier
81) Den Aktionsradius erweitert: hier
82) Ein Mozart kommt nie ohne Brahms, Schubert und Beethoven: hier
83) Der kleine Gürtel-Walk: von Maultrommeln und Tschick: hier
84) A Tschick ist kein Tschick: hier
85) Ehrenvolle Niederlage gegen den österreichischen Erzfeind: hier
86) Mein kleines Wunder von Wien: hier
87) Zwischen Augarten, Augartenstadt und Augartenspitz: hier
88) Wenn King Crimson Funk spielen würden: hier
89) Auf höchster Staatsebene Kontakte geknüpft: hier
90) Von der irrealen Augartenstadt in die reale Kafkawelt Wiens: hier
91) Mit den netten Damen am Telefon wäre Kafka anders geworden...: hier
92) Kultstück eines Volkes von Kuchenbäckern: hier
93) Stolzer Kultschalbesitzer wird in Wien reichlich beschenkt: hier
94) Noch mehr Behördenprobleme: hier
95) Wie ich Wiener Boden küsste und die Tage kürzer wurden: hier
96) Wie ich zu Freikarten zum Otto Lechner komme: hier
97) Wie es zur Republik Kugelmugel kam: hier
98) Als die Wiener subventionierte Schulreisen zu Kugelmugel machten: hier
99) Lerne neue Dimensionen Wiens in den Wohnbausiedlungen im 23. Bezirk kennen: hier
100) Baba! Bhüeti!: hier


noseland
nosenoise

Montag, 30. August 2010

Schlatter unterwegs LVII: Kleine Welt... Kleines Wien (Start der Phase 3)

Bruno Schlatter teilt mit (Sonntag, 29.8.2010):

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Allsaits im Liz & Chrege (rechts Mike, links Tinu)

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Das Wiener Bier: Schwechater (heisst wie der Flughafen)

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Blick in die Blindengasse


Nach dem Verzehr des letzten Fisches und der Riesencrevettenrestbestände meines bescheidenen Tiefgefrierfaches locken mich Salsaklänge ins nahe Camino. Statt der erwarteten Band nur ein Duo, dafür wirklich schön: Gitarre, Gesang und Percussion (2 Conga und eine Glocke gespielt wie eine Bassdrum, die den nötigen Tribe verleiht).
Nachher will ich noch den Zahlungsbefehl für die ausstehenden Rechnungen auf die Post bringen, weil aber alle Strassen in Aarau aufgerissen werden und ich somit nicht zum Briefmarkenautomaten gelangen kann, muss ich zur Hauptpost am Bahnhof. Ich bringe noch ein Bier in die‚Waage‘ für Erich & Elizabeth (statt einem Orden) und ein weiteres deponiere ich bei ‚Liz & Chrege‘ für Walti, der mir die Wohnung in Wien zu wirklich sehr guten Konditionen zur Verfügung stellt.
Dort spielen wieder einmal ‚Allsaits‘, alte Bekannte, am Bass Mike Zeller und an der Gitarre (& Komposition) der Tinu. Weil Tobi und Michi auch da sind, bleibe ich und lausche den Klängen des Trios: sie haben sich wirklich sehr gemacht, erfrischende Seitenmusik.
Auf dem Heimweg noch ein Blick in den Butcher’s Pub, wo ‚King Dean‘ einfach gestrickten Rock spielt, natürlich kommt auch der reale Dean vorbei. Nach zwei, drei Songs gehe ich nach Hause, erledige die letzten Putzarbeiten, werfe Michi noch ein wenig Geld in einem Couvert durchs Fenster, damit er meine Telefonrechnung bezahlen kann und schaue noch kurz fern.

Am Sonntag wieder mal richtig früh auf, die letzten Packereien erledigen und auf den Zug. Die Sonntagszeitung vertreibt die Zeit. Mmmm… wo geht denn die Zeit eigentlich hin, wenn sie vertrieben wird? Sollen wir auf Noseland ein Asyl für die vertriebene Zeit einrichten? Sozusagen einen gewaltigen Zeitspeicher! ... und ich weiss jetzt mehr über die ‚Blindwühle‘.

Im ‚Falter‘, dem Veranstaltungsmagazin Wiens, den mir Walti vor längerer Zeit gebracht hat, studiere ich die Kulturadressen Wiens, lese noch das Schulblatt, Aargau und Solothurn vom 27. August (bin zwar emotional wirklich weit weg von den schulischen Realitäten und werde mich wohl die nächsten Wochen noch weniger damit beschäftigen). Weil das Hauptthema Biodiversität ist, bin ich schnell durch, gebe ja vorläufig keine Biologie…
Ab der österreichischen Grenze beginne ich, das Vorwort zu meinem Buch unter dem Arbeitstitel ‚Königliche Sommerreise‘ zu erarbeiten.  Der Himmel klart zunehmend auf! Ab Innsbruck gibt es Sonnenschein! Später noch Verarbeitung von Videomaterial. Würde gerne ein bisschen dem Zukunftsforscher Horx lauschen, aber ausgerechnet der Jüngste im Zuge will nichts davon hören, also stelle ich wieder ab, weil ich keinen Kopfhörer dabei habe.
Folglich stilleres Aktenstudium: zuerst Z(orten) mit seiner Verflechtung von Leben und Kunst im ruralen Raum, dann das Konzept des Gängeviertels -das meinem selbstverwalteten Geist sehr gefällt und radikale Utopien vertritt- und einen Gegensatz zu Z(orten) darstellt, insofern als dass die Verflechtung von Leben und Kunst im urbanen Raum gesucht wird.
Schliesslich eine Analyse zu Thomas Morus ‚Utopia‘, das ich sicher auch schon zweimal gelesen habe und nach wie vor zu den inspirierenden Quellen zähle, wenn auch einige verwirrende Ansätze wie z. B. die Todesstrafe für das Verbrechen öffentlicher, politischer  Diskussion ausserhalb gewisser dafür bestimmter Räume besteht (das Schicksal Morus‘ war ja dann ironischerweise die Todesstrafe…). Besonders gefällt mir weiterhin die Hauptaufgabe des Gemeinwesens, die darin besteht, die Arbeitszeit zugunsten der Musse und Bildung zu reduzieren. Bravo Morus! Reduzieren und gleich verteilen… dann haben alle Arbeit und niemand überarbeitet sich: Morus rechnet mit 6 Stunden täglich, dies allerdings vor der Industrialisierung…

Am Westbahnhof Wien werde ich von Elizabeth und Walti freundlich empfangen und in die ersten Wiener Begebenheiten eingeführt. Zusammen fahren wir in die Blindengasse, wo ich in einer übrigens sehr schönen Wohnung die nächsten 6 Wochen hausen und wirken werde. Zum Apéro gibt es ein Wiener Bier (Schwechater = nicht überragend, aber trinkbarer Durchschnitt) und ein paar Tomaten (Anmerk. der Redaktion: das sind keine Tomaten, das sind Paradeiser!). Nach dem einräumen und ersten Instruktionen zur Wohnung gehen wir essen. Lustigerweise fahren und marschieren wir nahezu ans andere Ende der Stadt ins Restaurant Wild. Als wir dort ankommen, kann ich nur feststellen, dass ich vor zwei Jahren genau hier auf einem meiner kurzen Streifzüge während der Autoren-EM mal einen Kaffee in der Gartenbeiz getrunken habe. Kleine Welt… kleines Wien. Noch kleiner wird die Welt auf dem Rückweg, als wir im Café Hummel versuchen an einen W-LAN-Anschluss anzudocken, wie ich mich drehe, sitzt da Lorenz Langenegger, der schon vor 2 Jahren mit im Team war. Er ist seit ein paar Tagen in Wien, mit der Aussicht hier zu bleiben. Natürlich tauschen wir die Telefonnummern aus und ich hoffe, am Mittwoch mit ihm am Prater Fussball zu spielen!
Das mit dem W-LAN funktioniert erst nach einigem Fluchen und den verschiedensten Knöpfen, wie wir wieder in der Wohnung sind: immerhin! Ich bin mal irgendwie online!

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Allsaits
Blindwühle
Thomas Morus‘ Utopia
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WICHTIGER HINWEIS fuer alle LESERINNEN:
Mit diesem Bericht, eröffnen wir die Phase 3.
Begonnen hat alles hier –> Phase 1 mit Beitragen zu Mikronationen
Dann ging es über zu –> Phase 2 mit Beiträgen zu Autonome Systeme
Jetzt also Phase 3, die sich vor allem in Wien erleben lässt
HINWEIS ENDE



Sonntag, 29. August 2010

Schlatter unterwegs LVI: Kein Match heute

Bruno Schlatter teilt mit (Samstag, 28.8.2010):

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Klassische indische Musik in der Altstadt

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Archivbild Bierbrautag

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Archivbild Bierbrautag 2


Noch im Bett erhalte ich eine SMS, dass das Fussballspiel des FAdS (genau mit denen bin ich 2008 in Wien Fussballvizeeuropameister geworden!)  gegen die WOZ wegen unbespielbaren Terrains nicht stattfindet.

Nach dem fertig aufräumen und abwaschen, Fussmarsch zum Bahnhof und Rückfahrt mit der aus Hermann Burgers Roman ‚Schilten‘ bekannten Stumpenbahn nach Aarau.

Rasierklingen müssen noch gekauft werden, vor der Zeitungslektüre –zum letzten Mal mit dem feinen Cappuccinoschaum. Am Dienstag geht’s los mit Umbau und anschliessend kommt ein neuer Chef mit neuem Team.
Weil kein Fussballspiel ansteht habe ich Zeit, die Einweihung der neuen Praxis von TCM zu besuchen, Raphael hat mir vor zwei Jahren über die Krise hinweg geholfen, als ich Angst vor Rachenkrebs hatte und letztlich mit einer Schlafkur (Akupunktur plus  chinesische Medizin) eines meiner ältesten gesundheitlichen Probleme relativ überzeugend und nachhaltig behandeln konnte. Als positivster Nebeneffekt habe ich aufgehört zu Rauchen und habe somit auch innert weniger Wochen meinen  Dauerbegleiter Husten verloren!

Nach Hause zum Packen (schon wieder!). Später besuchen wir noch ‚Musig i de Altstadt‘, ein nun schon mehrere Jahre stattfindender 2tägiger Anlass, welcher zwar immer wiederkehrende Bands zeigt, aber trotzdem dem Altstadtleben einen neuen Tupfer verleiht z.B. die klassische indische Musik am Schlossplatz.

Und zum Abend gönnen wir uns etwas, was wir schon lange nicht mehr sahen: Bundesliga! Nach dem Essen gehts nochmals raus.

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Diplom Vizeeuropameister 
TCM Aarau 
Musig i de Altstadt
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Samstag, 28. August 2010

Schlatter unterwegs LV: Bierminister als Verräter

Bruno Schlatter teilt mit (Freitag, 27.8.2010):

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Karte vom Vorabend

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Meine Klasse singt

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Mhhmmm -- lecker: Noselanden! Das Bier der Zukunft


Am Donnerstagabend noch Luca in der Waage getroffen, es geht wirklich aufwärts mit seinem Befinden, er hat mir seinen Medikamentenplan gezeigt, der hingegen ist Horror, kein Wunder, hat er all die verschiedenen Kapseln über längere Zeit verwechselt: jetzt hat er alles schön säuberlich aufgeschrieben!
Nachher in die "Garage", wieder mal mit Guillermo gesprochen, auch mein Schulpfleger Christian spendiert mir ein Bier und wir palavern über dies und das. Plötzlich werden wir unterbrochen von einer Dame, die ich noch von Zofingen her kenne, die den Knicks vor mir macht und mir eine Karte überreicht und lachend an ihren Tisch zurückkehrt, dort tuschelt sie mit ihrer Kollegin. Nachher kommen sie bei uns vorbei und ich erfahre, dass ihre Kollegin Rita ist, die sich am Nachmittag per Mail um ein Ministerium in Noseland beworben hatte. Am Schluss wieder mal mit Manuel geredet, der auch weg war (3 Monate Kalifornien zum Englisch lernen und surfen/skaten). Zum Abschluss Wäsche in die Maschine und wieder mal ein Stündchen Fernsehen…

Am Freitagmorgen zuerst in die Schule, meine Klasse im Singsaal besuchen, sie singen mir zwei, drei Lieder vor, dann reden wir ganz kurz, wie es so geht und schon wieder weg ins Lehrerzimmer, die andern Lehrer ärgern, die keinen Urlaub haben…

Dann viel Material ausdrucken, das ich in Wien brauchen werde, einkaufen für den Abend, nochmals waschen und verschiedenes erledigen.
Zeitung mit Lieblingsschaum um die Ecke, Bier als Reserve kaufen, packen und langsam Richtung Noseland. Luca fährt mich. Dort hilft er den Tisch putzen  und Boden wischen, während ich den halben Garten umgrabe. Später müssen noch die Kartoffeln aus dem Keller geholt werden.

Um 7 kommen die wackeren Biertrinker, aber zuerst gibt es Holunderblütensirup vom eigenen Baum mit Weisswein als Apéro. Dann endlich der grosse Moment: die ersten Flaschen Noselanden-Bier werden mit lautem Plop geöffnet und mit vielen Komplimenten getrunken: es ist wirklich sehr gut gelungen für einen Erstversuch (so gut, dass der Bierminister das Gerücht verbreitet, ich hätte das Bier gekauft und umgefüllt… der Verräter!!!)
Anschliessend wird grilliert und zum Einnachten werden wir von sintflutartigen Regenfällen in die Stube vertrieben, denn der ältere Teil des Hausdaches ist definitiv renovierungsbedürftig. Beschaue kurz das ganze Desaster mit meinem kleinen Bruder um Mitternacht. Schlafe dann in Noseland.

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Restaurant Waage
Noseland
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Freitag, 27. August 2010

Schlatter unterwegs LIV: Lustiges Erwachen

Bruno Schlatter teilt mit (Donnerstag, 26.8.2010):

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Claudia Berg

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Parpan

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Hier habe ich wirklich was dazu gelernt. Ein früherer Ersatz eines Rades, der Radschuh 

 

Am Abend Interview mit Claudia Berg, die als Künstlerin am Projekt Z(orten) teilnimmt (natürlich ist sie auch schon persönlich involviert, weil sie mit diversen Projektanten studiert hat). Sie arbeitet an einem Animationsfilm anhand eines  Märchens von Lili Schwarz, der hiesigen literarisch-historischen Grösse. Das Märchen ist eine klassische Liebesstory mit Prinzen als Stallbursche und Happy-End. Seit Tagen sehe ich Claudia unermüdlich  an ihren Figuren und Kulissen rummalen und dieselben ausschnipseln. Die Arbeit soll an der Finissage am 24. – 26. September gezeigt werden.

Anschliessend beobachte ich die Projektgruppe von Toni bis Mariann, Manu und Sophie, welche heftige Diskussionen um die Gestaltung der abschliessenden Präsentation führen, dann wird insbesondere die kunstpolitische Diskussionsrunde, die die Finissage abrunden soll, ausgearbeitet. Es geht darum, die Inhalte zu definieren und die relevanten Podiumsdiskussionsteilnehmer zu finden. Hie und da kann ich es nicht lassen, meinen Senf dazu zu geben. Die Konsensfindung ist -wie allgemein bekannt- ein langwieriger Prozess , das mehrere Flaschen Rotwein verschlingen kann und auch -wie es sich gehört- zu einigen Vertagungen führt.

Heute morgen lustiges Erwachen. Ich höre draussen zwei waschechte Zortener in breitestem Bündnerdialekt über die jungen Leute vom Stall reden, sogar ‚ein Hotel haben die, komm wir gehen schnell schauen‘, schwups und schon öffnet sich die Türe meines Gartenhäuschens! „Uups, da ist jemand, Entschuldigung“, höre ich und das Schliessen der Türe, „ doch da war jemand, zumindest liegt da ein Portemonnaie und so…“ Mich hatten sie natürlich nicht gesehen, weil ich über ihren Köpfen unter dem Dach lag und ihnen die Peinlichkeit meines Anblickes ersparte.

Nach dem Morgenessen der übliche Gang zum Friedhof zwecks Internet. Nicht viel los in der weiten Welt, nur in Oftringen suchen sie Leute fürs Fussball spielen: muss sie vertrösten, ist von Wien aus definitiv zu weit. Und der Dominik Riedo zweifelt auf Facebook daran, dass ich Welt sei… gut, aus der Provinz betrachtet vielleicht nicht… aber wer ist eigentlich Riedo?

Zurück und Auswertungsarbeiten erledigen: Filmchen öffnen und beschriften um den Schnitt vorzubereiten und schreiben.
Nachher packen und den Gästebucheintrag ersinnen, vor dem Interview mit Manu, der auch seit 3 Jahren beim Wiederaufbau des Stalles mitgeholfen hat und jetzt tatkräftig im Projektteam mitanpackt,  wo immer es nötig ist. Sein eigenes Projekt ist mit Toni zusammen die Hütte, für welche sie auch von den Zortener Nachbarn viel Material gespendet bekamen. Manu gefällt die Verflechtung von zusammen leben und Kunst produzieren vor Ort sehr gut, er freut sich an den Leuten, die dann ihre Projekte auch wirklich ernst nehmen und mit der nötigen Seriosität durchführen.

Den Nachmittag besuchen wir das Ortsmuseum in Zorten, natürlich finden wir hier alles was zu so einem Dorf gehört, vom Webstuhl über den Wagner, Schmid und Korbflechter bis zu Bergkristallen und Schmetterlingsfotos. An bei gibt es dann noch die Sala Parpan, Parpan heisst hier alles: ein Dorf, jeder Laden und jedes Baugeschäft bis zu Toni dem Stallbauer… Ferdinand Parpan ist der verlorene Sohn Zortens, der lange in Paris als Bildhauer gewirkt hat und Zorten an seinem Lebensabend viele Skulpturen vermacht hat unter der Bedingung, dass sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Parpan hat viele religiös motivierte Arbeiten hinterlassen, viele Skulpturen, die wohl eher in den Bereich Handwerk gehören, dann aber überrascht er immer wieder mit eleganten, abstrahierten Formen, zum Beispiel seinen Tierfiguren, aber auch mit an Rodin mahnenden Figuren.
Wie ich vor dem Museum draussen auf der Holzbank sitze und das Buch über Parpan studiere, kommt noch Claudia um ebenfalls das Museum zu besuchen, kurz darauf geht Ana-Lina vorbei, mit der ich den Bus um 15.55 besteige. Im Zug nach Chur packt sie diverse NZZ-Folios aus (ihre Belegexemplare) womit für spannende Lektüre gesorgt ist über unverbesserliche Optimisten und tragisch gescheiterte Helden wie auch wundervoll gescheiterte: unter ihnen die Schweizer Fussballmannschaft von anno 1924, welche ja auch in meinem Roman ‚Unter die Latte‘ gewürdigt wird (hier als Rätsel, welches Ana-Lina mit ihre Grafik versehen hatte).

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Ferdinand Parpan
Der Radschuh
Eigenwerbung darf auch mal sein: Unter die Latte (pdf)
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Donnerstag, 26. August 2010

Schlatter unterwegs LIII: Wenn Mettier sein Metier beherrscht!

Bruno Schlatter teilt mit (Mittwoch, 25.8.2010):

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Toni

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Mariann Oppliger

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Blick in die Tiefe

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In der Hütte

Normal aufgestanden, schon besser geschlafen in meinem Gartenhäuschen auf der schwabbligen Luftmatratze, direkt unter dem Dach. Zuerst der  Gang zum Friedhof zwecks Internetempfang – dort erfahren, dass sich vielleicht ein erschwingliches Türchen für Hüttenkunst auftut.

Anschliessend  ein spannendes Interview mit Mariann Oppliger, die schon in der Umbauphase des Stalles dabei war und am Projekt Z(orten) in der Steuergruppe mitarbeitet.  Dies scheint nichts als folgerichtig, als sie von ihrer Arbeitsweise erzählt, nämlich sich mit speziellen Räumen zwecks Kunstvermittlung zu beschäftigen. Ihr eigenes Projekt innerhalb des Projektes sind die Hotelzimmer: nicht klassische Hotelräume mit Komfort, sondern spezielle Schlafplätze. zum Beispiel am Bach zwischen zwei Steinen, oben am Berg in einem Steinring, in der Hängematte in einem Heustall oder eben auch mein Gartenhäuschen.

Gegen Mittag starte ich meine Wanderung, diesmal nehme ich den Wanderweg  ‚Alter Schin‘, der über eine Krete hinweg über Sils i.D.  nach Thusis führt. Beeindruckende Blicke in die Tiefe und ein Tunnel, der heute durch elektrische Birnen erhellt ist, für welche extra eine Solaranlage aufgebaut wurde (Toni hatte noch erzählt, dass man sich dort früher an einem Handlauf durchs Dunkle hangeln musste und dabei immer mal wieder in Pfützen trat). Weniger erfreulich sind die zwei Stellen mit sehr steiler Abstieg: nicht zu empfehlen für Leute mit Knieproblemen.
Weil ich dann am Bahnhof Thusis erfahre, dass ich in Tiefencastel keinen Busanschluss hätte, beschliesse ich,  eineinhalb Stunden durch Graubünden zu gondeln, statt am Bahnhofbuffet Tiefencastel –sicherlich auch ein Schmuckstück- zu verharren. So nehme ich den Bus nach Rhäzuns, steige auf die Bahn nach Chur um von wo ich wiederum den Bus nach Lenzerheide nehme, wo der Anschluss nach Zorten wartet (immerhin gratis: wie ein Sportbus im Winter).
In Valbella ist eine grössere Gruppe Senioren zugestiegen, welche auch nach Zorten wollte, offensichtlich um das Museum zu besuchen. Der Busfahrer G. Mettier zeigt sich dann als Meister seines Metiers und hält mitten auf der Strecke an, um einen kurzen Überblick zur Gemeinde Vaz/Obervaz und die rundumliegenden Berglandschaften zu geben: das nenne ich kundenfreundlich! Ich helfe den Senioren dann noch, den Weg über den Friedhof ins Museum zu finden.

Vor dem Stall friedliche Arbeitsatmosphäre, Beno und Oski vom Heim nebenan sind natürlich auch hier. Ich gehe zuerst noch Manu und Toni besuchen, die im Tobel an der Hütte arbeiten (liebe Hüttenkunst: du hast Konkurrenz in Zorten!). Unterwegs spreche ich mit einem alten Bauern, der gerade das Heu mit der Gabel wendet. Er schwärmt vom Projekt mit dem Stall und den jungen Leuten, die alle Kunst studiert hätten, die alle an ‚der ETH gewesen seien‘. Er findet es gut, dass etwas Schwung und Kultur ins Dorf kommt, auch, dass sie den Stall wieder aufgebaut haben und dass sie regelmässig  ein öffentliches Programm anbieten. Ebenfalls liest er regelmässig die Zeitung. Ich empfehle ihm, diese zu abonnieren.

Von der Hütte bin ich sehr  beeindruckt, ich habe sie mir nicht so gross vorgestellt. Dazu wird sie extrem farbig. Von der Form her erinnert sie an ein Theater: unten die Bühne, gegen den Hang die Zuschauerränge… Ich möchte dann filmen, aber Toni merkt plötzlich, wie es ihn behindert, also steige ich wieder hoch, dusche, schreibe den Blog und gehe dann zurück zum Friedhof. Später wird es sicher noch irgend ein Interview geben und eine Sitzung über die Zukunft Z(orten)s, an der ich teilnehmen darf.

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Z(orten), darum bin ich hier
Thusis
Alter Schin
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Mittwoch, 25. August 2010

Schlatter unterwegs LII: Ueber Gipfel und Grenzen

Bruno Schlatter teilt mit (Dienstag, 24.8.2010):

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Bündner Durchblick

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Gebeinehaus bei der  Mistailer Kirche

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Kirche Mistail

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Ausgehtipp: Nicht auf dies Bänklein ob Tiefencastel: man wundert sich einmal mehr, wohin schlaue Bänkleinaufsteller überall ihr Werk verrichten.


Zum Morgenessen bin ich lange alleine, lese die Ausgabe 2 ‚Beiträge zur Volkskultur der Gemeinde Vaz/Obervaz‘ und erfahre/repetiere so einiges zu Alpbetrieben, Maiensäss-Leben, den Donatus-Heilquellen in Solis und die Stauung des Lenzerheide-Sees.
Später arbeite ich die Reste des Spiegels durch und erhalte dann von Toni die ‚Beiträge zur Volkskultur 1‘, welche sich nur mit altem Handwerk beschäftigen, weshalb ich schnell durch bin.

Dann gibt mir Toni einige Wandertipps und ich mache mich auf die Wanderschuhe, zuerst steil runter nach Alvaschein, dort kurz ins alte Kirchlein, wo ich das erste Mal von Radio Gloria lese, aber auch schnell froh bin, dass ich es hoffentlich nie wirklich hören werde… tönt sehr selig! Ansonsten ein schönes Bündner-Dorf, aber die Kneipe hat leider Ruhetag, also gleich weiter.

Ich gehe runter nach Mistail, wo noch heute die Kirche Mistail vom ehemaligen Kloster in völliger Einsamkeit liegt. Sie dürfte aus dem 9. Jahrhundert datieren und wird 926 erstmals in einer Schenkungsurkunde erwähnt. Ein bestechend einfacher Bau, erstaunt beim Eintreten durch seine Schlichtheit, zusätzlich durch den Umstand, dass die vordere Hälfte der Bodenfläche frei von Bänken ist, an den Wänden uralte Fragmente karolingischer Wandmalereien. Auch die Einfachheit der Altäre erstaunt. Beim Rundgang entdecke ich auch das Gebeinehaus.

In Tiefencastel nehme ich das Postauto nach Lenzerheide, ein ziemlicher Anstieg. Dort kaufe ich Zigaretten für Toni & Co, trinke Cappuccino und studiere die Zeitung, hoffe dass wenigstens mein Daumendrücken für den FCB und YB am Abend aus dem Sendeloch hier oben dringt. Darauf Fussmarsch zurück nach Zorten.

Ein kellerwarmes  Bierchen in Ehren, zwar nur Calanda, aber so ist das halt, wenn man das Credo des Konsums einheimischer Produkte auslebt – ist nicht immer nur von Vorteil!
Duschen und Interviewplanung. Mit Toni vor dem Nachtessen, morgen nehme ich an einer Sitzung teil, sonst spontan weiter. Dann Lektüre über die Mistailer Kirche und den Blog schreiben.

Heute Antwort erhalten von Wolfgang Schaub, den ich vor längerer Zeit wegen dem Projekt Gipfel und Grenzen angeschrieben habe. Er war bis gestern unterwegs. Bin gespannt, ob er Noseland’s höchsten Gipfel  (das er per Mail immerhin schon mal anerkennt) für eine Erstbesteigung würdig hält!

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Kirche Mistail
Lenzerheider See
Gipfel und Grenzen
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Klaus Büsen – Das Original ist überbracht

Klaus Büser - Das Original
Klaus Büsen – Einlinienzeichnung 2010 (Format: 31 x 14cm, auf Papier)

Es ist ja üblich, dass Väter ihren Söhnen, Mütter ihren Töchtern oder einfach quer über den FamilienHaufen was mitgebracht wird, wenn ein Ausland-Besuch im heimatlichen Hafen endet.

Als Redaktor von “schlatter unterwegs”, in allen Phasen, gehöre ich ja auch zu einer Art Familie, der Noseländischen, der Schlatterschen. Und so hat König Bruno, der erste und letzte, bei seinem SchnellBesuch in Aarau das GeschenkKöfferchen geöffnet und da kam zum Vorschein, der “Klaus Büsen”.

Von hier aus Grüsse nach Berlin und wie es sich entwickelt, bis bald auf der “grünen Wiese”, Pardon, in Noseland.

Alles zu Klaus Büsen im kulturtv.ch (via Bruno Schlatter) –> hier

 

schlatter unterwegs … Phase 1 –> hier
schlatter unterwegs … Phase 2 –> hier
Hüttenkunst und Klaus Büsen –> hier
Klaus Büsen ohne Hüttenkunst --> hier

 


Dienstag, 24. August 2010

Schlatter unterwegs LI: Draussen vor der Leichenhalle

Bruno Schlatter teilt mit (Montag, 23.8.2010):

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Blick auf Zorten

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Die Dependance: das Gartenhäuschen mit meinem Zimmer

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Blick in die ausgebaute Scheune

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Kirchenfenster der Katholischen Kirche Zorten

Zuerst mal gebührenpflichtige Kehrichtsäcke regeln, damit wir im Hinblick auf Wien die Wohnung ordnungsgemäss hinterlassen können, zusätzlich eine Wanderkarte für Zorten besorgt. Das Wetter sieht zwar nicht besonders wanderfreundlich aus.

Zuhause noch alle Kontakte erledigt, unter anderem nochmals das Problem mit der Hütte, die von Berlin nach Noseland sollte, besprochen, wundere mich, dass DHL, ein Transportunternehmen, grundsätzlich keine Hütten transportiere und die Schweiz als Nicht-Lieferland bezeichne, obwohl ich hier ständig DHL-Fahrzeuge rumkurven sehe (Anmerk. der Redaktion: Und sie auch unverschämte Gebühren verlangen! Wann machen unsere Räte in dieser Sache endlich vorwärts?).

Dann packen und auf den Zug. Als dann dort mein Laptop endlich wieder aufstartet (es hatte Probleme bekommen, weil ich eine Festplatte entfernt hatte, worauf es sich verweigerte weiteraufzufahren…), merke ich, dass ich den Pin für den UMTS-Stick vergessen habe und somit nicht so einfach ins Internet reinkomme. Yeah… der technisch unbedarfte Schlatter hat gemeint, da legt man einfach das Swisscomkärtchen in den Stick und surft los: aber nene… so ist das natürlich nicht!
Hoffen wir mal auf Zorten und sonst telefonieren wir dann der Swisscom (das wird wahrscheinlich nicht einfach).

Gut, dann lesen wir halt den Spiegel und 20 Minuten on the trainway to Chur. Werde dadurch nicht schlauer: ist ja wie eine ewige Repetition von Wissen, einzig wer gestorben ist, ist neu… wobei das von Schlingensief wissen wir auch schon seit Samstag.
Was wir nicht wissen, dass wir am Churer Bahnhof auf Anna-Lina und ihre Mutter treffen: alte Bekannte: Anna-Lina habe ich ja in Berlin zum Kaffee getroffen, sie hat damals erwähnt, dass sie nochmals herkommen will, um ihre Bilder (Porträts vom Nachbarn Oskar) zu übermalen. Ihre Mutter Gaby ist eine alte Bekannte aus wilden Zofinger Zeiten rund um den  Ochsen, Gmües-Chratte und anderen Geschichten.

Zorten ist ein kleines Bündner Dorf am Ende der Welt, also genau hinter Lenzerheide. Wie versprochen erwartet mich Mariann vom ‚Hotel‘ an der Bushaltestelle. Sie zeigt mir das Zimmer draussen im Gärtchen - das kleine Häuschen: kaum Platz zum Drehen, die  Matratze ist im oberen Stock mit steiler Leiter erreichbar. Wird ja lustig, wenn man da nachts auf die Toilette muss…

Zuerst ein Rundgang durchs Haus, dann ein Bierchen trinken am Tisch vor dem Haus, dabei die ersten Nachbarn vom Alters- und Pflegeheim Casa St. Duno kennengelernt: lustige Truppe, vor allem Oskar…

Später erkunde ich die allernächste Umgebung, schaue kurz in die Kirche und begutachte die touristischen Möglichkeiten am Anschlagbrett bei der Gemeinde. Das Dorfmuseum (!) ist leider geschlossen, vielleicht reicht es am Donnerstag vor der Abreise für einen schnellen Blick.
Habe heute wichtige Gespräche über die Zukunft Zortens verpasst, will aber sowieso zuerst ankommen, ehe ich mich in die Fragerei stürze: beobachte kurz die Arbeiten im Atelier, werde mal den Abend geniessen und dann morgen weiterschauen.

Als ich dann den Stick will, um mir eine Internetverbindung zu ergattern, beginnt es zu regnen… so ist das in der Wildnis draussen!
Jetzt endlich hat es aufgehört zu regnen und ich sitze draussen vor der Leichenhalle unterhalb des Friedhofs mit Empfang...

 

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Zorten

Zorten war früher wichtiger als Arosa, da hat man die Toten hierher gebracht zum Begraben (oder sie durch den Winter halt mal tiefgefroren, weil der Weg ungangbar war) –>  Info bei Wikipedia 

Anna-Lina Balke
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Montag, 23. August 2010

Schlatter unterwegs L: Fauler Tag

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Glückliches Göttikind

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Archivbild: Beitrag von Fabian Suter zu 'Autonome Systeme'

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Archiv: nach der Kartoffelernte
(man beachte den Zustand des Gartens nach wenigen Wochen Abwesenheit links und rechts: fruchtbare Erde!)


Ein fauler Tag. Vom Morgen gibt’s schlicht gar nichts zu berichten: Verschlafen! Das ist mir schon lange nicht mehr passiert. Richtig schön ausgedöst!

Nach der Zeitungslektüre weiss ich, dass Chris von Rohr definitiv auf der ‚Meh Dräck‘-Welle reitet, falls er sich wirklich zu Herrn Blocher hinziehen lässt und bin traurig darüber, dass der FCA nur ein mageres 1:1 gegen Schafhausen zustande gebracht hat.

Am Nachmittag eine minimale Velotour nach Erlinsbach, wo ich mein Göttikind Emilie besuche und einmal mehr darüber staune, welche Entwicklungsschritte ein kleines Menschenwesen in kurzer Zeit macht. Sie schafft es schon selbständig auf die neue Rutsche.

Zum Abendessen gibt’s eine Art Kartoffelstock mit frischem Salbei und Schnittlauch auf dem ich Fisch pochiere, anschliessend 2 Blöcke One-Minute-Filmfestival (so eine DVD wäre vielleicht nicht schlecht als Schlafmittel, nicke ebenso wie Vortags mehrmals ein während den Filmen:  gemein!!! Liegt natürlich an mir und nicht an der Qualität der Filme!).
An der Preisverleihung bin ich einverstanden mit den Nominierungen, aber nicht immer mit dem 1. Preis… naja, bin halt nicht in der Jury.

Zum Abschluss gibt’s den Sonntagsstammtisch im Liz & Chrege, nochmals gemütlich draussen sitzen und ein Köhler trinken.

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Meh Dräck
Erlinsbach
Köhler-Bier
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Sonntag, 22. August 2010

Schlatter unterwegs XLIX: Der grosse KulTOURer

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The Aggrolites mit wenig light live im Garten des Wenk

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Witzige Videoinstallation im Kunstraum Aarau

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Alex Meszmer im Gespräch mit dem Bierminister Noselands

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Immerhin die Installation von Sabina Speich war noch da (und ganz interessant: rechts davon sieht man einen Computer mit dem -tatsächlich- aktuellen Blog von mir: DER Fotobeweis!)

 

Finissage Ausstellung "Autonome Systeme" und damit Beendigung des Blogs auf Posterous:
Es ist schade, wenn ein Kunstwerk an der Vernissage nicht "funktioniert", weil bekanntlich dann die meisten Leute kommen, es ist noch schlimmer, wenn ein Kunstwerk die erste Hälfte der gesamten Ausstellungszeit nicht "funktioniert" und am peinlichsten ist es, wenn das Kunstwerk nicht funktioniert wegen mangelnder Aufmerksamkeit der Ausstellungsmacher, welche das Internet sehr kurzfristig einrichten wollten und dann an den Tücken der modernen Technik scheiterten (immerhin hätte man dann mit entsprechendem Aufwand eine Lösung finden können, aber ich war leider in Berlin und konnte nicht eingreifen…).

So kam es, dass über eine Woche statt meinem Blog, der auf KulturTV immerhin sehr erfolgreich ist, alle Leute nur einen Computer bestaunen konnten… vielleicht werde ich ja bekannt, als derjenige, der einen Computer zu Kunst erklärte.
Ich tröste mich damit, dass der Blog unterdessen läuft (leider klappte es erst an genau dem Tag, an dem ich in die Schweiz zurück kehrte und der Blog somit an der Dynamik betreffs Mikronationen und autonomen Utopien verlor, auch wäre es vielleicht nicht schlecht die Zeit am Computer zu verlängern, bis er auf Standby schaltet und somit zur schwarzen nichtssagenden Fläche verkommt... aber was solls heute noch!).
Ich hoffe nun, dass ihn wenigstens an der heutigen Finissage einige Leute zur Kenntnis nehmen, ehe der Teil, der auf Posterous läuft, beendet wird.
Ich freue mich darüber, dass der Blog wenigstens weltweit zu sehen war und ist, auf KulturTV und werde ihn in Zusammenarbeit mit Roger Levy (die Redaktion!) sicher bis am 10. Oktober weiterführen.

Nächste Woche werde ich Zorten in Graubünden besuchen und ab Sonntag 29. August aus Wien berichten, wo ich zwei weitere Mikronationen recherchieren will und mich vor allem daran setze, das gesammelte Material zu ordnen und auszuwerten: Radiosendungen, Film und Buch.

Heute spät aufgestanden, die Aggrolites gestern dauerten bis tief in die Nacht, waren recht toll, einzig den Dirty-Reggae-Sound, der mich so an die alten jamaikanischen Stars erinnert, brachten sie live nicht rüber, insbesondere die Stimmen waren mir zu clean. Schade, aber sonst wirklich ein Fest wert (ausser dass es schlussendlich nicht gratis war, wie fälschlicherweise im Internet verkündet).

Zuerst Kanal K um die Sendung für Oktober aufzunehmen, über Hüttenkunst und Klaus Büsen. Nebenbei die Ausschreibung für die Septembersendung (Grappa & Os) auf Facebook entworfen.

Anschliessend Mittagessen und Computerarbeit. Danach kurz ins Kunsthaus, die feiern Jubiläum und haben einen Beitrag zum One-Minute-Filmfestival, den ich sehen will: eine tolle Auswahl an Filmen aus den letzten Jahren, unter anderem erkenne ich ein Marsmännchenfilmchen von den Ericson-Brothers aus Norwegen wieder, die ich gestern anlässlich ihrer Präsentation der Siegerrolle im Freien Film fragen musste, warum sie zwar so viele lustige Ideen hätten, die meisten aber mit Gewalt verbänden, worauf sie antworteten, dass ja bis auf eine Ausnahme die Leute nicht stürben….

Anschliessend Kunstraum, ebenfalls zum One-Minute: Videoarbeiten von Annamarie Kellenberger (spannend die Dokumentation vom Bagger, der Häuser abreisst) und Marius Brühlmeier, der mit grafischen Animationen arbeitet.

Nach dem Nachtessen  reales One-Minute, will ja meinen Film auch mal auf Grossleinwand sehen; Das Walballet, eine Dokumentation um den im letzten Winter auf Noseland gestrandeten Wal. So 40 einminütige Kunst- und Experimentalfilme am Stück sind eher hartes Brot!

Und schliesslich an die Finissage im Bleifrei. Dort endlich die Sabina Speich getroffen, die dann aber verschwunden ist, als ich wissen will, warum sie mich vor 2 Wochen verzweifelt gesucht hat...
Spreche dafür länger mit Alex Meszmer von 'Ich bin ein Museum', den ich bisher erst virtuell kannte.

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Kunsthaus Aarau
Kunstraum Aarau
Einladung zur Radiosendung: Nosenoise-Guest: Grappa & OS
Hier kommt der Wal auch vor
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Samstag, 21. August 2010

Schlatter unterwegs XXXXVIII: Redaktion zu Besuch

Bruno Schlatter teilt mit (Freitag, 20.8.2010):

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Die Redaktion in meiner Küche

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Mangels neuer Bilder was aus dem Archiv: Das Buch zum Ersten Mal...

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Archiv: Kartoffelernte am Brunnen

Altglas entsorgen, Wohnung für Besuch vorbereiten: Die Redaktion kommt!

Nach ein bisschen Tratsch -begleitet von Kaffee und Klatsch- über dies und das! Nachher eine kurze, ergiebige Sitzung: in den meisten Punkten sind wir uns einig: das ist das Schöne daran, mit Roger zusammenzuarbeiten: in vielen Bereichen denken und handeln wir ähnlich, zielgerichtet, pragmatisch und wo wir ganz anderer Meinung sind, akzeptieren wir uns letztlich!
Ich bringe Roger sogar so weit, von meinen selber gezogenen Kartoffeln zu probieren! Gebraten an Tomatensauce… also ich fand sie lecker (und Salzkartoffeln finde ich selber meist auch eher zu trocken!)

Am Nachmittag wieder einmal Zeitung lesen in meinem Lieblingscafé zu einer Tasse Milchschaum (seit meiner Schlaftherapie vor eineinhalb Jahren, als ich eine Zeit lang gar keinen Kaffee mehr getrunken habe, nehme ich dort nur noch den Schaum vom Cappuccino, den beherrschen sie meistens perfekt, der Kaffee selber war oft bitter…).

Später bereite ich das Interview für Kanal K mit Klaus Büsen von Hüttenkunst vor. Dann nochmals an die Schule, wo ich DVD’s und CD’s brenne sowie den Drucker benutze.

Am Abend geht’s an den Apéro des One-Minute-Film-Festivals in Aarau, dort wird auch ein Beitrag von mir zu sehen sein, erhalte also einen Gratis-Festivalpass. Anschliessend werde ich mir die Aggrolites reinziehen, die im Wenk (dem Jugendhaus in Aarau für die ganz jungen Jungs, da trau ich alter Sack mich normalerweise nicht mehr hin) am Open-Air spielen: schöne Wiese im Hinterhof… das wird abgehen!

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Klatsch kontra Tratsch
Hmmm! Kartoffeln (Kochen mit Bruno)
One-Minute-Filmfestival in Aarau
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Freitag, 20. August 2010

Ein König kochte für mich (Video)


Auch Sitzungen mit einem König, in diesem Fall König Bruno der erste und letzte von Noseland, müssen manchmal unterbrochen werden, weil ein Dritter mitknurrt. Sie verstehen mich schon!
Es gab Bratkartoffeln, fein gewürfelt mit Kräutern, an einer TomatenSauce und Salat, gemixt.


Alles zu Bruno Schlatter und seiner Suche nach Mikro/Makro-Nationen im kulturtv.ch –> hier
Alles zu Noseland im kulturtv.ch –> hier


Schlatter unterwegs XXXXVII: Zweimal das erste Mal

Bruno Schlatter teilt mit (Donnerstag, 19.8.2010):

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Noseland in voller Pracht

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Das erste selbstgebraute Bier!

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Gleiche Bedingungen - ungleiche Entwicklung!

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Der Nasenständer für Brillen: das Geschenk für Eva...

Zuerst mal das Billet für Wien regeln und Euros kaufen. Interessant ist, dass ich dann für die Reise von Wien nach Innsbruck mehr bezahle, als von Aarau nach Wien….

Am Bahnhof treffe ich Tiz, der wieder mal rumschielt, wo etwas abgerissen ist und auf Gratis-Baumaterialien aus ist; offensichtlich erfolgreich, er wird diverse Spanplatten abholen dürfen, ich verbiete ihm allerdings, dieses Jahr alle auf Noseland zu verbauen! Wir trinken noch einen Kaffee und ich höre die neuesten Geschichten ums Atelier Bleifrei: von Neidern, Missgeschicken und ungeschickter Pressearbeit.

Während dem Mittagessen (Curryreis mit Seelachsfilet) plane ich die Sendung über Grappa und OS fertig, bin ein bisschen enttäuscht über die Tonqualität: die alte Kamera rauscht massiv: eigentlich gut, ist sie auf der Reise ihrem Alter erlegen.
Dann ins Studio und die Sendung auf Minidisc einspielen, die wenigen Fehler schneiden und kurze, informative Gespräche mit der Redaktion.

Anschliessend das Velo ins Tram verladen und nach Schöftland gefahren, unterwegs im Buch ‚Das erste Mal‘ weiter gelesen, das sich mit Ereignissen in der Kunstgeschichte beschäftigt: zum Beispiel dem ersten Bild, das Nacht darstellt oder das Winter zeigt usw.
In Schöftland dann festgestellt, dass mein geliebtes Noseland blüht und in voller Pracht friedlich blieb, obwohl ich es wochenlang unregiert liess: Bravo! Das nenne ich eine vorbildliche Nation: ohne Bürgerkrieg, Finanzskandal noch Regierungsproblemen!
Des weiteren stelle ich fest, dass ich den besten kleinen Bruder habe, den es geben kann: er hat wie versprochen einen Kühlschrank organisiert und das Selbstgebraute vorbildlich für die Flaschengärung eingestellt. Endlich ist es soweit und ich öffne, was am 26. Juni gebraut wurde: das erste Mal, die erste Flasche, selbstgebrautes Bier: sie schmeckt wundervoll, gut in der Kohlensäure, feiner Geschmack mit schönem Hopfenabgang! Klar und abgerundet: erfrischt perfekt!
Enttäuscht bin ich dafür von der Gärtnerin, obwohl sie so begeistert getönt hatte, war sie nie da, das Gras wuchert meterhoch, alles vollkommen überwachsen! In einer schweisstreibenden Aktion gelingt es mir wenigsten die erste Kartoffelernte meines Lebens auszugraben und wieder einmal festzustellen, dass das Leben nicht auf Gleichheit ausgerichtet ist (siehe Bild). Hoffe die Redaktion mag Kartoffeln, schliesslich kommt sie mich morgen besuchen. (Anmerk. der Redaktion: Bitte k e i n e oder nur w e n i g e Kartoffeln – die würgen immer so – ohne Sauce oder der Tomate aus der Flasche – und das muss ja nicht sein - wurgggg)

Auf dem Heimweg noch bei Sime vorbei auf einen Kaffee, ehe ich nach Aarau radle. Am Abend ist Geburtstagsfete von Eva, habe ihr am Morgen ein tolles Geschenk gefunden!

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Wien
Kanal K, die Podcasts mit vielen meiner Sendungen, einfach nach Nosenoise suchen
Schöftland, hier bin ich aufgewachsen, hier habe ich Noseland abgespalten
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Donnerstag, 19. August 2010

Schlatter unterwegs XXXXVI: Riesencrevetten an Ingwer Kurkuma und Spät-Pizza

Bruno Schlatter teilt mit (Mittwoch, 18.8.2010):

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Chivas

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Das schale Weizen...

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Pizzaiolo Michi

Am Morgen viel zu erledigen: Einkäufe, neue Harddisk kaufen, diverse Telefonate, unter anderem warten wir immer noch auf die Steuerabrechnung 2008…nochmals Filme überspielen, dann der Versuch die HD zu kopieren… das klemmt irgendwo: der eine Computer kann nicht beide Harddisks erkennen, der andere produziert Fehler und der dritte kann zu wenig Datenmenge auf einmal kopieren, und letztlich sind dann die Filmdateien auf dem Mac nicht mit meinen dortigen Filmschnittprogrammen kompatibel: ich liebe es! Die heutige Technik…

Zwischendurch noch gesehen, dass die Aggrolites am Freitag in Aarau ein Konzert geben: Ska vom Feinsten! Kontakt mit FCA-Präsi Schmid und Kurt Aeschbacher wegen Talks im Kiff… sollte klappen, wenn die kompatiblen Daten gefunden werden!

Zum Mittagessen kommt Luca zu Besuch, es geht ihm gesundheitlich endlich wieder eine Spur besser, sein Bandscheibenvorfall quält ihn jetzt schon seit anfangs Mai: hoffen wir, dass es jetzt endlich vorwärts geht.

Blattsalat mit Riesencrevetten an Ingwer Kurkuma, dann Thai Royal Suppe mit Nudeln….hmm LECKER, auch der Chivas Regal 12 Years Old, den er mir mitbringt!

Am späteren Nachmittag Radiosendung vorbereiten für das KanalK über OS… und ausdrucken von ganz viel Material aus Rüterberg und Dresden sowie Filme auf DVD brennen etc.

Am Abend Fussball spielen zum 2ten mit den Rovern in Aarau… obwohl diese Halle den deutlich härteren Boden hat immer noch keine Gelenkschmerzen!!!

Anschliessend ein Bierchen mit Michi dem Obbarn (= für die Redaktion: der Nachbar der oben wohnt! = für den Autor – schon klar), es werden dann zwei, gar drei Bierchen und schlussendlich gibt’s noch Pizza (der Margherita-Boden aus dem Denner als ideale, preisgünstige Basis, die wir durch diverse Zutaten aus unseren Haushalten aufstocken!).

Gastrotip: NICHT konsumieren: Coop Naturaplan Bio Weizen-Bier: eher fade und schal…

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The Aggrolites
FCA
Natura-Plan
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Mittwoch, 18. August 2010

Schlatter unterwegs XXXXV: Wenig Schmerzen

Bruno Schlatter teilt mit (Dienstag, 17.8.2010):

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Zofingen (am andern Ende ist der ‚Goldenen Ochsen‘)

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Vordemwald (halt eben wies der Name sagt…)

Einkaufen, waschen, verdammt viel Post erledigen, und das alles mit wenig bis keinen Schmerzen in den Gelenken! Danke Grünlippmuschel!
Dann Filme von One-Minute-Filmfestival zu Poffa-Optik bringen, wo sie dann noch kurz im Schaufenster gezeigt werden: Gage ist immerhin ein neues Schräubchen für meine Lesebrille!

Am Nachmittag Filme einlesen, geht zuerst schief, dann klappt's… zwischendurch immer wieder mit Hüttenkunst chatten, wie wir die Hütte retten: obwohl Klaus Büsen gerade an die Siegessäule gehängt wurde für seine Verdienste in und an Berlin, muss seine Hüttenkunst geräumt werden. Noseland wird den Fall übernehmen. Jetzt geht es darum, den Transport zu regeln. Ist nicht so einfach, auch der Grenzübertritt ist noch ein Problem: aber wir schinden Zeit, bis ich nach Wien muss: wir werden es SCHAFFEN!

Am Abend geht es nach Zofingen (in Zofingen habe ich lange gewohnt und selbstverwaltet im Restaurant zum Goldenen Ochsen gekocht, gewirtet und kulturt): wieder mal Dienstagsznacht mit Balke, diesmal bei Grappa in Vordemwald (dort habe ich in einem einsamen Stöckli mit 5 Zimmern für 100 Franken monatlich gewohnt während meiner Lehrerausbildung, im Winter reduzierte sich die Wohnung auf 1 beheizbares Zimmer, es waren die 2 kältesten Winter der letzten 40 Jahre -zwischendurch gefror sogar das Speiseöl im beheizbaren Raum!!!, öfters bettelte ich in der Stadt in Studentenwg’s um eine Matratze!). Bin gespannt: bringe selber wie gewohnt den Wein. Lange Diskussion um das ‚reload‘ eines Konzertes, das 1977 im Stadtsaal Zofingen stattgefunden hat: das wird ein langwieriger Prozess!

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Zofingen
Stöckli
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Dienstag, 17. August 2010

Schlatter unterwegs XXXXIV: Home Sweet Home

Bruno Schlatter teilt mit (Montag, 16.8.2010):

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Ade Kiez, ade Reeperbahn

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Welcome to Switzerland

Am Morgen zuerst Fahrrad nach Altona zurückbringen, dann Marsch zum Bahnhof und Rückfahrt.
Bemerkung zur deutschen Bahn: am achten Tag, an dem ich mit ihr das Vergnügen habe, ist ca. 1 Zug pünktlich gefahren, sonst immer einige Minuten bis grössere Verspätungen. Heute wechseln sie einfach das Geleise ohne Ankündigung (respektive fragt man sich einmal mehr, was Lautsprecherdurchsagen auf Bahnhöfen eigentlich sollen, kommen sie doch meist, wenn ein Zug durchfährt und alles überdröhnt oder dann aus Lautsprechern, die den letzten Krächz üben und nicht zuletzt mit einer Stimme die im letzten Krächz liegt!). Mehrstündige Fahrt durch Deutschland – flach, flach und wieder flach.
In Freiburg erreicht mich die Nachricht, dass das Internet im Atelier Bleifrei in Aarau jetzt endlich funktioniert und man meinen Beitrag zur Ausstellung Autonome System endlich anschauen kann: Bravo...Bravissimo!!!

Das Willkommen in der Schweiz besteht aus einer Busse: als ich ausreiste, habe ich vergessen mein neues Dreijahres-Halbtax-Abonnement mitzunehmen, mein altes Dreijahres-Halbtaxabonnement ist aber am 31. Juli abgelaufen… der Kontrolleur kann zwar heutzutage mit seinem Kästchen herausfinden, dass ich mein Abo ordnungsgemäss verlängert habe, verlangt aber dafür 5 Franken, trotz meiner Erklärungsversuche. Reime mir dann schon zusammen, wie ich den Typen im Blog auseinandernehme, als er plötzlich nach 5 Minuten zurück kommt und mich fragt, ob ich ein Interrail-Billet habe, weil dann sei ja alles in Ordnung und mir einen Gutschein über 5 Franken ausstellt: nun loben wir den Herrn Kondukteur mal für seine Grösse, zurückzukommen, einen Fehler einzugestehen und wieder gut zu machen: VORBILDLICH!!!!

Es reicht um abends endlich wieder mal Fussball zu spielen mit dem SC Damm in der Schachenhalle in Aarau! Schön: alle drängen mich, meine Position des Mannschaftseinteilers sofort wieder zu übernehmen, das nenne ich Vertrauen, obwohl ich nicht über die Form der einzelnen Spieler orientiert bin… selber gerät mir kein schlechter Einstand, merke natürlich den Trainingsrückstand und dass ich 7 Wochen nie mehr gerannt bin, baue dementsprechend konditionell ab… meine Mannschaften sind einigermassen ausgeglichen, bis ein Spieler frühzeitig aufgibt… dann geht meine Mannschaft doch noch unter…
Wichtig wird für mich sein, was meine Gelenke mir morgen früh sagen: liegt's an der Grünlippmuschel oder am Nicht-Fussball-Spielen, dass ich einige Wochen schmerzfrei gelebt habe?

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http://www.hamburg-web.de/guide/rubrik/altona.htm
http://www.aarau.ch/xml_1/internet/de/intro.cfm
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Montag, 16. August 2010

Schlatter unterwegs XXXXIII: Von 'schilliger' Musik und wegweisenden Projekten für die Besetzerszene Hamburgs

Bruno Schlatter teilt mit (Sonntag, 15.8.2010):

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Postintellektuelle dänische Seeleute Skvulp

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Christine, die Öffentlichkeitsarbeiterin des Gängeviertels

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Einsamer Deich am anderen Ende Hamburgs

Am Abend vom Hotel aus noch mal an den Bullerdeich, habe meine Jacke zum zweiten Mal liegen lassen, ist noch dort! Yeah, treffe nochmals Christine von der Öffentlichkeitsarbeit, endlich mal entspanntes Gespräch, ehe sie wieder arbeiten geht, schauen wir morgen…

Auf dem Weg ins Gängeviertel ein Sandwich gegessen, dort ist aber noch Soundcheck, auch hier wie gestern: man zahlt den Preis, den man will: dafür gibt’s wieder Störtebeker Bier und feine Süssigkeiten…
Zimtschnecken und Rumkugeln! Und obendrauf die geile dänische Band Skvulp, nicht Waits, nicht die Russen, die vor 20 Jahren im Ochsen waren (thanks Aufdi), nicht alles andere… sondern eben diese dänische Seemannscombo, die durchaus auch mal ins Metallige abglitt! Hat echt
Spass gemacht!

Sonntag ausgeschlafen.

Ausgehtip: NICHT in den Quatsch-Comedy-Club an der Reeperbahn zum Morgenessen: statt der angepriesenen ‚schilligen‘ Musik gar keine, der Pot Kaffee besteht aus einer Tasse vom braunen Gebräu (manchmal staune ich, was der Mensch alles Kaffee schimpft), Käse exakt 1 Scheibe, das "frischgekochte" Ei ist schon stundenlang warm gehalten, die ‚knack’en Brötchen sind wie Schaumgummi und die ‚nettesten Kellnerinnen‘ in Hamburg eher träg und lasch…
Im übrigen ist wieder Radrennen, diesmal aber eher behäbiges Amateurrennen inklusive Grosi und Opa.

Ins Hotel zum Arbeiten: Grappa schneiden für Kanal K, das muss nächste Woche auf MD. Zwischendurch immer wieder Kontakt mit Hüttenkunst: sie braucht einen neuen Standort, weil sie in Berlin weg muss! Den gewähren wir gerne! Sofort schreiben wir ein paar Transportunternehmen an, die uns eventuell sponsern könnten, beim Transport der Hütte von Berlin nach Noseland (vielleicht hat ein Leser eine Idee, sie ist ca 230 mal 180 mal 120 cm und gegen 100 kg schwer).

Die Kontakte mit Gängeviertel-Gängern sind sehr beschwerlich… die pennen jetzt alle mit schwerem Kopf. Immerhin ruft Christine an, um zu melden, dass sie wegen der Radrennen nicht in die Stadt fahren kann und sich der Termin verschieben wird. Mal was essen: Spinatbörek und Vanillesüssspeise… dazu leckerer Kaffee vom Hotel: die machen das ganz gut, ausser dass sie mich heute rauswerfen wollten, weil meine Verlängerung nicht richtig gebucht worden war, hat sich aber alles sehr schnell geklärt und bei einem entschuldigenden, spendierten Bier erledigt.

Endlich ruft Christine an und wir können das Interview im Büro über der Puppenstube (wo ich am ersten Tag das Mittelraumbüro beobachtet habe) machen. Sie ist schon um die 20 Jahre in der Besetzerszene als Künstlerin aktiv und ist froh, dass mit dem Gängeviertel ein neuer Prozess gestartet werden konnte, den man jetzt allerdings nicht wegen interner Querelen gefährden sollte, sondern jetzt gilt es, der Öffentlichkeit zu beweisen, dass das in das Gängeviertel gesetzte Vertrauen gerechtfertigt ist, und somit ein wegweisendes Beispiel für andere, ähnliche Projekte zu geben.
Anschliessend kleine Rundfahrt durch Teile Hamburgs, in denen ich noch
nicht war. Von den 2 anderen Kontakten habe ich nichts mehr gehört, lassen wir's bleiben, sollen sie ihren Rausch ausschlafen…

Den Abend verbringen wir dann nochmals im Café mit dem Liedermacher
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Skvulp
Börek-Rezept
Mein Hotel an der Reeperbahn, einfach, billig, nett und schlafe hinten
waywardbreed