Freitag, 15. Mai 2009

Historischer Autofriedhof – Hilferuf eines engagierten Arbeiters – Bitte weiterleiten! Danke

Gestern Abend erreichte mich ein Hilferuf in schriftlicher Form. Roger Linder, arbeitet seit 29 Jahren auf dem Autofriedhof Gürbetal in Kaufdorf, macht sich Gedanken zum Geschehen um seine “Heimat”. Dabei zeigt er emotional, aber klar, Fakten auf. Diese sollten von uns allen wahr genommen werden und fordern unser aller Einsatz für ein einmaliges Industriekulturdenkmal.
Wie Linder schreibt, geht es nicht mehr um den Kleinkrieg zwischen Franz Messerli und der Gemeinde, sondern “nur” noch um den Erhalt eines organisch entstandenen Anschauungsobjekt. Und das ist der wichtigste Punkt.

Zugegeben, ich bin etwas ratlos, was die Möglichkeiten anbelangt. Aber ich meine, wir haben alle eine Stimme und diese müssen wir jetzt dringendst erheben. Die Verantwortlichen für den Zerstörungsakt müssen zur Kenntnis nehmen, dass sie den Platz von nationaler Bedeutung nicht einfach beseitigen dürfen. Dabei muss aber Anstand und Sachlichkeit gewahrt bleiben. Wir lassen uns nicht auf ein “frustriertes” Niveau drücken, sondern sagen mit erhobenem Haupt: “So nicht!”

Ich wurde von einem Freund angefragt, ob ich nicht eine FaceBook-Gruppe gründen könne. Sicher besteht die Möglichkeit. Doch ist FaceBook nicht eine in sich geschlossene Gruppe? Ein Versuch wäre es wohl wert, reicht aber nicht.

Noch besser finde ich, wenn jeder aus der Menge tritt und klar Stellung bezieht. Und wie? Schreibt bitte direkt an die Gemeindeverwaltung (alle Adressen befinden sich hier). Verzettelt euch nicht. Schreibt kurz und klar, was euer Anliegen ist, ohne Drohungen und Bösartigkeiten! So können wir wenigstens Erreichen, dass die Gemeinde erkennt, dass sie nicht unbeobachtet handelt.

Bitte helft mit, dass dieser Aufruf eine grosse Verbreitung findet. Was in anderen Ländern möglich ist, sollten wir doch auch hinbekommen, oder so …


Roger Linder, Moosstrasse 41, 3126 Kaufdorf - 079 / 307 42 46
Kaufdorf, 15 Mai, 2009

Sehr geehrte Damen und Herren,

Hilferuf an alle Naturfreunde!
Diesen Brief, sende ich an alle, von denen ich denke, dass sie Mann/Frau genug sind, etwas gegen dieses bevorstehende Verbrechen zu tun!
Kopien gehen an den Bundesrat, Bundesgericht, WWF, Greenpeace, Naturschutz, Vogelwarte, Tele Bärn, SF, ARD, ZDF, ORF, RTL, Bund, BZ, Blick, 20 Min., News, BE1, Kapitol FM und DRS….

Warum stoppt niemand diesen (Grössen) Wahnsinn, gibt es nur noch Weicheier in unserer Politik, merkt denn keiner, was hier abgeht?
Wacht auf, hier geht es nicht mehr um den langjährigen Sandkastenstreit Messerli vs. Gemeinde, hier soll am 2. Juni eine Parzelle Natur pur „legal“ vernichtet werden, darum appelliere ich an alle Organisationen, Medien und Regierungen!
Stoppt diesen Schwachsinn!
Alle schreien nach Natur und Umweltschutz, aber hier in Kaufdorf wird  demnächst wegen ein paar unfähigen, selbstgerechten und befangenen Gemeindefritzen das wohl weltweit einzigartigste Biotop vernichtet, nur um sich zu profilieren, endlich Messerli bezwungen zu haben!
Im Zeitalter wo Regierungsstatthalter und Gemeindepräsidenten gewählt werden, die den Unterschied zwischen Autoabbruch und Autofriedhof, zwischen Natur/Kultur und Schrott nicht kennen, kann ich, Roger Linder (Jg.60) seit 29 Jahren auf dem Friedhof angestellt, nicht nachvollziehen, dass eine hysterische Minderheit damit durchkommt, ein kleines Stück intaktes und renaturiertes Land hirnlos zu zerstören!
Ein Paradies für Fauna und Flora, da leben Füchse, Dachse, Marder, Katzen, Fische, Igel, Maulwürfe, Ratten, Mäuse, Fledermäuse, Eidechsen, Blindschleichen, Molche, Kröten, Frösche, Ringelnattern, Bienen, Wespen, kiloweise Weinbergschnecken, zig Spinnen, Raupen, Schmetterlinge, Falter, Libellen, Käfer, Ameisen in allen Farben, zig Insekten, nicht vergessen die Vogelwelt, da leben Milane, Bussarde, Habichte, Falken, Sperber, Reiher, Enten, Krähen, Elstern, Eichelhäher, Tauben, Amseln, Widehopf, Spechte, Kleiber, Bachstelzen, Finken, Meisen, Spatzen und Zaunkönige friedlich und sorglos beieinander und nisten vielfach in Auspufftöpfen und Batteriekästen!
Dass Messerli den Autoabbruch nach Vorschriften sanieren muss , ist in Ordnung, da sollen alle gleich behandelt werden, aber ein Wald samt Flora und Fauna zu zerstören um einem riesigen Betondeckel Platz zu machen, da begreife ich unsere Gesetze nicht!
Architekten haben ein super Konzept ausgearbeitet, einen  Wassergraben um das lehmbodenhaltige Areal zu ziehen um in einem Biotop zu fassen, sollte (wenn überhaupt, nach 50 Jahren eher unwahrscheinlich) irgend etwas auslaufen, würde ein Melder im Biotop Alarm auslösen (das ist eine Kurzversion, das ganze Konzept kann bei Marc Renaud 079 / 277 55 94 eingesehen werden) zusätzlich hätten wir noch von oben Löcher in Getriebe und Hinterachsen gebohrt um noch vorhandene Flüssigkeiten abzusaugen!
Das narrensichere Konzept wurde von der Gemeinde praktisch unbeachtet verworfen, mit der Begründung, wie es sei mit dem Radlagerfett? Kein Kommentar!
Apropos, allein die Jungfraubahnen brauchen jährlich 2500 Liter Oel um die Zahnstangen zu schmieren, jedes Tram und jede Bahn (SBB, BLS etc.)  brauchen jährlich zig-tausende Liter Oel für die Kranzschmierung, das alles in den Boden geht nur um ein paar Beispiele zu nennen, hier auf dem Autofriedhof ruhen ca. 700 Autowracks und wenn jedes angenommen 5 Liter Oel verloren hätte, wären das lediglich 3500 Liter auf 50 Jahre verteilt!
Zum Thema Gewässerschutz, in der ca. 40 jährigen Lagerhalle (zu  ¾ Naturboden) lagerten seit 40 Jahren Autoersatzteile (wurde damals so, wie auch der ganze Schrottplatz, in der Art und Form, bewilligt!) und jetzt darf ich keine Teile mehr lagern, die einmal Flüssigkeiten enthalten haben, d.h. alle Kühler (8 Tonnen), Benzintanks, Bremszylinder, Federbeine, Stossdämpfer etc. mussten wegen Platzmangel weggeworfen werden, sogar die Scheibenwischwasserbehälter mussten entsorgt werden! Auf die Frage, wohin bei den Autos das Wischwasser hin geht, wenn es auf die Scheibe gespritzt wird, gab es, seitens Gewässerschutz, keine Antwort!?!
Ziegelschrott auf dem Gelände, laut Gewässerschutz, Sondermüll! Meiner Meinung nach nur gebrannte Erde, falsch, da sei saurer Regen, Ablagerungen von Flugzeugen und Abgasemissionen auf den Dächern! Auf die Frage hin, dass der gleiche Regen auch den Boden, Strasse etc. erreiche und deshalb doch auch als Sondermüll entsorgt werden müsste? Auch keine Antwort!?!
Dieser idyllische Ort wurde von über 30'000 Besuchern (nur Ausstellung) bewundert und 95% fanden es fantastisch, sogar „Grüne“ die mit Autos nichts am Hut  haben, fanden die Symbiose Natur/Technik sensationell (man beachte die Einträge im Gästebuch)!
Seit dem kommen immer noch täglich Fotografen und Interessenten aus der ganzen Schweiz und ganz Europa um diesen einmaligen Ort des Friedens und der Ruhe zu besuchen!
Also, Männer an der Macht, hier verliert keiner das Gesicht, wenn der Bundesgerichts(fehl)entscheid rückgängig gemacht würde, um eine Sonderbewilligung zu erstellen!!! Paradox, finde ich, ist ja, dass während der Ausstellung 30 Bundesrichter zu Besuch waren, die mehrheitlich zur Erhaltung des Friedhofes unterschrieben haben??? Für mich glasklar, dass das Urteil für den Abbruch und NICHT für den Friedhof ausgesprochen wurde!
Auch wenn diverse Autoverwertungen dagegen sind (Neid), so etwas wie hier, hat KEINER auf der ganzen Welt und wird auch NIE einer haben und ausgerechnet dieses Unikat soll vernichtet werden???
Alle trampeln auf Messerli herum, die Autoverwertung existiert seit 1933, seit 1980 habe ich im Durchschnitt jährlich ca. 1000 Autos verwertet und gepresst, also ungefähr 29'000 Fahrzeuge, wo stünden die wohl heute? Autos lösen sich nicht in Luft auf! Steuern hat er ja auch bezahlt (und wahrscheinlich nicht zu knapp), aber die Gemeinde will Ihn wegen alten Geschichten vernichten, der einzige Schandfleck in Kaufdorf ist NICHT der Autofriedhof, sondern die zwei drei verbohrten, eigennützigen „Möchtegern-Politiker“ auf der Gemeinde, denen das Image wichtiger ist als der Mensch und die Natur!
Sollte dieses Naturkunstwerk wirklich zerstört werden, werde ich meine Meinung über Recht, Ordnung und Gerechtigkeit grundlegend ändern!
Wird gerodet, verliere ich dadurch nicht nur meinen Job, sondern auch ein grosses Stück Lebensqualität, weil ich lebe seit Jahren mit all diesen Tieren zusammen und sie akzeptieren mich, weil sie spüren, dass ich Freund, nicht Feind bin!
Manche Stunden habe ich in diesem magischen Park verbracht zum entspannen, meditieren und forschen, wer mir nicht glaubt, kennt mich nicht, aber ich kann alles beweisen!
Nun BITTE ich Sie ALLE die Macht oder Einfluss haben, etwas positives zu erreichen, macht keinen Fehler, den man NIE wieder gut machen kann! Lasst die Natur Natur sein, so, wie sie im Moment ist, ist sie völlig in Ordnung!
Wegen 2 sturen Bauern, musste schon ein Wald mit gut 500 kerngesunden Tannen und Pappeln sterben, was hat dies mit Naturschutz zu tun?
Nur der Mensch besitzt den Grössenwahn zu glauben, er könne die Natur kaputt machen, Irrtum, wir müssen uns vor der Natur schützen, denn sie wird uns alle überleben!
Das ist meine persönliche Meinung, habe aber bemerkt, dass viele Leute gleicher Meinung sind!
Die Zeit drängt, also bitte, macht etwas, ich bin leider machtlos, da das Faustrecht abgeschafft wurde!
Für Infos stehe ich gerne zur Verfügung oder kommen Sie persönlich vorbei und überzeugen Sie Sich selbst, dass es sich, meiner Erachtens, nur um haltlose Behauptungen eines unfähigen Regierungsstatthalters handelt, der sich für seine grosskotzige Wahlkampagne profilieren will!
Besten Dank im voraus von einem Naturburschen, der die Hoffnung „noch“ nicht verloren hat und an das Gute im Menschen glaubt…
Sollte jemand eine Idee oder Kenntnis haben, wie man via Internet legal möglichst schnell und möglichst viele Unterschriften oder Stimmen einholen könnte, bitte melden, danke…

Hochachtungsvoll Roger Linder


Kommentare:

  1. Es kann NICHT sein, dass wegen einem Querulanten die ganze Rechtssprechung geändert wird. Ich freue mich auf den Tag, wo in Kaufdorf ENDLICH die Bagger auffahren und der illegalen Mülldeponie ein Ende bereiten. Ich werde persönlich dort sein, um dies fotografisch festzuhalten.

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  2. Lieber Anonym
    Es geht längst nicht mehr um einen "Querulanten", sondern um einen Platz, der von allgemeinem Interesse ist.
    Spring also über deinen Schatten, vergiss persönliches und setze dich für ein "Nationales Industriedenkmal" ein. Dann darfst du dich auch Freuen, zusammen mit vielen Freunden des Autofriedhofes.

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