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Donnerstag, 22. Dezember 2016

BlogEnde nach 11 Jahren und 6900 Beitraegen - aber NeuAnfang ab sofort

 Zum Schreibtisch-Blog

Liebe Leserinnen und Leser

In den letzten 2 Jahren, also ab Oktober 2014, habe ich mit grösseren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Diese führten mich zu zwei Spitalaufenthalten, zu einem MedikamentenKonsument, irgend wie zu einem Abhängigen der Krankheits-Industrie.

Die Filmkamera habe ich Ende 2014 beiseite gelegt und nur noch ein Mal benutzt, für ein ganz besonderes Gespräch mit dem Künstler Till Velten. Auch alle anderen Aktivitäten musste ich einstellen, nachdem ich am 13. November 2015 erneut in den Luzerner Kantonsspital eingeliefert wurde.

2016 war das Jahr des persönlichen Rückblicks. Meine Kunst und die Polaroid-Fotografie trat wieder in den Vordergrund, definitiv. Reisen von "Kurz-mal-um-die-Ecke" bis Island motivierten mich. Was ich in den auslaufenden 1960er Jahre mit viel Freude angegangen habe, ist heute wieder da. Allerdings will ich vieles von damals aufgreifen und weiter entwickeln.

Ich will aber keineswegs den Kontakt zu euch verlieren. Und so habe ich einen neuen Blog, den Schreibtisch.Blog eröffnet. Natürlich bin ich auch weiterhin bei Twitter, Facebook, Instagram usw. Aber eben, eher zurück haltend.

Hier wird der Blog nicht mehr weiter geführt. Wir sehen uns beim Schreibtisch.Blog.

Auf ein aktives Weiterleben.

Roger Levy

Mittwoch, 3. September 2014

Zum Schluss gibt’s Nichts, eine Feststellung und die Geschichte dazu.

“Timeline” im Fahrnisbau Bern-Bümpliz mit Rittiner-Gomez und Roger Levy - 8. BerichtFahrnisbau - Bern-Buempliz 
Das wird’s dann wohl gewesen sein. Ich persönlich mag keine Vernissagen oder Finissagen und auch keine Eröffnungen von Ausstellung, vor allem, wenn ich selber als aktiver Künstler beteiligt bin.

Egal, denke ich mir, Rittiner Gomez freut sich bestimmt und so nehme ich den Zug nach Bern unter meinen Hintern. Gleich vorweg, es gibt von der Fahrt nicht zu berichten. Nichts passiert, dass eine Notiz verdienen würde (Pardon Morton)

Eigentlich möchte ich auch nicht weiter auf den Tag eingehen, also fast. Erwähnenswert ist sicher der Auftritt von Rittiner Gomez, der sich so anhörte:

2014-09-03 14.20.53-1 
Roger, weisst du was? Wir haben im falschen Container gearbeitet…

Ja ich hab’s gesehen. Da hinten ist wohl der richtige. Egal. Schon passiert.

Die helfenden Hände bauten um 17:00 Uhr (nicht überprüft, aber vertraut) den Apéro-Laden auf. Der gesellschaftliche Anlasse konnte also pünktlich um 18:00 Uhr gestartet werden. Doch. eigentlich sind wir ganz zufrieden, haben uns über die erschienen Gäste gefreut.

Doch genug der kurzen Worte. Zum Abschluss habe ich eine Geschichte aus verschiedenen Aussagen der Entstehungszeit der “Timeline” erstellt. Sie ist zwar fiktiv, enthält aber nur Wahrheiten und echte Feststellungen. It’s my pleasure.

Guten Tag

Guten Tag

Was macht ihr da?

Also ich mache Fotos und mein Kollege zeichnet diese dann auf einen 6 Meter langen Papierstreifen.

Sind sie Fotograf?

Nein, aber ich fotografiere schon seit 50 Jahren.

Ich habe sie jünger geschätzt. Wenn sie kein Fotograf sind, was sind sie dann?

Ich bezeichne mich als Filmer.

Arbeiten sie fürs Fernsehen?

Nein, für Künstler und Künstlerinnen. Ich dokumentiere ihre Arbeiten, unter anderem.

Und davon können sie leben?

Irgendwie geht es schon, mit Hilfe meiner Frau.

Bekommen sie Geld für ihre Arbeit hier?

Nein, nicht mal Spesen. Ich komme jeden Tag aus Luzern und mein Kollege aus Thun.

(Er schüttelt den Kopf und beschliesst weiter zu gehen).

Vielleicht komme ich später nochmals, wegen dem Foto.


Zum Abschluss danken wir allen helfenden Hände, insbesondere Eva, Michael und natürlich Oliver. Wir kommen bei Gelegenheit gerne wieder.


Und ich persönlich danke an dieser Stelle besonders Rittiner Gomez, die mich 8 Tage lang ertragen haben und zu keinem Zeitpunkt Anstalten für eine Flucht gemacht haben. Wunderbar!


Dienstag, 2. September 2014

Die Hinfahrt, die Ankunft, Mr. Bümpliz, die Telefonkarte und die Rückreise

“Timeline” im Fahrnisbau Bern-Bümpliz mit Rittiner-Gomez und Roger Levy - 7. Bericht

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Die Hinfahrt: Mir gegenüber sitzt eine etwa 23jährige Frau. Sie blättert das Magazin “Terra Mater” durch und schläft nach kurzer Zeit ein, entspannt und sanft. Es ist 10:20 Uhr. Kurz vor Bern erwacht sie wieder, nimmt aus ihrem Bag eine Rolle Selbstklebeband und beginnt Titel- und Rückseite damit zu umranden. Ich gehe davon aus, dass sie die Magazine sammelt und diese schützen will.

Die Ankunft: Ich erfahre zur Begrüssung, dass Rittiner Gomez bereits seit einer Stunde am Arbeiten ist. Der Rückstand vom Samstag muss aufgeholt werden. Wir liegen aber gut in der Zeit, werden wir nicht nochmals überrannt. So hoffe ich insgeheim, dass sie in Ruhe arbeiten können und nehme mir vor, sie zu schützen. Das erstellen meiner Fotografien treten in den Hintergrund.

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Die erste Besucherin war schon zweimal da. Ein mal war ich unterwegs, dann kam sie nochmals für eine Aufnahme und heute wollte sie natürlich sehen, wie sich die Geschichte entwickelt hat. Beim entstehenden Gespräch erzählt sie mir, wo sie gearbeitet hat und > sie fotografierte selber lange Zeit, mit einer LOMO-Kamera. Mein Herz springt :-)

Die zweite Besucherin wollte uns ihre Telefonkarte, Wert CHF 13:20, verkaufen. Sie brauche dringend Geld, z.B. für einen Kaffee. Handyaner brauchen keine Telefonkarten. Aber einen kostenlosen Kaffee mit Rahm und Zucker können wir ihr natürlich anbieten. Sie ist erfreut und bedankt sich herzlich, mehrmals.

Der dritte Besucher macht mir schon etwas mehr Sorgen. Ich nenne ihn Mr. Bümpliz, da er schon letzten Samstag längere Zeit uns über unseren Standort informierte. Schwierig.

Das Problem löst sich durch den Besuch eines in Bern bekannten Kunstsammler. Die erfreuliche Begegnung wird mit einem Foto:Klick abgeschlossen und auch Mr. Bümpliz entfernt sich. Problem gelöst.

Ansonsten, wie erhofft, ein eher ruhiger Dienstag.

Das Highlight: Rittiner Gomez Bemerkung zur Platzierung einzelner Fotos, bzw. der Skizzen > Nicht alle sind zufrieden mit ihrem Platz in der Gesellschaft.

Weiter geht's am Mittwoch, 3. September 2014 - 11:30 bis ca. 16:00 Uhr.

Die Finissage, ein kleines Fest ohne grosse Ansprachen, garantiert!: Mittwoch, 3. September 2014 - 18 - 20 Uhr. Wir werden anwesend sein.


Alle Infos - Ort, Arbeitszeiten usw. - hier



Samstag, 30. August 2014

Die kleine Reise von Bern-Bümpliz in die USA, via Stuttgart

“Timeline” im Fahrnisbau Bern-Bümpliz mit Rittiner-Gomez und Roger Levy - 6. Bericht

rittiner-gomez-6-tagDer Verdichtungsprozess geht weiter. Die 6 Meter werden wohl ausreichen, mit etwas Glück 

Der Tag startete gut, sehr gut. Entgegen meinen Erwartungen war der Zug nach Bern keinesfalls überfüllt, trotz der anreisenden Massen zu dieser Flugshow in Payerne, der Air14. Glück gehabt. Zu erwähnen gibt es nur eine Beobachtung. Die Globalisierung nach Schweizer Art. Er liest eine Tessiner, sie eine französische Zeitung. Reden tun sie schweizerdeutsch miteinander. Geht doch.

Dann die Ankunft im Fahrnisbau, der zur Zeit in Bern-Bümpliz steht. Kaum Kaffee gebraut und Kamera ausgepackt besucht uns ein Pensionist. Gleich vorweg. Rittiner-Gomez und ich kennen jetzt Bümpliz wie aus der Westentasche. Gut er hat etwas zu oft die Migranten erwähnt, auch Ohrfeigen kamen relativ häufig im Vokabular vor. Aber der scheinbar langjährigen Bümplizer Polizisten Manfred Gehrig und sein Wirken hat uns beeindruckt. Zu diesem muss er eine ganz besondere Beziehung gehabt haben. Foto:Klick.

2014-08-30 13.01.02-1 Rittiner Gomez im Gespräch mit Dominik Riedo

Der nächste Gast hat mich besonders gefreut, habe ich mit ihm doch früher, zu Zeiten des Kulturministeriums, sehr eng zusammen gearbeitet > der Schriftsteller Dominik Riedo. Natürlich haben wir viele angenehme und weniger angenehme Ereignisse ausgetauscht. Und wie der Zufall so will, ist in dieser Woche Riedos neustes Buch erschienen: Mein Herz heisst "Dennoch" - Literarische Porträts. Porträts, passt zu unserem Thema, zur "Timeline". Foto:Klick

Dann begrüssten wir "sie" und "sie" und dann ging die Reise erst richtig los. Erste Station Stuttgart, mit Umweg über Bümpliz. Er spricht dieses feine Schwäbisch, dass ich so mag, sie twittert, legt sich also in Tastaturen. Wunderbar. Foto:Klick, Klick.

Schön war auch die Dame, die das 2. mal vorbei kam. Gestern war ich nämlich einer von der schnellen Sorte und verliest den Tatort etwas früher als geplant. Doch eine echte Kunstfreundin kann so was nicht vom Weg abbringen. Foto:Klick.

Und dann > Meris Schüpbach fährt gleich mit 2 Autos vor. Im Gepäck mehr als eine handvoll Kinder und ihre Assistentin . kidswest.ch on the Road. Ohja. Da war vielleicht was los. 5 x Foto:Klick (teilweise paarweise).

Dann durften wir ein weiteres Ehepaar begrüssen. Aufgestellte Leute und sie haben unsere Kaffee-Kasse grosszügig unterstützt. Vielen Dank. Foto:Klick, Klick.

Zum Schluss, aber nicht minder spannend, eine Journalistin mit Übersee-Provenienz. So sind wir dann auch noch in den USA gelandet, und das sehr gut. Foto:Klick.

Was wollte ich noch schreiben? Klar, die Gespräche sind ein wichtiger Teil unserer Arbeit. Wir zeichnen, fotografieren nicht einfach so in die Luft hinaus. Wir wollen wissen, wer vor uns steht, welche Geschichten sie mit sich herum tragen.

Achja, eben - die Rückfahrt nach Luzern:
Er erzählt ihr wo er schon überall gearbeitet hat und in welchem Land. Sie hört beeindruckt zu, ich frage mich, warum er so viel Stellen hatte (geschätztes Alter 35). Jedenfalls bekäme er bei mir keinen Job.

Weiter geht's am Dienstag, 2. September 2014 - 11:30 bis 16:00 Uhr. Die Finissage, ein kleines Fest ohne grosse Ansprachen, garantiert!: Mittwoch, 3. September 2014 - 18 - 20 Uhr.


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Freitag, 29. August 2014

Der schlechte Tag, vom Bart mit LSD und einer pädagogischen Panne

“Timeline” im Fahrnisbau Bern-Bümpliz mit Rittiner-Gomez und Roger Levy - 5. Bericht
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Gleich vorweg, es gibt einfach “so Tage”. Bereits im Zug nach Bern hatte ich das Gefühl, dass mir die Lust für heute abhanden gekommen ist. Ist doch legitim, oder?

Und so beginne ich mit einer Geschichte, die ich ungewollt im Zug beobachten durfte/musste:

Mann/Frau stelle sich vor:
Eine Frau, schwäbisch sprechend, Typ “Ich-gebe-meine-Kinder-in-eine-Privat-Schule-damit-mal-etwas-aus-ihnen-wird”. Kleidung sportlich-alternativ. Überschwänglich ihren ca. 4jährigen Sohn permanent lobend:

Mutter: Willst du nicht mit Florian teilen? (Schokolade)
Sohn: Ja. Hier Florian, nimm!
Mutter: Schön wie du immer gerne teilst.
Sohn: Aber ich will gar nicht teilen. Sonst hab ich ja nicht mehr alles.

Die Mutter verstummt. So können pädagogische Ideale in die Hose gehen, denke ich mir.

Gleich bei der Ankunft teile ich meine gefühlte Unlust Rittiner-Gomez mit und … stosse auf Verständnis! Wir haben doch alle die selben Gefühle, Wege und > genau.

Natürlich konnten wir im Laufe des Tages Besucher begrüssen, sogar 2 Kinder.  Aber irgend wie, der Wurm war doch drin. Egal. Das gehört einfach dazu.

Herausragend war der Besuch eines 71jährigen weisshaarigen Mannes, mit langem Bart, wie direkt aus den Alpen und mit LSD-Erfahrungen (vor Jahrzehnten). Beruflich hatte er mit dem Druckhandwerk zu tun und > er hatte ein Kunstleben in Zürich. Wir tauschten Namen der 68er Jahre aus und sofort fanden wir uns auf gleicher Ebene. Der Hauptpunkt des Gesprächs drehte sich um politische Fragen, um die Mobilität, um Täuschungen und Irrtümer, vermittelt durch die Medien. Leider haben wir seinen Namen nicht erfahren und ein Foto gab's auch nicht. Egal. Das Gespräch war wertvoll.

Mit den Kinderfotos gab es ein “Problem”, das eigentlich gar keines war. Wir haben die Mädchen entscheiden lassen, ob sie auf die “Timeline” (mit oder ohne Fotos) wollen oder nicht. Sie entschieden sich für “lieber nicht”. Egal. Hauptsache sie haben aus freien Stücken entschieden. Entstanden ist ein Foto und das habe ich dem Mädchen gerne überlassen. Vermutlich wird es das einzige Polaroid in ihrem Leben sein, dass sie erhalten wird. Und die Mädchen konnten erleben, wie es entstanden ist und wo. Vielleicht werden sie später berühmte Fotografinnen. Man weiss ja nie.

Rittiner-Gomez hat plötzlich begonnen, die Zeichnung zu verdichten. D.h. Personen werden kleiner dargestellt, eher im Hintergrund erfasst. Nachfolgend ein TeilEinblick:

Rittiner-Gomez-Tag-5 Vergrösserte Ansicht durch ein MausKlick.

Am Samstag, 30.8.2014 sind wir von 11:30 – max. 16:00 Uhr anwesend. Bereits liegen Anmeldungen vor. Komm doch auch und lerne vielleicht neue Menschen kennen. Auch das ist im Fahrnisbau möglich. Und einen feinen Kaffee gibt es immer gerne.


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Donnerstag, 28. August 2014

Von missmutigen SBB-Kontrolleuren, KünstlerInnen-Besuchen und abgerundeten ArbeitsTagen

“Timeline” im Fahrnisbau Bern-Bümpliz mit Rittiner-Gomez und Roger Levy - 4. Bericht

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Der eine ist der eine, der andere ist der andere und einer fehlt, oder so.

Nach der heutigen SBB-Fahrt nach Bern dachte ich, es kann nur besser werden. Der Grund meines Missmut war der Kontrolleur im Zug. Charmanter Typ, Muttersprache Französisch. Deutsch mit entsprechendem Akzent - Guten Tag, alle Billet vorweisen, bitte. Eine Frau zeigt ihr GA, er "Danke und einen schönen Tag, Madame. Ein Mann zeigt sein Ticket, er "Danke", leicht mürrisch. Die Dame 'vis-à-vis' zeigt ihr Ticket, er lächelnd "Danke und einen sehr schönen Tag, Madame". Jetzt komme ich, er "Danke", kaum hinschauend. Hallooo! Der Kerl diskriminiert männliche Fahrgäste. Gats noch?

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Doch damit war die Spitze des Eisbergs bereits erreicht. Von jetzt an ging's nur noch in Richtung >Freude herrscht<

Da war die Künstlerin und Leiterin von kidswest.ch, Meris Schüpbach, die uns mit ihrem Besuch erfreute. Aber nicht genug. Sie kündigt einen weiteren an und will weitere Personen mitbringen, am Samstag. Sie spricht von ca. 10. Das kann ja heiter werden. Polaroid-Stress ist angesagt ;-) Foto:Klick.

Auch eine Mutter mit einem Kleinkind interessierte sich für unsere Arbeit. Foto:Klick (2 auf einen Streich).

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Tja, und dann der erste Luzerner! und wohl auch der einzige, der den Weg nach Bern-Bümpliz unter den Hintern nimmt, Niklaus Lenherr steht plötzlich im Container <Freude herrscht zum Zweiten> Nicht nur Publikums- auch Künstlerbegegnungen sind wichtig, denke ich. Foto:Klick.

Dann bekommt Rittiner-Gomez Besuch von seinem Schwiegervater. Foto:Klick.

Und weils so schön ist, gleich noch eine Künstlerin, die uns mit ihrem Besucher erfreut >Flurina Hack< die ich bei einer Arbeit mit kidswest.ch und Kathrin Racz kennen gelernt habe. Damit ist der Kreis optimal für heute geschlossen. Foto:Klick.

Zufrieden gehen wir um 16:00 Uhr nach Hause. Für mich ein Tag nach Wunsch und für Rittiner-Gomez setzt die Müdigkeit ein. So soll es sein. Dank an Alle.


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Mittwoch, 27. August 2014

Von Zukunftsplänen, einem Kurzgespräch und wechselnden Gedanken

“Timeline” im Fahrnisbau Bern-Bümpliz mit Rittiner-Gomez und Roger Levy - 3. Bericht


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Kaum raus aus Luzern und schon kündigt sich Sonnenschein an. Das lässt einiges erwarten und es sollte sich im Laufe des Tages auch bewahrheiten, die Erwartung.

Kaum angekommen geht's schon los. Der Präsident des Trägervereins des Bienzgut Bern-Bümpliz zeigt mit 2 Begleitern Präsenz. 3x Foto:Klick

Dann wird der Wunsch an uns herangetragen, die "Timeline" auch in der Bibliothek zu zeigen. Genauer spricht der Initiant von der 6-Meter-Zeichnung. Die Fotos dazu kommen gar nicht zur Sprache. Schau'mer'mal. So einfach geht das dann doch nicht. Nur beide Arbeiten zusammen entwickeln die Idee, die dahinter steckt.

Die Freude ist gross und muss abgekühlt werden. Aber bitte mit einem Eis am Stiel. Foto:Klick
... und die Sonne scheint ...
Überraschend entwickelt Rittiner-Gomez die "Geschichte vom Schlüssel". Doch diese bleibt unter uns. Genau.

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Aus einem Gespräch mit einem tamilischen Besucher des Bienzgut.
Was kann man bei ihnen kaufen?
Kunst.
Kunst?
Ja, Kunst.
Kunst
Über dieses Kurzgespräch mit sehr viel Mimik bin ich nicht hinaus gekommen. Er wusste jetzt ja "alles".

Foto:Klick
Foto:Klick

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Und da steht sie plötzlich, die Künstlerin Andrea Thüler. Es gibt lecker TierliboumBeeriGelee, homemade. Dank! Foto:Klick

Natürlich ist auch noch Dies-und-Das passiert. Aber ich möchte nur kurze Einblick geben. Bewusst umschiffe ich zum Beispiel die Gespräche, die ich mit Rittiner-Gomez führen darf, aber auch mit Gästen.
Die Themen sind ja auch nicht immer interessant. Oder interessiert dich die Rolle in der Gesellschaft Kunstschaffender. Wie ist das Verhältnis zwischen Kunstwissenschafter und Künstlern. Wie und warum erfolgt die Entlohnung für eine solche Aktion und wie verhält es sich mit der Übernahme von entstehenden Spesen durch den Veranstalter. Ich verzichte mal auf das Setzen von Fragezeichen (Engl.: question mark) und überlasse es der Leserschaft, ob diese angebracht sind, oder nicht.


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Dienstag, 26. August 2014

Vom Zweifeln, Empfehlen und dem Grüssen

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“Timeline” im Fahrnisbau Bern-Bümpliz mit Rittiner-Gomez und Roger Levy - 2. Bericht

Ebikon, Luzern, Bern, Bern-Bümpliz - Fahrzeit mit Bus, Bahn und Tram > 3 Stunden 18 Minuten und es regnet, mal in Strömen, mal weniger.

Erste Gedanken tauchen auf, Zweifel, ob heute überhaupt jemand vor die Kamera zu bringen ist. Rittiner-Gomez stimmt mir zu und es gibt erst mal die Inbetriebnahme der Kaffeemaschine. Auch gut, wärmt und gibt die Idee für die erste Aufnahme. Kaffee gehört ja dazu. Foto:Klick.

Wir reden über alles Mögliche, vielleicht zur Ablenkung. Keine Ahnung. Jedenfalls erzählt Rittiner-Gomez über ihre Liebe zum Mittagsschlaf. Früher sollen sie sogar auf Parkbänken geruht haben. Und da sei mal ein kleiner Junge gewesen, der hätte ihr Dösen beobachtet und meinte: "Der Mann ist ja gar nicht böse".

Und schon passiert es. Eine Dame gesellt sich zu uns und ist bereit. Foto:Klick - Rittiner-Gomez beichtet mir, dass er Probleme mit "Zähnen" hat. Ich meine, das kriegen wir schon hin. Ich kann ja nicht jedem Besucher sagen: "Bitte schliessen sie ihren Mund und/oder lachen sie nicht".

Dann taucht eine Frau auf, deren Mann uns bereits letzte Woche besucht hat. Foto:Klick - Sie will sich einsetzen, dass wir mehr Leute vor die Linse bekommen.

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Kurze Zeit später erscheinen bereits die ersten 2 Damen. Foto:Klick - Sie wollen uns auch unterstützen und weitere Leute zur Teilnahme motivieren. Freude herrscht.

Der erste Mann ist spontan bereit “ja klar, find ich gut” mit zu machen. Foto:Klick - Rittiner-Gomez: Ujjj, der ist aber schwierig. Ich muss schmunzeln.

Es läuft gut und wir beginnen plötzlich zu rechnen. Reichen die 6 LaufMeter aus? Ja klar. Verdichten ist angesagt, vorsorglich.

Irgend wie muss ich mir plötzlich die Frage stellen, warum AusländerInnen nicht zurück grüssen und SchweizerInnen wenigstens interesselos murren. Ich geb mir weiterhin Mühe, schliesslich repräsentieren wir ja "die Kunst" und "den Fahrnisbau", oder so...

Rittiner-Gomez: Die Traumfrau muss in den Träumen bleiben. Was dies bedeutet, wird auf der "Timeline" sichtbar.

Rittiner-Gomez: Wir haben noch was vergessen. Die Sonne drückt durch und die Sonnenschutzcreme liegt noch zu Hause (14:59 Uhr).

Kuchen! Unsere Kollegin, die Künstlerinn Kathrin Racz, bingt uns Kuchen. Grossartig.
Überhaupt war der Tag erfolgreich und die Weisheit "Richte den Tag nicht vor dem Abend" hat sich einmal mehr bewahrheitet.

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Bern-Bümpliz, Bern, Luzern, Ebikon - Fahrzeit mit Bus, Bahn und Tram > 3 Stunden 18 Minuten und es nieselregnet.


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Fotos: 1 + 2 Roger Levy, 3 Rittiner-Gomez

Donnerstag, 21. August 2014

Der Geri Müller-Effekt, von einem arbeits- und wohnungslosen Rumänen, Jugendschutz und Verwandte

“Timeline” im Fahrnisbau Bern-Bümpliz mit Rittiner-Gomez und Roger Levy - 1. Bericht

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Heute (21.8.2014) fand unser erster Arbeitstag im Fahrnisbau, der z.Z. in Bern-Bümpliz (Tram Nr. 7 bis Bümpliz-Post) steht, statt. Nach einigen Vorbesprechungen haben sich Rittiner-Gomez und ich auf das Vorgehen geeinigt, in etwa. Sie zeichnen, skizzieren und ich liefere die Portraits, erstellt mit einer BigShot von Polaroid, vor Ort. Diese Aufnahmen werden dann in eine Timeline, auf ein ca. 6 Meter langes Panorama auf Papier übertragen.  Das Ganze ist als offenes Atelier konzipiert.

Ich werde versuchen, die 8 Arbeitstage in Begegnungsprotokolle zusammen zu fassen. Dabei kommen vor allem meine Versuche, Menschen in das Projekt zu integrieren, zur Geltung.

Kurz nach meiner Ankunft konnte ich meine Kamera das erste Mal in Position bringen, jedoch nur unter der Bedingung, dass die Aufnahme nicht erkennbar im Internet landet. Kein Problem.

Danach ging's weiter, ohne Widerstände, nicht zuletzt, weil wir uns auch selber gegenseitig portraitiert haben.

Auf einer Parkbank sprach ich dann eine ca. 35jährige Frau an. Nach einer kurzen Einführung in das Projekt verweigert sich die Aufnahme. Aber sie hat nicht mit meiner Hartnäckigkeit gerechnet. Ich spreche mit ihr weiter, über den Sinn des Fahrnisbau und der Unterschied zu Kunsträumen, Museen u.s.w. Sie stimmt mir zu und ich frage sie nochmals wegen der Aufnahme. Nein! sagt sie fast energisch, nein! Ich will nicht fotografiert werden. Man sieht ja was passiert, wenn Aufnahmen im Internet landen. Dieser Politiker (Geri Müller ist gemeint) und diese Sekretärin im Bundeshaus zeigen das auf. Ich geb’s auf. Bin ich jetzt wirklich ein #Gerigate-Opfer geworden?

Wieder eine Dame, die an mir vorbei geht. Ich spreche sie freundlich an und will ihr das Projekt erklären. Ich frage sie kurz, ob sie mitmacht, ob ich sie fotografieren darf. Nein! Sie muss dringend aufs Tram. Und nein, Foto? nie. Alles landet ja im Internet!
8 Minuten später steht sie immer noch an der Tramhaltestelle.


Als nächstes spreche ich einen Radfahrer an. Es stellt sich heraus, dass er Rumäne ist, arbeitslos und ohne Wohnung. Zum Foto sagt er sofort ja und als "Lohn" darf er sein Handy bei uns Aufladen. Dazu gibt es einen Kaffee nach Wunsch und wir kommen ins Gespräch.

Dann war da noch der aufgestellte Typ, dessen Begleiterin schon von weitem meint, dass sie nicht fotogarfiert werden will. Doch er, eben Typ cool. Nach ein paar erklärenden Worten Klick und nach 2 Minuten Entwicklungszeit: Die ist gut. Da sehe ich wie ein Mafioso aus. Sehr gut. Danke

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Ein weiterer Mann schaut interessiert in der Gegend rum. Klar. Der interessiert sich für unsere Arbeit, denke ich. Es stellt sich heraus, dass er Rittiner-Gomez bereits kennt. Foto? Kein Problem.

Auch die Schwiegermutter von Rittiner-Gomez ist dabei. Sie hat allerdings eher das Gefühl, sie würde uns von der Arbeit abhalten, obwohl sie längst Teil dieser ist.

Und dann war da noch der ca. 14jährige Junge mit seinem Töffli. Ihn wollte ich mit seinem übergrossen Helm auf dem Kopf aufnehmen. Auf meine Frage hin verweigert er. Nein, er darf nicht fotografiert werden, weil alles im Internet erscheinen würde...

Ansonsten - keine Probleme heute, ausser dass niemand den Jackpot mit über 40 Millionen Franken geknackt hat, gestern Abend.


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Fotos by Rittiner-Gomez

Montag, 18. August 2014

The Secret Diary 2014 - Wiederaufnahme eines 1970er-Polaroid-Project by Roger Levy

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Ich schreibe das Jahr 1971 (geschätzt). Polaroid-Aufnahmen waren meine Leidenschaft. Da, dort und überall machte ich Aufnahmen, z.B. mit meiner Swinger, die ich 1965 von meiner Mutter erhalten habe und heute noch in meinem Besitz ist.

Irgend wann stellte ich fest, dass es eigentlich keine Aufnahmen von mir gibt und das wollte ich ändern. Das beste Hilfsmittel waren Spiegel und Schaufenster, Selbstauslöser gab es noch nicht. Ich sammelte die Aufnahmen in den Original-FilmKassetten, immer 10-stückweise und versiegelte sie mich einer Schnur. Sichtbar war so nur die erste Aufnahme. Um die anderen 9 zu sehen, hätte man den Siegel entfernen müssen. 

Strube Zeiten, verlorene Zeiten. Oder anders. Die 3, 4 Kassetten gingen irgend wo auf meinem Lebensgang verloren oder wurde geklaut. Keine Ahnung. 

Vor kurzem ist mir die ganze Geschichte wieder durch den Kopf gepurzelt und ich habe mich entschlossen, die Idee wieder aufzunehmen. Diesmal mit der SofortbildKamera FujiFilm Instax Mini 90 und den entsprechenden Filmen dazu. Jede Filmkassette enthält 10 Aufnahmen, wobei wie früher, nur die neuste zu sehen ist. Jede Kassette wird dann versiegelt, ähnlich einer Zeit-Kapsel. Alle Aufnahmen sind Selbstbildnisse und mittels Selbstauslöser erstellt. Die Aufnahmen sind datiert und mit einem Zeitstempel versehen. Diary steht für Tagebuch, also entsteht jeden Tag ein neues Foto.

Sonntag, 13. Juli 2014

Polaroids like H.R. Gigers Work in Progress

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Seit Jahrzehnten arbeite ich mit Polaroid-Kameras und entsprechenden Filmen. Nach der Produktionseinstellung von Polaroid-Filmen vor ein paar Jahren habe ich mir einen Vorrat an Material zugelegt, mit dem ich heute noch arbeite. Allerdings verschlechtert sich die gewohnte Qualität zusehends. Die Bilder haben unentwickelte Stellen, die Farben sind kaum noch erkennbar. Kurzum, die Entwicklung der Bilder macht “was sie will”. Und das gefällt mir. Das Prinzip des Polaroid-Sofortbild ist, dass nie genau vorher gesehen werden kann, wie und was auf dem entwickelten Bild zu sehen ist. Die schadhaften, alten Filme steigern nun diese Erfahrung ins unermessliche. Nichts ist mehr so wie es sein soll und nichts wird mehr so sein, wie es mal war.

Etwas Besonderes ist mir heute zufällig aufgefallen. Obwohl ich, wie bereits erwähnt, über Erfahrungen mit diesem Medium verfüge, ist mir noch nie aufgefallen, dass die sichtbaren Entwicklungsstufen eine grosse Ähnlichkeit mit den Arbeiten des kürzlich verstorbenen Schweizer Künstlers H.R. Giger haben. Es drängt sich also auf, dass ich zukünftig auch die Entwicklungsschritte festhalte, da diese hochspannende Ansichten zu Tage fördern.

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Neu im Buchregal:

h.r._giger-polaroids

H.R. Giger – Polaroids
Vor dem Tod Gigers erschien eine Broschüre, die verschiedenste Polaroids aus dem Wirken des Künstlers veröffentlicht.
H.R. Giger Polaroids First Edition: 2014 – ISBN 978-3-906011-10-3 Privatdruck

Beispiele aus der Broschüre finden sich > hier


Montag, 3. März 2014

Roger Levy im Gespraech mit Niklaus Lenherr zum ersten Titel im Verlag Martin Wallimann (Video)


Direktlink zum Video bei Youtube, hier

Vor kurzem ist der Verleger Martin Wallimann (5.2.2014) verstorben. Immer wieder bin ich ihm an allen möglichen Orten begegnet, ein paar Worte gewechselt, mehr nicht. Und doch ist er in meinen Erinnerungen immer noch sehr präsent.

Der Künstler Niklaus Lenherr hat schon vor vielen Jahren mit Martin gearbeitet. So ist z.B. der erste Verlagstitel auf seine Anregung hin im gleichnamigen Verlag erschienen. Dies und eine persönliche Geschichte hat mich zu diesem Gespräch geführt. 

Links:
Verlag Martin Wallimann, hier
Niklaus Lenherr, hier




Dienstag, 18. Februar 2014

AusGehTipp: KIDS WEST, SENIOR_INNEN & ENDO ANACONDA - SMSen miteinander...

 
Am kommenden Freitag, 21. Februar 2014 um um 18:30 Uhr kann ich nach langer Arbeit mit den Kids von kidswest.ch, mit SeniorInnen und Endo Anaconda das Projekt "SMSen miteinander..." abschliessen. Zu diesem Anlass lade ich natürlich auch an dieser Stelle ein und würde mich freuen, dich oder dich, oder gar dich begrüssen zu dürfen. 
Grossen Dank an Meris Schüpbach, die Leiterin der freien Kunstwerkstatt kidswest.ch, für ihren unermüdlichen Einsatz zum Gelingen dieses anspruchsvollen Projekts.

 
 
Die Vernissage: Freitag 21. Februar 18:30 Uhr - Im Domicil Schwabgut, Normannenstrasse 1, 3027 Bern

Wir präsentieren eine Blechbox mit Textkarten, gespickt mit Kinderzeichnungen in einer 100-er Auflage. Beigelegt ist eine AudioCD mit Originalton aus den Gesprächen. Eine Auswahl dieser "SMS-Kurzform-Geschichten" werden von Endo Anaconda, Kids und einer Seniorin vorgelesen. Abschliessend wird ein Kurzfilm über die Begegnungen zwischen den Kindern, Senior_innen und Endo Anaconda von Roger Lévy, kulturTV gezeigt. 


Bei ihren Begegnungen im Domicil Schwabgut erzählten sie einander nicht nur witzige und skurrile ShortMessageStories. Es wurde auch über traurige Erinnerungen geredet. 
Die Kinder mögen es sehr, bei uns im kidswest ''im Kreis'' über ihre Erlebnisse zu reden, einander zuzuhören und sich miteinander auszutauschen. Einige ihrer Fragen sind weder einfach zu erklären noch zu verstehen: Was ist eine Pflegefamilie? Und wieso musste die Frau als Kind dort hin gehen? Warum hat sie als Kind beim Bauer arbeiten müssen? Wer hat die Zwillinge weggenommen? Lebt diese Frau hier? Ist das die Wohnung von diesem Mann? Hat sie keine Kinder? Wieso vergisst dieser Mann alles? Warum ist sie so traurig?



Mittwoch, 1. Januar 2014

Das Jahr 2014



Für Pessimisten es schon zerronnen
Für Optimisten es noch nicht begonnen.

Liebe Freundin, lieber Freund

Finde deinen Platz in dieser rastlosen Zeit. Denn auch für dich steht ein Stuhl bereit. Du musst ihn nur erkennen, ihn pflegen und auch deinen Freundinnen und Freunden nicht verwehren.

Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern alles Gute im Jahr 2014






Samstag, 21. Dezember 2013

Ich war 1968 kein Mad Men - fuehlte mich aber so - Aus meiner persönlichen Biographie


4. April 1968, Dr. Martin Luther King starb an einer Kugel, die ein Attentäter abgefeuert hat. Sein Tod ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt und gibt immer wieder Nahrung für Verschwörungstheorien.

In diesem Jahr, ich hatte schon einiges hinter mir, in musikalischer Hinsicht als Diskjockey in Zürich, entschloss ich mich eine Lehre bei ARCAsuisse (Produzent für u.a. Polaroid-Balgenkameras) zu beginnen. Dies auf Anraten der städtischen Berufsberatung.
Ein Jahr später war damit Schluss und ich wandte mich der Werbebranche zu. Ein über 70jähriger Berufsberater meinte damals zu mir, nach einigen Gesprächen: "Du bist nicht für Handarbeit geschaffen, du musst deinem Kopf die Kreativität entlocken. Du musst deine Freiheit nutzen, die kaufmännische Tradition deiner Familie mit künstlerischem Wirken zu verbinden". Er schaute sich für mich nach einer Lehrstelle um und fand sie in einer kleinen Zürcher Werbeagentur, der Ernst Hauser AG. Resultat - 1/3 kaufmännische Arbeit, 2/3 in der Grafik. Und alle waren zufrieden. Als Lehrling habe ich mich nie gefühlt, höchstens ein Tag pro Woche (Schule) und beim Abschluss. Ansonsten durfte ich tatsächlich meinen Ideen wie ein "Grosser" entwickeln, präsentieren und umsetzen. Ich war in der WERBUNG. Es war die Zeit der Könige. Es konnte fast alles gemacht werden, die Kunden waren begeistert.
Da war z.B. Kuhn Rikon (die Dampfkochtopf-Marke), dessen Werbebudget wir verprasselten. Wir taten dies gehörig, aber erfolgreich. Nicht ganz unschuldig war ich anfangs der 1970er Jahre, als wir auf dem Zürichsee Promis aus Funk und Fernsehen, aus Film und Theater auf einem Zürichsee-Schiff mit Journalisten verbandelten, indem wir sie gemeinsam kochen liessen. Motto: Jeder sein Gourmet-Koch. Auf einen Schlag waren die Minipfännchen (heute würde man wohl Raclette-Pfännchen sagen) durch unzählige Presseberichte bekannt geworden. In meiner Erinnerung haben die "Passagiere" aber mehr getrunken als gebraten. Aber das gehört bei solchen Anlässen wohl heute noch dazu.

Und warum schreibe ich diese Zeilen? Gerade schaue ich mir die 6. Staffel von Mad Men an. Sie dreht sich um das Jahr 1968 und weckt viele Erinnerungen aus dem Leben eines 16jährigen, der mit sich und vor allem mit der Welt nicht in Einklang stand.

Infos zur TV-Serie Mad Men, hier



Freitag, 22. November 2013

In eigener Sache: StichWortGespraeche - Ein Medienkulturgespraech mit Daniel Boos und Roger Levy


Immer wieder wird die Frage an mich heran getragen: "Was machst du eigentlich und was steckt dahinter". Die Antwort ist nicht einfach und wenn ich mich darauf einlasse, komme ich so richtig ins Reden. Der Grund ist, dass ich nicht einfach irgend einen Lebenspunkt, eine Tätigkeit aus meinem Leben heraus picken kann. Ich schaue nicht auf den Faktor Zeit, der Zeitraum, aber ohne Zeit, ist für mich relevant und der umfasst mittlerweile 62 Jahre.

Vor ein paar Wochen ist nun Daniel Boos von der Digitalen Allmend an mich herangetreten und seinen Wunsch nach einem Gespräch deponiert. Meistens verweigere ich Interviews, weil eh immer das heraus kommt, was ich als unwichtig ansehe. Da ich aber Daniel schon einige Jahre kenne und wir auch zusammen Projekte realisiert haben, habe ich ihm mein OK übermittelt.

Das Gespräch, allerdings stark gekürzt (wie kann es anders sein), ist nun im Monatsprogramm der "Rote Fabrik" Zürich (Ausgabe November 2013) erschienen. Für Boos war es eine grosse Arbeit und so weise ich gerne mit Dank auf seine Arbeit hin.

Link zum Download des Gesprächs, hier
Link zum Gespräch, zum online Lesen, hier (mit vielen ausgewählten Links zum Blog)






Dienstag, 22. Oktober 2013

Aus meinem Archiv - Der 29. August 1970 und die Töchterschule Zürich



Immer wieder gehen mir Erinnerungen an längst vergangene Zeiten durch den Kopf und ich suche dann Dokumente zu biografischen Ereignissen. Doch wühlen im Archiv ist wie das Lesen eines Lexikons. Es wird ungeplantes Material entdeckt und irgend wann vergisst man, was der eigentliche Grund der Suchaktion war. 

Im aktuellen Fall habe ich Fotos aus den 1970er Jahren des Künstlers Willi Keller gesucht und dabei auf diesen Vertrag mit der Töchterschule Zürich vom 9. Juli 1970 gestossen. Die Veranstaltung nannte sich "Töcherschul-Ball" und man staune, fand von 21 - 5 Uhr statt. Dazu brauchte es allerdings die Bewilligung der Schulleitung, des Rektors. Ich weiss noch sehr genau, dass um ca. 3 Uhr Schluss war. Die "Mädels" verschwanden einfach sukzessiv und natürlich auch die anwesenden Jungs. Ich habe dann noch ausgeharrt, bis um ca. 4 Uhr der Abwart zu mir kam und mir mitteilte, dass er "das Haus" schliessen will - "Es ist ja niemand mehr da". Also zusammenpacken und weg. An mehr kann ich mich nicht mehr erinnern, ausser dass unglaublich viele Schüler und Schülerinnen anwesend waren. Ein "Gstunk".

Man beachte übrigens das Honorar - Franken 200.- (Konventionalstrafe - Franken 150.-)
200 Stutz für 8 Stunden Arbeit als Diskjockey entsprach in etwa dem Monatslohn eines Lehrlings...



Freitag, 4. Oktober 2013

kidswest.ch - BEWEGTE MASKEN - Das Video

Direktlink zum Video bei Youtube, hier

Grusswort zur Präsentation BEWEGTE MASKEN von Nationalrat und Präsident von PROJEKT KIDSWEST.CH Matthias Aebischer:
Ich begrüsse Sie herzlich zur Projektpräsentation „Bewegte Masken“. Es ist eine Kooperation von Kidswest.ch und BWD Albatros. Es ist übrigens nicht die erste Zusammenarbeit. Kidswest.ch hat in diesem Haus schon bei einem früheren Projekt mit Albatros zusammen gespannt. Das Resultat habt ihr im Treppenhaus bereits gesehen. – Die treibende Kraft bei Kidswest.ch ist Meris Schüpbach. Sie ist es, welche das Projekt ins Leben gerufen, mit viel Elan und Motivation die Kinder und Erwachsenen zusammen gebracht und diese tolle Maskenparty zum gloriosen Endpunkt geführt hat. Mit dabei im Projektteam waren nebst Meris Schüpbach, Uli Paldan, Johannes Lortz und Nathay Dardel. Ein erster Höhepunkt des Projekts fand letzte Woche in der Elfenau statt als die Masken mit Musik, Film und Foto belebt wurden. Die Medien haben darüber berichtet. David Aebi hat die Fotos gemacht. Ausgestellt sind diese hier im Albatros und die fantastischen Bilder bleiben als Gesamtkunstwerk in den Räumen von BWD Albatros. Weissensteinstrasse 8, Bern. Gefilmt hat Roger Lévy vom kulturTV, auch dieses Produkt bekommt ihr gleich zu sehen. Musiziert hat in der Elfenau der bekannte Klangkünstler Dieter Seibt. - Solche soziokulturelle Projekte zum Thema Integration wie „Bewegte Masken“ kommen nur dank finanzieller Unterstützung der Stadt Bern BSS und privater Geldgeber zusammen. Diesen möchte ich an dieser Stelle ganz herzlich danken. Besonders erwähnen möchte ich die Gesellschaft zu Mittellöwen Bern, die Friedrich Jakob Stiftung Zollikofen und Domoterra for Kids, Verband Schweizerische Ziegelindustrie, VSZ - über Ziegelei Rapperswil. Ihnen und natürlich auch den Kindern, der Projektleiterin, den Helferinnen und Helfern gehört ein grosser Applaus.

Meris Schüpbach, Leiterin der Freien Kunstwerkstatt kidswest.ch Bern-West schreibt dazu:

Die Besucher_innen klatschten begeistert nachdem sie den Film BEWEGTE MASKEN beim Weiher in der Elfenau sahen! Und die Kids freuten sich eines nach dem andern (und alle miteinander lauthals!) sie lachten fröhlich und quietschten fast so wie das Söili drauflos, als sie sich im Video selber sahen! Es war so lustig ihnen beim Zuschauen zuzuschauen! Sie waren sehr stolz und erzählten danach freigiebig lang und breit wieviel Spass sie an ihren Masken haben… 



Links:
Alle Beiträge zu "Bewegte Masken" finden sich hier.
David Aebi - Homepage - hier
Matthias Aebischer - Homepage - hier
Roger Levy - Blog - hier

Sonntag, 29. September 2013

Beruflich digital - Privat analog

Analoge Notiz vom 20. August 2010

Die Auseinandersetzung ist nicht so alt wie die Menschheit, aber manchmal kommt sie mir so vor. Immer wieder wird vom papierlosen Büro gesprochen, berichtet. Unzählige Firmen versuchen auf verschiedenste Art die Menschen in die digitale Falle zu locken. Alles soll in einer Cloud liegen, alles soll weg von der eigenen Kontrolle, der persönlichen Übersicht. Wir sollen Google & Co. vertrauen, unser Wissen, unsere Arbeiten übertragen.

Seit den 1985er Jahren beschäftigt mich das Thema. Seit ein paar Jahren führe ich ein duales System:

Beruflich > digital
Privat > analog

Beruflich muss ich oft Informationen auf die Schnelle beschaffen. Dies funktioniert mehr oder weniger gut, digital.
Privat suche ich keine Informationen. Ich suche Gedanken, die ich fest gehalten habe. Diese bilden allerdings oft die Grundlage für das Berufliche. Es gibt also eine Schnittstelle (wie man/frau heute sagt).

Das schwierigste an meinem "System" ist die konsequente Trennung. Doch es funktioniert, mehr oder weniger. Und wenn gar nichts mehr geht, frage ich meine Frau. Die hilft oft, besser als jedes System.



Montag, 10. Juni 2013

GraffitiWorkshop mit Shamsia, VOIX DES FEMMES 2013 in Bern West! (12.6.2013)

Der Ort wo wir die Graffiti-Sprayaktion von Shamsia mit Kids von Bern West durchführen können ist nach vielen Abklärungen endlich bekannt: 

Beim KIOSK & TAKE AWAY, Tramhaltestelle Höhe, Linie 7 in Bümpliz



In Bern ist es uns leider nicht gelungen eine Bewilligung zum Besprayen einer Wand in Bern West erhalten zu können! Schade, ich bedaure das sehr, denn es ist eine verpasste Chance von dieser weltweit aktiven Künstlerin ein engagiertes Kunstwerk in Zusammenarbeit mit Jugendlichen auf einer öffentlichen Wand in Bern West manifestieren zu können.
Aber keine Sorge, wir haben einen ganz tollen Plan B! Wir besprayen demnach also keine Wand, sondern eine Plache. Und diese können wir dann in einem Garten direkt an der Tramline zeigen :)) So wird das Graffitibild gleichzeitig ein mobiles Kunstwerk, das überallhin gezügelt werden kann! :))
      

Die Zukunftswerkstatt "Rollenbilder im öffentlichen Raum" zum GraffitiWorkshop mit Shamsia Hassani und TERRE DES FEMMES Schweiz - WIE FRAUEN DIE WELT VERÄNDERN! - findet also am 12. Juni von 09h-12h im Atelier von PROJEKT KIDSWEST.CH, Kasparstrasse 15d statt. Moderation Monika Wirz, Soziokulturelle Animatorin FH, MAS in Kulturmanagement, Schaffhausen mit Shamsia Hassani.  Am Nachmittag wird die Graffiti-Sprayaktion bei Schönwetter von 13.30h - 16.30h beim KIOSK & TAKE AWAY Höhe, Tramlinie 7 mit Kids aus Bern West durchgeführt. Bei Schlechtwetter findet der Anlass im Atelier von PROJEKT KIDSWEST.CH statt. Zuschauer_innen sind sehr erwünscht :)) Besuchen Sie uns und unterstützen Sie diese junge und mutige Künstlerin! 

Samstag, 15. Juni TERRE DES FEMMES Schweiz, die Schlussveranstaltung mit Shamsia Hassani um 15.15 Uhr im Schlachthaus Theater Bern, Rathausgasse 20/22 

Podium «Geschlechternormen sprengen. Politische Forderungen & praktische Ansätze» Mit Yvonne Feri, Nationalrätin und Präsidentin der SP Frauen Schweiz; Marcel Bührig, Junge Grüne Zürich und Mitinitiant rollenrollen.ch; Meris Schüpbach, Kunst&Politik - Aktuell Projektleiterin KIDSWEST.CH; Natalie Trummer, Geschäftsleiterin TERRE DES FEMMES Schweiz. Moderation: Nino Gadient, Redaktor SRF. 
GRUSSWORT: BENNO BÄTTIG, GENERALSEKRETÄR DES EDA, Präsentation des Kurzfilms von Roger Lévy, kulturtv.ch über den GraffitiWorkshop mit Shamsia & KidsWest Bern. Moderation: Monica Corrado, Vorstand TERRE DES FEMMES Schweiz. Anschliessend Apéro. Wir freuen uns sehr auf Ihren Besuch! 


Medienspiegel hier 


Programmflyer hier  website TERRE DES FEMMES Schweiz hier TDF ist auf Facebook
Shamsia auf Facebook Link rollenrollen.ch
Mitgeteilt von Meris Schüpbach (kidswest.ch)