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Mittwoch, 29. Dezember 2010

Schlatter Unterwegs: Die BlogBeitraege in Einzelteilen – Ein Inhaltsverzeichnis des besonderen Highlights


Ein Ein-Linien-Porträt - Klaus Büsen von Bruno Schlatter

Ein besonderes Highlight im zu Ende gehenden Jahr 2010 sind die Berichte des Schriftstellers und Künstlers Bruno Schlatter. Ueber 3 Monate berichtete er aus verwunschen Ecken, sogenannten Mikro-Nationen, in Europa.
Das verdient eine nochmalige Rückschau, die Bruno auch gleich selber erstellt hat und von mir lediglich überarbeitet wurde.


Bruno Schlatters Idee: hier

Der Einstieg zum Wegstieg: hier

Saugeais – Montbenoît

1) Angekommen: hier
2) Empfang bei der Präsidentin von Saugeais: hier
3) Kloster von Montbenoît: hier
4) Schengen anerkennt Noseland: hier

Os – Deudesfeld in der Eifel (Brasilien)

5) Os in Deudesfeld: hier
6) Deutschland hat gefeiert: hier
7) Fotos: hier
8) Leistungseinheiten und faulenzen: hier

Karboismus – Deudesfeld in der Eifel

9) Carbonismus und Mittelalter: hier
10) Versuch eines Versuches – mit neuen Links: hier
11) Jetzt geht’s los, mit Videos – Die Zoellner Hymne und die Präsidentin grüsst hier
12) Back to the Roots: hier
13) Fauler Tag: hier
14) Karls’ruhen – Der Neustart nach einer kurzen Heimkehr: hier

Freie Republik Schwarzenberg – Schwarzenberg

15) Erzgebirge olé: hier
16) Schwarzenbergs Geheimnisse erwandert: hier
17) Im Herzen der Freien Republik Schwarzenberg: hier
18) Von Heym bis Hiemer: hier
19) Kriegsgräber müssen bleiben: hier
20) Portwein mit Georg: hier

Bunte Republik Neustadt – Dresden

21) Neustadt – Neue Station: hier
22) Den Mann mit der gebrochenen Nase getroffen: hier
23) Nicht mein Tag heut: hier
24) Der Sonderzug nach Bunte Republik Neustadt rollt: hier
Fundstücke der Redaktion: Grappa, Scheune Dresden und Bury the Jumbo (Videos)
25) Eierchecke und terraimprovisiertes Museum: hier
26) Zügeltag: hier Videos zur Bunten Republik Neustadt: hier

Hüttenkunst und Autonome Republik Utopia – Berlin

27) Warten auf Hüttenkunst: hier
28) Der mit den Hühnern schlief: hier
29) Unruh stiften in einstürzenden Altbauten: hier
30) Warten auf Hüttenkunst hat sich gelohnt: hier
31) Jagd nach Spuren und erster Fahndungserfolg: hier
32) Glück im Unglück: hier
33) JudiHEEE... jetzt geht die Post ab: hier 2. Phase: hier
34) Nach Bogota dauert es länger: hier
35) Büsen ist im Keller!: hier

Dorfrepublik Rüterberg – Rüterberg an der Elbe

36) 1 mal Dömitz mit allem: hier
37) Gut, dass Ferien sind: hier
Die Post ist da und Schlatter durch die Luft dabei: hier
38) Einschub Autonome Republik Utopia: Schon wieder Neustadt – aber diesmal Dosse? Oder wat?: hier
39) Leben in Dömitz entdeckt... sogar ein Art Vorform des Nachtlebens: hier
40) Christel’s Anliegen: hier

Gängeviertel – Hamburg

41) Recherche kommt in die Gänge: hier
42) Lob des Fahrrades: hier
43) Von ‚schilliger’ Musik und wegweisenden Projekten für die Besetzerszene Hamburgs: hier
44) Home Sweet Home: hier
45) Wenig Schmerzen: hier
46) Riesencrevetten an Ingwer Kurkuma und Spät-Pizza: hier
47) Zweimal das erste Mal: hier
Ein König kochte für mich (Video): hier
48) Redaktion zu Besuch: hier
49) Der grosse KulTOURer: hier
50) Fauler Tag: hier

Zorten – Zorten bei Lenzerheide

51) Draussen vor der Leichenhalle: hier
52) Klaus Büsen – Das Original ist überbracht: hier
53) Über Gipfel und Grenzen: hier
54) Wenn Mettier sein Metier beherrscht!: hier
55) Lustiges Erwachen: hier
56) Bierminister als Verräter: hier
57) Kein Match heute: hier

Umamatlarumma, Republik Kugelmugel, Augartenstadt – Wien

58) Kleine Welt... kleines Wien: hier
59) Pissts am Morgen dämmerts am Abend: hier
60) Beforschen?!?: hier
61) Beforschen 2: hier
62) Wien ahoi – das neue Fahrrad ist da: hier
63) Aus der Hüfte schiessen: hier
64) Heute mal ohne Titel: hier
65) Kein Stagediven sondern Stadtdriven bis ans Ende: hier
66) Kriege sind am besten im Museum aufgehoben: hier
67) Mit allen Wassern gewaschen: hier
68) Zeit für den Narrenturm: hier
69) Hinter den Fassaden: hier
70) Über kurz oder lang: Langenegger ist an jeder Ecke: hier
71) Anschluss an Österreich geschafft: hier
72) In der Sackgasse: hier
73) Habe jetzt endlich ein Profil: hier
74) Wien schrumpft: hier
75) Liebende gehen immer auf den Kahlenberg: hier
76) Der dreifache Habib: hier
77) Das Wiener Publikum sitzt still, nur der Schlatter tanzt, wie er will: hier
78) Auf Fritz Mandelbaums Spuren geraten: hier
79) Klaus nimmt mich in die Mangel: hier
80) Ein freundlicher Tag: hier
81) Den Aktionsradius erweitert: hier
82) Ein Mozart kommt nie ohne Brahms, Schubert und Beethoven: hier
83) Der kleine Gürtel-Walk: von Maultrommeln und Tschick: hier
84) A Tschick ist kein Tschick: hier
85) Ehrenvolle Niederlage gegen den österreichischen Erzfeind: hier
86) Mein kleines Wunder von Wien: hier
87) Zwischen Augarten, Augartenstadt und Augartenspitz: hier
88) Wenn King Crimson Funk spielen würden: hier
89) Auf höchster Staatsebene Kontakte geknüpft: hier
90) Von der irrealen Augartenstadt in die reale Kafkawelt Wiens: hier
91) Mit den netten Damen am Telefon wäre Kafka anders geworden...: hier
92) Kultstück eines Volkes von Kuchenbäckern: hier
93) Stolzer Kultschalbesitzer wird in Wien reichlich beschenkt: hier
94) Noch mehr Behördenprobleme: hier
95) Wie ich Wiener Boden küsste und die Tage kürzer wurden: hier
96) Wie ich zu Freikarten zum Otto Lechner komme: hier
97) Wie es zur Republik Kugelmugel kam: hier
98) Als die Wiener subventionierte Schulreisen zu Kugelmugel machten: hier
99) Lerne neue Dimensionen Wiens in den Wohnbausiedlungen im 23. Bezirk kennen: hier
100) Baba! Bhüeti!: hier


noseland
nosenoise

Samstag, 7. August 2010

Wichtiges UpDate – 7.8.2010 – 19:30 Uhr: Schlatter unterwegs … : Schlatter ist wieder in Aarau – ab heute bis 21. August 2010 in der Galerie Bleifrei – ab 19:30 Uhr wird er sichtbar.

flyer_autonomesysteme

flyer_autonomesysteme_b

zwar nicht zum anfassen, aber via modern time. bei ihm steht also immer noch “b” und nicht “a” im vordergrund. zumindest vorübergehend, oder so …

mehr infos folgen im laufe des tages, des samstages


Update 7.8.2010 – 19:30 Uhr:

Die Blogbeiträge von Bruno Schlatter werden ab sofort auch auf einem separaten Blog zur Ausstellung “autonome systeme” (LINK) zu sehen sein. Bruno wird da auch einiges einfliessen lassen, das über die Beiträge in diesem Blog hinaus gehen, z.B. weitere Handy-Fotos usw.

Damit es kein Chaos gibt, werden auch an dieser Stelle die “Schlatter unterwegs …”-Einträge in die 2. Phase übergeführt.

Es geht also hier –> LINK weiter – bitte gleich so bookmarken, merken, abonnieren oder was auch immer.


Freitag, 6. August 2010

Schlatter unterwegs XXXIV: JudiHEEE... jetzt geht die Post ab!!!!

Bruno Schlatter teilt mit:

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Minigolf auf dem Hausdach (immer Mittwochs!)

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Beuys von Warhol im Hamburger Bahnhof

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In der Bar am Fluss

Beginnen wir aber zuerst wieder am gestrigen Abend (5.8.2010): zuerst habe ich das reparierte Fahrrad abgeholt und das Minigolf auf dem Dach in der Kastanienallee 77 gesucht. Der Besitzer ist leider nicht der Löser des gordischen Knotens. Er weiss einiges über die Besetzerszene etc, ist aber erst am 15. Oktober 1990 in Berlin angekommen…
Ich spiele also eine Runde Minigolf über den Dächern Berlins, miserables Resultat, aber immerhin nicht das Schlechteste des Abends. Weiter gehts zur Weinerei, ein Konzept, das so freiwillig tönt wie das KuZeB, ist dann aber irgendwie anders: 2 Euro Eintritt und nachher je 2 Euro pro Glas, also nichts mit selbstbestimmtem Zahlen, Essen sieht nicht verlockend aus, so ein deftiges Wintermenu mit Rotkohl…
Geh schnell weiter, such noch eine Galerie in der Brunnenstrasse, die ich nicht finde und rase dann nach Berlin Mitte, will ins ICI, um das Konzert zu sehen: eine Vorschau aufs Melodica-Festival im Oktober, alles so LiedermacherInnen und heulende Susen und sowieso….
Fahre natürlich zuerst vorbei, im Dunkeln sind alle Kneipen gleich… plötzlich seh ich einen unbedarften Touristen, der ohne sich umzuschauen in die Strasse torkelt. Bin zum Glück eh ein vorsichtiger Fahrer und halte rechtzeitig an, wie er mir das Gesicht zudreht, erkenne ich Andy, meinen ehemaligen Kunstturner- und Bezirksschulkollegen, ebenfalls Schriftsteller, war auch schon bei mir auf der KanalK-Couch: so klein ist die Welt! Glück fürs Müllerhaus Lenzburg: sie brauchen keinen neuen Intendanten!
Wir unterhalten uns, er attestiert mir indirekt gute Arbeit für Noseland, meint, dass es schade sei, dass die Artikel nicht im Foyer esrchienen…

Heute dann endlich mal gut geschlafen! Bis der Wecker abgeht!

Zum Morgenessen neue Recherche. Versuch jetzt mit den Autorinnen, die in Wikipedia genannt werden, Kontakt aufzunehmen.
Die Radiosendung von Radio P - einem damaligen Piratensender - nachts noch angehört, ist aber nicht sehr ergiebig. Trotzdem halt authentisch.
Aufgrund der Recherche ins Haus der Demokratie und Menschenrechte: dort könnte es wimmeln von Leuten, die Bescheid wissen, sind aber in den Ferien, also versuchen wir sie per Mail zu kontakten.
Kurz ins DDR Museum, Trabi schauen und altes DDR- Radio hören, klein, fein… aber viel zu viel Leute!
Dann wieder viele Mails schreiben auf Spurensuche! Vielleicht ergibt sich was mit Tip, via Facebook in Kontakt mit New Yorker Avantgardistin Barabara Rosenthal…

Am Mittag in den Papiertiger, endlich mal ein paar wenige Seiten zum kopieren, auf denen wenigstens die Kollwitzerstrasse 64 und / oder Café Westphal erwähnt wird… ein paar Personen mit Namen sollten auch dabei sein!

Um 16 Uhr mit Klaus in die Neue Nationale Galerie am Hamburger Bahnhof, von Beuys über Daniel Spoerri zu Insekten…. Sehr spannende Sachen!
Nachher eine kleine Tour via Spree und Bar25 nach Neukölle…. Dort treffen wir Studienkollegen von Klaus und gehen in einen subalternen Klub, wo wir noch die Susan vom Tip treffen, die mir vielleicht auf die Sprünge hilft.
Nachts auf dem Heimweg mit Klaus noch kurz in den Trinkteufel, wo ich einem Punk kurz Noseland erklären muss und ein Abschlussbier im ‚Franken‘.
Mailkasten ist nachts voll: endlich eine Mitbegründerin!!!! Wau! Jetzt geht’s dann los! Zentrum für Demokratie sei Dank! Die Post geht ab!

//LINKS//
Barbara Rosenthal
Archiv Papiertiger
Hamburger Bahnhof in Berlin
//LINKS Ende//

 


Mittwoch, 4. August 2010

Schlatter unterwegs XXXIII: Glück im Unglück

Bruno Schlatter teilt mit (Mittwoch, 4.8.2010)

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Buchhandlung Schwarze Risse

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Schwarzer Spiegel im Künstlerhaus Bethanien

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Luginbühl (aus dem Katalog)

Spät auf mit schwerem Kopf (Rotwein und Bier im Wechsel!), trotzdem frohlockend wegen dem Fahndungserfolg von gestern! Zur Feier gibt’s Lachsfrühstück im Café Fabrik an der Schlesischen Strasse. Der Hotelmanager kümmert sich rührend um mich, seit ich ein wenig reklamiert habe wegen dem schlechten W-LAN. Besorgt mir sogar noch ein Zimmer in einem anderen Hotel für Freitag bis Sonntag: es geht dann Richtung Kudamm. Damit bin ich sozusagen einmal um Berlin gezogen!
Blog erledigt und Mails gecheckt, bevor ich mich auf den Weg mache: einmal durch die Wiener-Strasse hözen (Anmerk. der Redaktion: Was bitte ist “hözen”? – Antwort von Schlatter – s. Kommentarbereich), das Wild at Heart sieht ganz nett aus, ist natürlich so früh noch geschlossen, hat spannende Bands im Programm.
Suche die Buchhandlung ‚Schwarze Risse‘, diesmal aber im Hauptsitz in Kreuzberg, auf, der nette Buchhändler gibt mir einen weiteren Tipp: das Papiertiger-Archiv, werden wir morgen aufsuchen.
Anschliessend verhilft er mir noch zu einem Gespräch mit einem Verleger: angenehme Unterhaltung, natürlich keine Zusage, aber ich darf dann später mal ein Exposé und einige Seiten einreichen, um zu zeigen, wie ich mir das Buch zur ‚Königlichen Sommerreise‘ so vorstelle. Der Verleger hat mir auch noch einen Hinweis auf ein Magazin, welches mir eventuell weiterhelfen könne.
Noch Kaffee trinken an der Ecke, welche sehr spannendes Kreuzberger Zentrum scheint, mit Theater etc. In der ‚Zitty‘ stosse ich auf weitere Namen von alternativen Zentren in Berlin.
Auf der Rückkehr ins Hotel noch im Künstlerhaus Bethanien vorbei geschaut. Zur Zeit beinhaltet es eine Fotoausstellung. Spannend darin der grosse schwarze Spiegel und ein Video von Daniel Beerstecher, der sich ein Zelt in der Wohnung aufstellt, nachdem er zuerst Kunstrasen und Tännchen montiert hat. Als Belohnung kocht er Tee auf kleiner Flamme im Dunkeln mit künstlichem Vogelgezwitscher!

Danach 2 Velohandlungen von innen gesehen: in der ersten muss mir das Pedal wieder anschrauben werden, in der zweiten habe ich einen Platten: aber auch Glück im Unglück. Fluche gerade darüber, dass das Geschäft kein Mietvelo mehr frei hat, als genau eines zurückgebracht wird …
Noch die saubere Wäsche aus dem Waschsalon mit nettem Schwatz abgeholt, Byrek mit Spinat und Käse vertilgt und ein Bier gekauft, um den Blog schreiben zu können. Am Abend werde ich Minigolf auf einem Hausdach spielen gehen und hoffe, dort jemanden kennen zu lernen, der die ganze Szene um 1990 gekannt haben soll. Nachher gibt’s sicher noch Konzert im Ici und danach werden wir sehen.

//LINKS//
Wild at Heart, Rockschuppen am Kreuzberg
Zitty, das Magazin, das schreibt, was läuft
Künstlerhaus Bethanien für Art in Residence (Luginbühl, Hirschhorn und Rémy Markowitsch waren auch schon da…)
//LINKS ENDE//


Es gibt neue Videos auf YouTube

Hier wurde die Autonome Republik Utopia ausgerufen und zur Pizza gemacht: –> hier 

Jörg Beier klärt auf!: –> hier

Klaus Büsen redet über seinen Malprozess: –> hier

 


Schlatter unterwegs XXXII: Jagd nach Spuren und erster Fahndungserfolg

Bruno Schlatter berichtet (Mittwoch, 4.8.2010)

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Nicht Biennale, aber auf dem Weg dorthin...

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Skulptur von Cameron Jamie im Dunkeln

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Sarottihöfe, die ehemalige Schokoladenfabrik

Persönliche Bemerkungen: Es beginnt die 5. Woche des Unternehmens
‚Mikronationen und andere Utopien‘. Es macht mir sehr Spass, den
täglichen Blog zu erstellen. ABER: mein A… schmerzt. Bin jetzt seit 3
Tagen mit Fahrrad unterwegs, jetzt sind es halt nicht mehr die Füsse,
die leiden.
Normalerweise bin ich ja nicht der reisende Typ, mache mich lieber längere Zeit an einem Ort breit, aber ich muss sagen, es hat seinen Reiz. Bereichernd finde ich die Erkenntnis, dass man zuhause so viele Dinge hat, die man für unverzichtbar hält (ich habe ja gelernt, dass nichts weggeworfen wird, alles kann man irgendwann noch irgendwie gebrauchten oder wenigstens jemandem weitergeben zwecks Gebrauch), ich nun aber seit Wochen mit dem zurecht zu komme, was in einem Rucksack Platz hat. Getäuscht habe ich mich betreffs Internet, auch hier im jetzigen Hotel ist das W-LAN zwar in der Werbung versprochen, funktioniert dann aber nur in der Lobby.
Spannend finde ich die tägliche Herausforderung, nahezu kriminalistische Arbeit, wie ich zu Informationen und Gesprächspartnern komme. Dabei muss ich immer wieder mit Misserfolgen leben, auch damit, dass mein Anliegen nicht ernst genommen wird oder die Leute gar nicht mehr über ein altes Thema sprechen möchten. An dieser Stelle sei aber mal allen gedankt, die mir ganz spontan und grossartig helfen!!!
Manchmal ist es ein Nachteil, dass ich nicht alles von langer Hand geplant habe, so wird es hier in Berlin schwierig, zu irgendwelchen Informationen zu dem Thema, das ich mir gestellt habe, zu kommen. Der Vorteil liegt dann darin, dass ich spontan handeln kann, so werde ich jetzt aus aktuellem Anlass meinen Aufenthalt verlängern. Und mein Thema wird sich jetzt halt für Berlin modifizieren… macht nichts!

Interessant sind auch die vielen Dinge, die mir nebenher begegnen:
Museen, Orte, Leute…

Früh schlafen gegangen, hundemüde, aber noch früher wieder wach, um 4/5 mal eine Stunde aufgestanden um zu arbeiten, nachher noch ein wenig geschlafen. Nach 9 aufgestanden. Im Café, mail abrufen und Adressen raussuchen.
Regenwetter, also Zeit um Wäsche in den Waschsalon zu bringen.
Anschliessend die restlichen 3 Orte der Biennale besucht: alles kleine Räume mit wenig Objekten: Schön die Keramikfiguren von Cameron Jamie am Mehringdamm, speziell die Ausstellung im Dunkeln, der Besucher bekommt eine einzige kleine Lampe, mit der er die Skulpturen selber erleuchten kann.

Wenn ich schon in der Ecke bin, besuche ich noch die Sarotti-Höfe, wo
ich vor 2 Jahren übernachtet habe, die etwas vornehmere und auch
teurere Fabrikvariante (dafür haben sie included Fahrrad-Angebot).
Mediterran gegessen… lecker!
Später geht’s mit Hüttenkunst/Klaus Büsen auf Tour durch Berlin! Ein
paar Szenekneipen aufgesucht und Kontakte geknüpft, zu Leuten, die
eventuell noch jemand kennen aus der damaligen Zeit, vielleicht gelingt es so, zum ehemaligen Mitbegründer des Café Westphal vorzustossen, der dann hoffentlich den Knoten platzen lässt und ich endlich mit Zeitzeugen überrennt werde. Dann was gekocht bei Klaus und das Interview mit ihm als Hüttenkünstler geführt. Nachher nochmals Kneipe und Gespräche über die Wende und wie das wohl so war in der DDR.
Und zurück im Hotel der erste Fahndungserfolg: Sebastian hat mir die Aufnahme einer Radiosendung zur Gründung der ‚Autonomen Republik
Utopia
‘ geschickt, die er als 14-jähriger zufällig aufgenommen hatte.
Auf ihn war ich durch ein Forum gekommen, wo allerdings nur noch ein ungültiger Link war, aber dank der Indiskretion des Administrators habe ich dann die Mail von Sebastian erhalten und konnte ihn kontaktieren.

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Cameron Jamie mit fantastischen Keramikfiguren
Alte Schokoladenfabrik als Hotel
Hier kennt man vielleicht den Chef vom ehemaligen Café Westphal
(sicher hängen Bilder von Klaus Büsen an der Wand!)
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Montag, 2. August 2010

Schlatter unterwegs XXXI: Warten auf Hüttenkunst hat sich gelohnt

Bruno Schlatter berichtet (2. August 2010)

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Klaus Büsen von Hüttenkunst

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Ein Ein-Linien-Porträt, das Klaus spontan von mir machte

Aber beginnen wir gestern Abend: Netter 1. August im Garten mit Lampions, Schweizer Fahne, Jodel, Naturtongesängen und Grilladen. Hmm … feine Salate, guter Wein und gute Gesellschaft: junge Filmemacher, die sich um die Drehbuchexpertin und Professorin scharen. Einiges Interesse ist auch für Noseland da. Erfahre vom Filmprojekt Lenas, soll 2011 gedreht werden: 90-Minüter-Spielfilm, Freund Thorsten schreibt das Drehbuch, ist seit 2 Jahren hauptberuflich Drehbuchautor, vor allem für Krimis. Viele andere am Tisch sind Teil der Crew. Ich biete mich auch mal als Schauspieler an: der den komischen Schweizer Akzent bieten könnte …

Mache dann zur Freude/Unfreude aller den Quizmaster: Lena freuts manchmal nicht so, weil ich immer wieder Tipps gebe und auch mal eine Antwort ausschliesse, damit die armen Deutschen wenigstens fifty-fifty Chancen haben, alles so spitzfindige Schweizer Interna aus Geschichte, Politik und Nationalhymne und zur Krönung noch Schwyzerdütsch: Was ist ein Gipfeli? A) Orgasmus B) Bergspitze C) Croissant … das ganze natürlich in breitem Chregu vo Schlatt-Dialekt mit hie und da abdriften ins Hochdeutsch (natürlich dürfen sie nachfragen). Ist eine sehr lustige halbe Stunde, auch die Preise: Milchkuh, Toblerone und Fertig-Röschti finden Anklang.

Heute musste ich zuerst das gemietete Fahrrad zurückbringen, Flaschenpfand einziehen und ein paar Videos von der Kollwitzstrasse drehen, werde eventuell nicht viel über die 'Autonome Republik Utopia' herausfinden. Auch das Museum, das sich mit der Wende beschäftigt, weiss nichts, ist dann aber immerhin an meiner Recherche interessiert!

Ich schreibe noch das Zitty-Magazin an, ob sie einen Aufruf für Zeitzeugen veröffentlichen könnten, andere Anfragen sind noch offen.

Später geht’s zu Hüttenkunst: Morgenessen um 13 Uhr!
Um halb 12 schreckt mich eine SMS auf: wo bleibe ich? Aha, kurzsichtig wie ich bin, hab ich 1 statt 11 Uhr gelesen, also renn ich los und komme zu einem super Morgenessen mit echt gutem Kaffee …
Klaus ist sehr sympathisch, wie erwartet. Wir stellen uns und unsere Projekte vor, quasseln über dies und das! Das Hüttenkunst-Projekt und mein Lesomat könnten Geschwister sein.
Dann Fahrrad-Sightseeing: Haus der Kulturen, Mahnmal für die Juden, Haus Schwarzenberg, Temporäres Museum, Tacheles.
Spannend, was Klaus alles weiss. Unsere Ideen zielen in eine ähnliche Richtung, wir besprechen, wie wir uns gegenseitig unterstützen können: er auf Noseland, ich in Berlin! Coole Ideen entwickeln sich: morgen arbeiten wir weiter!
Klaus überlässt mir sein Fahrrad bis auf weiteres, trample dann mal los in Richtung Kreuzberg ins neue Hotel.

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Hüttenkunst
Haus Schwarzenberg, auch hier scheint sich die Utopie im Kapital verfangen zu haben
Das neue Hotel
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Anmerkung der Redaktion:
Die Finanzchefin von kulturtv.ch hat zur Zeit Urlaub, für ganze 2 Wochen. Da sie der Meinung ist, dass auch die Produktion aussetzen sollte, bin ich gezwungen, die Schlatterschen Berichte für 2 Wochen nicht täglich zu veröffentlichen. Möglicherweise. Da kann es eben mal passieren, dass gleich 3 Ausgaben auf einmal kommen, so wie heute. Aber Nachlesen kann ja auch spannend sein und so was wie einen besseren Zusammenhang bieten.
Danke für’s Verständnis.

Schlatter unterwegs XXX: Unruh stiften in einstürzenden Altbauten

Bruno Schlatter berichtet (1. August 2010)

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Gelände der Kulturbrauerei

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Alte Nationalgalerie

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Porträt Menzels von Giovanni Boldini

Am Samstagabend noch ziemlich Tacheles. Kleines Konzert draussen und viele Ateliers offen.
Am Trommelgewitter, einer öffentlichen Session teilgenommen, echt WAHNSINN, hab ich doch mit einem von den 'Einstürzenden Neubauten' gejamt... (Zitat Programm: Am 31.7. findet das Trommel- Event "Gott Sei s Getrommelt 2.0" (zum Mitmachen) von N.U. Unruh (bekannt durch die Einstürzenden Neubauten) statt. Trommeln für die kreative Mitte Berlins... Jeder und Jede ist zum Mitmachen aufgefordert! Trommelt alle zusammen!. )
Zum Abschluss noch in die Ausstellung des Minsker Künstler Rodin, ziemlich abgefahrene Bilder!

Zum allerheiligen 1. August wieder erst nach 9 aufgestanden. Der Versuch das Fahrrad einzutauschen scheiterte, zahle den 24-Stunden-Tarif, habe aber kein Licht! Ist doch eher gefährlich beim Verkehr hier! Leider sind keine Fahrräder mehr da.

Nun in die Kulturbrauerei um die Ecke, will mir den Künstlermarkt ansehen, das ist dann in 2 enttäuschten Sekunden passiert – da hab ich mir deutlich mehr erhofft! Das Kulturbrauereigelände hingegen ist super! Weitläufig, grosse altehrwürdige Industriebauten! Passt!

Weitertuckern zur Alten Nationalgalerie auf der Museumsinsel: dort weiteren Biennaleausstellungsteil besichtig: Adolph Menzels extremen Realismus (und ein paar andere alte Meister getroffen wie Delacroix, Beckmann etc).
Menzel war ein grosser Realist mit nur 140 cm Körpergrösse, der dafür Friedrich den Grossen sehr gerne malte, aber durchaus auch einfache Szenen aus dem Leben der Strasse und der Arbeiter einfing, hie und da sogar in sehr moderner Manier! War im Frühwerk sogar vorimpressionistisch (was er aber eher vertuschte)! Hinterliess 6000 Zeichnungen von hervorragender Qualität und Detailfülle!

Anschliessend an der Spree: Trio Extra spielt im Park den simplen Bluesrock!
Museum der DDR ist mir dann zu überfüllt, also zurück. Arbeiten im Hof: vorhandene Materialien sichten und zu lesen gibt’s auch noch genug!
Später geht’s dann weit raus zwecks 1. August-Brötle mit Schweizer Beteiligung und vielen Leuten von der Filmhochschule… Treffe Lena Vurma, die ich einmal im Leben gesehen habe , als wir dann fast ein Abaton-Video in Angriff genommen hätten. Scheiterte dann aber an Finanzfaulheit der Bandmitglieder und dem späteren auseinanderdriften der Band. Mal gespannt!

//LINKS//
Tacheles
Kulturbrauerei
Adolph Menzel
Lena Vurma
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Schlatter unterwegs XXIX: Der mit den Hühnern schlief

Bruno Schlatter berichtet (31. Juli 2010)


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Käthe Kollwitz

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Der mit den Hühnern...

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Der weisse Raum

Gestern spät abends noch ins White Trash, ebenfalls um die Ecke, zwecks Punkrock, Solokünstler 'Fredovitch' …dreckig…manchmal geil… Conti würde es gefallen! Alle spielen hier ihren Film, zucken im Takt, jeder wähnt sich im eigenen Rampenlicht…

Samstagmorgen erst um halb 10 auf und ins Museum Prenzlauer Berg, dort haben sie auch keine Ahnung von der 'Autonomen Republik Utopia', überhaupt seien sie eine städtische Organisation, die solche Erscheinungen eher nicht dokumentieren … bekomme immerhin zwei Museumsadressen, die sich mit der Wiedervereinigung beschäftigen: fragen wir die mal an. Lustig: das Quartiermuseum hat eine Ausstellung zu Schwulen und Lesben, also erfahren wir so einiges … auch das Käthchen Kollwitz hängt auf … Verfolgung in Nazizeit mit Artikel 175 wird aufgezeigt, auch wie es in der DDR war…

Dann Fahrrad ausgeliehen und endlich Telefonnummernaustausch mit Hüttenkunst … werden wir uns jetzt halt am Montag treffen! Sollte jetzt klappen!

Nach Mittagessen an die Biennale: 5 Stunden Kunst pur mit 2 mal stündiger Führung mit der netten Vivien Trommer. Im Haupthaus an der Auguststrasse imponierte vor allem der weisse Raum (man erschrak richtiggehend beim reinkommen, der Lichteffekt liess einen glauben, in einer weissen Staubwolke zu stehen), aber auch die Videoinstallation ‚All that is solid melted into air‘ von Mark Boulos aus Belgien, welcher links Bilder von der Börse zeigte, während rechts Aufständische im Niger ihre Kriegstänze abhielten: erstaunliche Parallelen taten sich auf!
Spannend auch die Arbeiten vom Kosovaren Petrit Halilaj, der seine Hauskonstruktion aus Kosovo mitbrachte und einen Hühnerhof dazu pflanzte, derselbe hatte in Istanbul anlässlich einer Ausstellung mit seinen geliebten Hühnern zusammengelebt und sogar inmitten von ihnen geschlafen…

Im Haus am Oranienplatz, einem ehemaligen Kaufhaus, dann einige sehr spannende Videoarbeiten: Interviews mit Leuten über die Wende (von Phil Collins … aber nicht der, den jetzt alle meinen), weiter mit einer bitteren Dokumentation über das schmutzige Geschäft mit Fotografien im kriegsgebeutelten Kongo (am Schluss bleibt auch über dem Künstler die Frage hängen, wie fest er davon profitiert, obwohl er die Afrikaner bittet, stolz auf ihre Armut zu sein, genau wissend, dass er zurückkommt …). Eine andere Arbeit zeigt die Paparazzi rund um den Fritzl-Prozess …
Schön auch die sanitären Installationen, welche Wasser durchs ganze Haus führen, um schliesslich auf einen Salzstein zu tröpfeln, welcher sich auflöst und eine Bettgarnitur ‚einsalzt‘…

Speziell die Fotoarbeiten der Türkin Nilbar Güres, welche Szenen aus ihrer Heimat nachstellt, dabei aber gerne auch mal Männerrollen durch Frauen spielen lässt und sich nicht vor makabren Inhalten scheut (Video).

//LINKS//
Ausstellung im Prenzlauer Berg Museum
Käthe Kollwitz
Biennale
Mark Boulos erklärt sein Werk (Video)
//LINKS ENDE//

 


Samstag, 31. Juli 2010

Schlatter unterwegs XXVIIIb: Videos zur Bunten Republik Neustadt


Ausschnitt aus dem Gespräch mit Guido Bock, dem Betreiber der Facebook Gruppe zur 'Bunten Republik Neustadt'. Er hat von Kindsbeinen an die Neustadt gekannt, d.h. auch die grauen DDR Tage ...

 


Anett Lentwojt vom Stadtteilhausarchiv ist für die Planung des Museums zur 'Bunten Republik Neustadt' zuständig. Hier erklärt sie im zukünftigen - jetzt noch leeren - Museumsraum die Neustädter Arche

 


Beim Mittagessen redet der selbsternannte Museumsintendant über seine Idee und seine Erkenntnisse bezüglich der 'Bunten Republik Neustadt'

 


Die Anfänge der Bunten Republik Neustadt aus Sicht des Fotografen Günter Starke.


Freitag, 30. Juli 2010

Schlatter unterwegs XXVIII: Warten auf Hüttenkunst

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Hier war mal das Café Westphal...jetzt die Pizzeria Istoria...

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Auf dem Weg zur Stadtbibliothek

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Innenhof der Mädchenkammer

Super, die Mädchenkammer ist ja ganz in Nähe der Autonomen Republik. Folglich noch gestern Abend los zum Objekt der Begierde und die grosse Enttäuschung: Der Verlust der Utopie!
Die Mafia hat alles übernommen! Pizza… Kommerz… Yuppies in Massen… stehe frustriert auf der anderer Strassenseite… schiesse ein paar Fotos, entscheide mich schliesslich doch, ein kleines Bier zu trinken, halte es aber nicht lange aus, in dieser Nachahmung einer italienischen Kirche uääähhhh!!!!

Im Eindunkeln ein Spaziergang durch die Prenzlauer Allee, auf dem Rückweg Einkauf im Russenladen und noch kurze Einkehr im Comedy Club an der Ecke, zuhause noch arbeiten und ein Gläschen Primitivo trinken: ist richtig ruhig im Innenhof der Mädchenkammer!

Heute länger geschlafen als sonst! Ist so schön ruhig hier im Innenhof der Mädchenkammer! Dazu auch mal Fenster und Vorhänge, die ein vernünftiges Abdunkeln ermöglichen.
Zum Morgenessen versucht, im Internet mehr über die 'Autonome Republik Utopia' herauszukutzeln, die scheint aber schlecht dokumentiert, stosse dafür noch im Vorbeigang auf die ‚Autonome Republik Bunker‘, welche in Zürich nach den Globuskrawallen anno 70 genau 68 Tage als erstes Jugendhaus im Lindenhof wirkte.

Nach zehn Uhr zur Stadtbibliothek gewandert, aber die hat Sommeröffnungszeiten. Dann eben in Buchhandlungen nachgefragt: die ‚Autonome Republik Utopia‘ kennt man nicht wirklich, Bücher aus den 90ern sind eh antik …
Werde immerhin zur Buchhandlung ‚Schwarze Risse‘ geschickt, die ist zwar sehr links-anarcho und alternativ, inklusive einem eigenen Verlag, aber dass da mal was war, ist auch nur ein dumpfes Ahnen… und da stand doch mal was in der TAZ …
Sie haben immerhin ein, zwei Bücher, aber da stehen eh nur die Sätze, die in der Wikipedia schon zitiert werden. Ansonsten geht’s um Gentrifikation, was sicher eine Rolle spielt, aber meinen Themenrahmen jetzt sprengen würde.

Am Nachmittag möchte ich Hüttenkunst treffen. Zuletzt schrieb er, ich solle mich per SMS melden, was sich als sehr schwierig erweist, wenn keine Nummer vorhanden ist! Folglich harre ich vor dem Computer aus, recherchiere und studiere Material, das ich aus Dresden mitgenommen habe.
Im Innenhof gibt’s sogar noch ein bisschen Sonnenschein.

//LINKS//
Pension Mädchenkammer
Kookaburra, der Comedy-Club in Berlin
Autonome Republik Bunker
Schwarze Risse
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Donnerstag, 29. Juli 2010

Schlatter unterwegs XXVII: Zügeltag

Bruno Schlatter berichtet (Donnerstag, 29.07.2010):

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Günter Starke

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Prasselkuchen

Morgendlicher Compicheck, Zimmer räumen, dann Treffen mit Günter Starke, Fotograf, der die Neustadt seit 30 Jahren fotografisch dokumentiert und auch schon in den die BRN vorbereitenden Bürgervereinen dabei war. Interessanter Gesprächspartner, der alles vor und hinter den Kulissen der Neustadt kennt. Seine Fotos spannende Schwarzweissaufnahmen mit Sozialdokumentareffekt! Neues Buch ist in Planung, dokumentiert Milieu vor und gerade nach der Wende!

Treffen mit Heiko Dachsler platzt leider, er muss nun doch arbeiten, weil viele Leute in den Ferien sind … so ist das Leben. Ich wollte nicht gross planen und muss nun nehmen, was kommt.

Kaufe mir einen Prasselkuchen (ein eher trockenes Gebäck) und setz mich noch mal in den Mondpalast zum Arbeiten. Beginne mal zu ordnen: Adressliste erstellen, Mails beantworten usw.

Fahrt nach Berlin: trübes Grau und Regen. Bezug der Pension und dann noch Bezirk erkunden.

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Günter Starke

Historischer Tipp - War ebenfalls mal nicht geklärter Besitz und wurde so zu Schmuggelzentrale: Schirgiswalder Bauwerke
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Schlatter unterwegs XXVI: Eierschecke und terraimprovisiertes Museum

Bruno Schlatter berichtet (Mittwoch, 28.07.2010):

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Eierschecke

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Guido Bock

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Die erste Schild-Zeitung

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Terraimprovisiertes Museum

Alles klappt heute! Steh früh auf um mir neue Schuheinlagen zu besorgen, hab mir gestern nämlich beide Füsse wundgewandert! Und die nette Verkäuferin im Reno, der doch schon um 9 offen ist - sonst geht hier in Neustadt nichts vor 10, ausser Bäckereien und einigen Cafés -, hilft mir wirklich mal sehr nett und kompetent.
Persönliche Zusatzbemerkung: jetzt sind die wundgewanderte Füsse wieder marschfreudig und vor allem: seit mehreren Wochen spüre ich meine Gelenkschmerzen, vor allem in den Fussgelenken, überhaupt nicht mehr. Ich hoffe, dass das an der Grünlippmuschelkur liegt.

Esse dann im Alaunpark echte Dresdner Eierschecke! Treffe dort nämlich um 10 Uhr den Guido Bock, der die Facebook-Gruppe zur Bunten Republik Neustadt betreibt. Interessanter Gesprächspartner, der die Neustadt aus der Kindheit kennt von den Einkäufen mit Muttern zu Wochenende. Damals hat ihm die Neustadt noch einen Schreck eingejagt. Als 19-Jähriger anno 1990 war er dann am ersten Neustadtfest dabei und sofort begeistert von der ‚anderen‘ Atmosphäre. Später hat er selber ein paar Mal Stände betreut und war regelmässiger Gast am Fest.

Am Mittag speise ich mit Sebastian vom Museum, der mir viele Daten zum digitalen Ablegen mitgebracht hat und mir sein Wissen über die BRN als selbsternannter Museumsintendant auf Video spricht. Hat auch eventuelle Erklärung, weshalb nicht mehr alle ehemaligen Aktivisten gerne darüber sprechen wollen und weiss zu berichten, dass gewisse Ehemalige nur bereit waren, etwas ans Museum zu geben unter der Bedingung, dass nichts von bestimmten anderen Personen angenommen würde ….

Anschliessend gehe ich ins Stadtteilhaus, wo ich von Anett diverse Unterlagen zum kopieren erhalte, insbesondere die ersten drei Schildzeitungen und eine interessante Diplomarbeit einer Schweizerin zum Thema. Zum Schluss richten wir den künftigen Museumsraum provisorisch und terraimprovisiert mit Plakaten her.

Ertappe mich heute Nachmittag als Neustädter: laufe jetzt auch mit einer offenen Flasche Bier rum …

Nebenbei konnte ich noch zwei interessante Gesprächspartner für morgen früh regeln … und das Hotelzimmer in Berlin im Mädchenzimmer (immerhin mal bis Montag).
Zuletzt Zeitung gelesen, jetzt wird noch ausgewertet und später geht’s vielleicht noch an ein Jazzkonzert.

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Grünlippmuschel
Eierschecke
FaceBookGruppe
Stadtteilhaus
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Mittwoch, 28. Juli 2010

Schlatter unterwegs: XXVb – Fundstücke der Redaktion zur Grappa, Scheune Dresden und Bury The Jumbo (Videos)

Bruno Schlatter ist unterwegs, hat sein mobiles Büro, sein Atelier irgend wo zwischen Küchentisch, Bettgestell und Badezimmer installiert. Nicht gerade optimale Verhältnisse, aber – es geht;-)

Jedenfalls haben wir 3 Videos entdeckt, die noch nicht im Blog erschienen sind:


Scheune - Privatführung mit Anett durch Dresden! Bericht dazu –> hier


Trailer Os – Gespräch mit Grappa
Eine Utopie wächst an der brasilianischen Küste. Bericht dazu –> hier


Grussbotschaft – zu Bury The Jumbo in Aarau –> Bericht dazu –> hier


… und weitere werden folgen, den der Kerl hat jetzt scheinbar auch das richtige Kabel, oder so … und überhaupt. Danke an Bruno Schlatter für seinen BlogDokuEinsatz! Die Redaktion

Schlatter unterwegs XXV: Der Sonderzug nach Bunte Republik Neustadt rollt

Bruno Schlatter berichtet (Dienstag, 27.07.2010:

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Mikromuseum geöffnet

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Meine Rechercherettungsmannschaft: Anett und Sebastian

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August der Starke auf dem 100 mal 9 Meter langen Wandbild 'Fürstenzug' bestehend aus 25000 Porzellanfliesen

Früh auf, zu früh für Läden, ein Videogeschäft gibt’s eh nicht um die Ecke, also nochmals in den ElektronikSuperMarkt: das USB-Kabel besorgen, aber bequeme Verkäuferinnen wollen nichts wissen, verweisen mich in die Computerabteilung, wo sie natürlich auch nichts haben, also zurück und mal einen Verkäufer bedrängen, aha, der sucht immerhin…und findet!!! Bravo!
Ins Hotel zurück und o Wunder, es funktioniert! Jetzt kann ich meine neue Videokamera mit dem Computer zusammenhängen.

So kann ich also meine Grussbotschaft für Bury the Jumbo erstellen, jetzt muss sie nur noch aufs Internet. Klappt vielleicht im neuen Hotel, dem Mondpalast an der Louisenstrasse…wir werden sehen!
Hab immerhin mal das mp4 hochladen können: ist halt nicht beste Qualität, aber es wird heute Abend in Aarau laufen und Burry the Jumbo im Atelier Bleifrei grüssen.

Viel am Compi gemacht, Kontakt mit Gregor Kunzd, dem ersten Monarchen der Republik, der hat aber heute keine Zeit und morgen weg ist … überlegt sich, ob er das überhaupt will … hat bis jetzt Interviews immer abgelehnt  … aus verschiedenen Gründen… sehen wir!
Zimmerbezug, Einkauf, Waschen, Essen usw.

Weil ich um 16 Uhr endlich einen Termin mit echten Personen bekomme, gehe ich ins nahegelegene Erich Kästner Museum: Yudihui, ein echtes Micromuseum! Das passt!!!  Geschlossen braucht es gerade mal 2 mal 3 mal 1, 2 Meter Platz, geöffnet stellt es einen Multimediakern dar, der von 13 mobilen Säulen umgeben ist, in welchen sich, schön thematisch geordnet, viele kleine Schätze entdecken lassen: Briefe, Dokumente, Bücher, Fotos… Auch erfahre ich, dass Kästners Familie alle paar Jahre einen Stock tiefer zog, was allerdings ein sozialer Aufstieg war, weil die tieferen Wohnungen teurer waren (zuoberst musste man ja die Kohlen am längsten schleppen).

Ab 16 Uhr treffe ich dann Sebastian Salvador Schwenk vom BRN-Museum und Anett Lentwojt (die heute Geburtstag feiert und Prosecco spendiert), welche beim Stadtteildokumentationszentrum arbeitet.
Jetzt werde ich überschwemmt mit Infos, Namen und Geschichten: endlich … der Sonderzug nach Bunte Republik Neustadt rollt! Werde morgen viele Daten digital erhalten und das Archiv durchstöbern können!

Als Dreingabe spendiert mir Anett noch eine persönliche Führung durch die Altstadt Dresdens, während der ich so einiges erfahre über August den Starken und andere pikante Geschichten aus Dresdens Vergangenheit! Auch weiss ich jetzt, dass Frauen ihre Schönheit nicht im Facebooktest beurteilen lassen sollten, sondern besser  hier in Dresden am begrabenen Herz von August dem Starken vorbeigehen, welches bei den Schönen eben wieder zu schlagen beginne …

 


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Erich Kästner Museum
BRN-Museum
August der Starke mit den vielen Frauen und noch viel mehr Kindern
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Montag, 26. Juli 2010

Schlatter unterwegs XXIV: Nicht mein Tag heut

Bruno Schlatter berichtet:

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Schild Trümmerfrau

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Grosser Garten

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Schild aus Restaurant 'Bautzener Tor' mit eigener Hausbrauerei

 

Weitere Schnittarbeiten am Computer zum Morgenessen klappten noch, dann wieder negative Antworten von wegen Kontaktaufnahme! Anschliessend aufgebrochen, um den Mirko zu suchen, der ist aber zur Zeit in Potsdam ... wieder nichts!
Weiter zu einem Elektrogrossmarkt, meine alte Kamera ist hinüber, folglich neues Ding gekauft, mit dem man auch Fotos machen kann, lieber Roger (das klappt allerdings erst, wenn ich auch noch das richtige Verbindungskabel hab zum Compi, das wird nämlich mit diesem Modell nicht standardmässig mitgeliefert).

Immerhin auf dem Weg ein Trümmerfraumahnmal gesehen (aber das Foto ist nicht da ... nur von der Anschrift).

Am Nachmittag Richtung Deutsches Hygiene Museum, natürlich geschlossen am Montag, dann halt den Grossen Garten mit dem Palais erwandert.
Später einen Film über die Republik Neustadt gesucht, aber der einheimische Videoexperte weiss weder Name noch sonst was, ausser dass der Film mal in der Scheune gezeigt wurde. Immerhin gelang ich in der Scheune an einen, der mir den Namen des Regisseurs verraten kann ... aber der Regisseur hat keine Adresse und keine Webpage ...

Nun habe ich am Mittwoch mal sicher eine Kontaktperson, die ich treffen werde, mit einer weiterer probier ich’s heute Abend noch. Wird das was?

Immerhin hab ich mal die Grussbotschaft für Burry the Jumbo aufgenommen!***


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Trümmerfrauen
Der Grosse Garten Dresden
Scheune Dresden
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*** (Anmerk. der Redaktion: Lieber Bruno, die treffe ich Morgen auch, in Aarau, ab 14 Uhr und dann Marsch durch die Altstadt auf den Rathausplatz). Weitere Infos –> hier

Sonntag, 25. Juli 2010

Schlatter unterwegs XXIII: Den Mann mit der gebrochenen Nase getroffen

Bruno Schlatter berichtet:

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König Friedrich August II

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Witziges an der Akademie der Künste: Kirchenglas aus Feuerzeugen

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Mann mit der gebrochenen Nase, Rodin

Später aufgestanden als normal. Im Riesenpiss in die Stadt gelaufen, zuerst Kaffee an der Frauenkirche zum Aufwärmen. Die Bunten Republikaner tun sich ja schwer, entweder sind sie in den Ferien oder haben sonst keine Zeit, oder wollen die alte Zeit einfach ruhen lassen, dafür find ich den König Friedrich August II.

Ausstellung der Studierenden in der Akademie der Künste angeschaut: ähneln sich, diese Jahresausstellungen der Studienklassen.

Frauenkirche angeschaut, zum Reinkommen muss man in Riesenschlange anstehen. Halt wieder mal eine schöne Kirche mehr.

Dann das neue Albertinum besichtigt. In der Skulpturenhalle läuft mir Rodins ‚Mann mit der gebrochenen Nase‘ über den Weg, den ich erst noch an der Führung durchs Kunstmuseum Luzern zitiert habe, als Bruch mit der Tradition hin zur Moderne.
In der Neuen Galerie gefällt mir vor allem Otto Dix.
Dazu gehört dann auch noch die Einzelausstellung von Jeff Wall im Lipsiusbau nebenan. Fantastische Fotografien, viele davon im hinterleuchteten Glaskasten präsentiert, in Riesenformaten. Sehr schön!

In der Scheune versucht, an die Bunte Republik ranzukommen, für die ist das vor allem das Fest, auf jeden Fall war der Tipp, dass ihr Büro in der Scheune sei, falsch.
Versuche noch weitere Mail-Kontakte mit Bunter Republik herzustellen.

Jetzt muss noch eine Video-Grussbotschaft erstellt werden, scheitere aber, weil Kamera spinnt. Dann gibt’s dann wohl ein Bier und später noch Videoschnittarbeit.

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Friedrich August III. (Sachsen)
Mann mit der gebrochenen Nase
Jeff Wall
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Samstag, 24. Juli 2010

Schlatter unterwegs XXII: Neustadt - Neue Station

Bruno Schlatter berichtet:

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Bier in Aue

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Ankunft

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Neue Welt

Am Morgen nochmals kurz in Bibliothek hochgestiegen und versucht ein Video anzuschauen. Aber entweder ist das Band zu alt oder der Videorekorder aus der DDR-Zeit hinüber gerettet. Nur Rauschen und jedes vierte Wort verständlich, na gut, viel neues hätte der Inhalt wohl kaum gebracht.

Dann nach Aue gefahren und kurzen Aufenthalt in der, so wird gemutmasst, kleinsten Brauerei Deutschlands 'Blauer Engel'.

Via Chemnitz nach Dresden weiter und in Neustadt nach längerem Suchen ein Zimmer bis Dienstag bezogen, muss also nochmals wechseln.

Jetzt gehts dann los mit der Bunten Republik Neustadt!

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Hotel und Brauerei Blauer Engel Aue 
Dresden 
Bunte Republik Neustadt
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//Hinweise der Redaktion//
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//Hinweise der Redaktion Ende//

Freitag, 23. Juli 2010

Schlatter unterwegs XXI: Portwein mit Georg

Bruno Schlatter berichtet:

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Atelier von Jörg Baier

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Georg's Schnitzerei (erklärt auch seinen Namen! Allgegenwärtig hier)

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Der neue Noseländische Stempel wird gebraucht!

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Aktueller Zeitungsartikel
(Klick auf die Fotos zeigt eine vergrösserte Ansicht, wie fast immer in diesem Blog)

Früh ins Tourismusbüro. Muss jetzt nach Absprache mit Frau Hiemer doch keine Erklärung unterschreiben, kein Material zu veröffentlichen, bevor es gegengeprüft sei! DANKE, dass man mich nicht mehr der Regenbogenpresse zuschreibt. Ehrensache, dass Ihr eventuelle Veröffentlichungen vorher seht, wenn Ihr schon danach gefragt habt!

Interessanter Gesprächspartner Weissbach, weiss viel, interessant seine
Einschätzung, dass Polemik anno 1995 so richtig losging, als man anlässlich der Feste die Verhaftung von Ritzsche nachspielte, mit Original Paul Korb auf dem Jeep!
Gibt mir noch Kopien von interessantem Ding mit Waisenhaus aus der damaligen Zeit und kopiert mir den Artikel aus der Freien Presse zu
König von Noseland!

Auch interessant seine Aussage, dass hier Geschichte ist, die ‚noch haucht‘, d.h. ihm passiert es öfters bei Stadtführungen, dass Zeitzeugen seine Aussagen bestätigen oder ergänzen.

Atelier von Jörg Baier besichtigt, super Location, die alte Turnhalle auf dem Berg, hat tatsächlich ne hübsche Bühne und natürlich viele Skulpturen.
Spannendes Interview in den Werken drin.

Beim Mittagessen stell ich fest, dass man jetzt den Schweizer kennt! Auch in der Bibliothek kommen die Frauen lachend daher, sie hätten gerade über mich geredet, ob sie mich jetzt als ‚Ihre Majestät‘ ansprechen müssten? Nein, natürlich nicht, lache ich.

Im Seniorenheim ‚Schlossberg‘ bekomme ich mehrere Adressen, welche ich
alle heimsuche:

1) Georg, ein sympathischer 93-jähriger,rüstig und aufgeschlossen, der mir seine Geschichte sehr klar und strukturiert erzählt, will anonym bleiben, deshalb ohne Kamera, dafür hat er einen Block vorbereitet, der die Durchschrift zuhanden seiner Akten darstellt.
Zum Schluss zeigt er mir seine Holzschnitzereien und offeriert mir freudig ein Gläschen Portwein, wir stossen auf Freundschaft und Gesundheit an.

2) Klopfe bei einer Dame, deren Name bei mir bleibt. Sie erregt sich schnell ab dem Thema ‚Schwarzenberg‘, gehört offensichtlich zu dem Kreis, der durch die Inhaftierungen betroffen war und auch selber noch Benachteiligungen in der schulischen Karriere erlebt hat. Sie weiss einige Namen, die mir mehr erzählen könnten, denn sie ist zu jung, um konkrete Erinnerungen zu haben; was sie weiss, kommt von den Eltern. Und sie weiss, dass die Sicht von Stefan Heym und der ‚Freien Republik Schwarzenberg‘ bis zu 90% falsch ist und dass die ‚Edelkommunisten‘ schon damals ‚dreckige Wäsche wuschen‘. Später in der DDR die gleichen waren wie die, die dann , nach der
Wiedervereinigung, noch auf dem Schloss als alte Helden gefeiert wurden … Ich gehe dann bald wieder, weil ich nicht will, dass sie sich zu stark aufregt, ist nicht gut für die Gesundheit!

3) Der dritte Herr meint dann, er habe nichts zu verbergen, weshalb ich ihn filmen darf. Er ist sehr sympathisch, 83, nicht mehr so rüstig, auch die Stimme wird schnell heiser. Offen erzählt er mir seine Geschichte vom Krieg und was nachher passiert ist in der Gefangenschaft. Leider war er in der fraglichen Zeit gar nicht in Schwarzenberg, ist erst später bei der Wismut Ingenieur gewesen. Aber auch sehr interessant und witzig. Als wir dann über politische Fragen diskutieren wollen, welche er nun plötzlich doch nicht aufgenommen haben möchte, wird er zum Glück durch Besuch des Zimmernachbarn erlöst. Ich verabschiede mich herzlich von ihm.

Danke den Pflegerinnen, die mir diese Kontakte ermöglicht haben!

Kurz ins Hotel um den Abend vorzubereiten: Staatsempfang mit neuem
Stempel in der ‚Freien Republik Schwarzenberg‘


Wismut, spielte hier nach der unbesetzten Zone eine Riesenrolle:
Link --> Das Unternehmen "Wismut"

Was ist eigentlich ein Staatsbesuch: –> hier


//Hinweise der Redaktion//
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Donnerstag, 22. Juli 2010

Schlatter unterwegs XX: Kriegsgräber müssen bleiben

Bruno Schlatter berichtet:

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Albert Schweitzer Büste

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Erzstöllcheneingang

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Lehrpfadschaubild

Morgendliche Arbeit im Seniorenpflegeheim Albert Schweitzer um dank Frau Schulz mit Zeitzeugin zu sprechen. Ist teilweise sehr interessant und andererseits schwierig, weil die ältere Dame sich gerne wiederholt und die Erinnerung auch angesichts der 65 Jahre getrübt ist. Trotzdem einige Einblicke in das Denken der Betroffenen, welches ich anschliessend auch während der Lektüre von ‚Republik im Niemandsland – Ein Schwarzenberger Lesebuch‘*** wiederfinde, insbesondere in den Forschungen von Jochen Geyer und Ralf Müller, die ebenfalls Zeitzeugen befragt haben. Allgemein zeigt sich, dass die Erinnerung an die schwere Zeit und den eigenen Kampf mit Hunger und Elend dominiert vor Erinnerungen an politische Begebenheiten, irgendwie logisch!

Nachmittags zuerst ein Erfolg: einen alten Erzstollen entdeckt, und sofort Misserfolg in der Seniorenresidenz Edelweiss. Die einzige Frau, die in Frage käme, möchte sich nicht mehr erinnern – was wir natürlich akzeptieren –, folglich noch im Pflegeheim Schlossberg angefragt, wo ich morgen nachmittags nochmals hindarf.

Wenn ich schon dort bin, sagte ich mir, schau ich nochmals ins Museum. Richtig, die liebe Frau Barth hatte mir ein ordentliches Mäppchen zusammenkopiert…Danke!

Nun unverhofft ein Zeitloch, also mal den halben ‚Lehrpfad Unbesetzte Zone‘ abgelaufen, der bringt mich jetzt aber als Experte überhaupt nicht weiter, einzig kann ich sagen, dass ich jetzt auch mal auf dem Ottenstein gewesen bin …
und immerhin führt er mich ins Rathaus, wo ich Frau Escher von der Friedhofsverwaltung besuche, um die Frage der Holzkreuze **** auf dem St. Georgen Friedhof zu klären. Nach dem Studium alter Aktenordner wissen wir nun, dass es sich um Angehörige der Wehrmacht handelt, welche aus allen Teilen Deutschland kamen. Ebenfalls gewiss ist, dass Kriegsgräber gemäss Gräbergesetz erhalten werden müssen, weshalb diese Gräber anno 1995 wiederhergestellt wurden (das russische Mahnmal aus Stein dürfte hingegen original sein, die deutschen Gräber hingegen wurden in der ehemaligen DDR vernachlässigt). Vermutung bleibt weiterhin die Todesursache, welche in den Personalien nicht vermerkt wurde. Es
könnte aber ein Reservelazarett dahinterstecken, welches damals hiesig war, in welchem sicher noch Schwerverwundete aus den Kampftagen lagen. Vielleicht erfahren wir mehr, wenn die zuständige Fachperson aus den Ferien zurück kehrt.

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Seniorenpflegeheim Altert Schweitzer
Friedhof St. Georgen
Gräbergesetz
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//Hinweise der Redaktion//
***  Republik im Niemandsland – Ein Schwarzenberger Lesebuch – Info hier
**** Frage der Holzkreuze – erstmals von Schlatter erwähnt hier
//Hinweise der Redaktion Ende//

Mittwoch, 21. Juli 2010

Schlatter unterwegs XIX: Von Heym bis Hiemer

Bruno Schlatter berichtet:

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Das Sowjet-Mahnmal

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Schaukasten der 'Freien Republik Schwarzenberg' (bitte nicht verwechseln mit Schwarzenberg, das nach dem 2. WK vorerst unbesetzt blieb)

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Heidrun Hiemer, Oberbürgermeisterin (CDU)
  

Am Morgen CD mit Gesprächen hören:

Stefan Heym (zum 50. Jahrestag des Ende des 2. WK):

- 'damals, als Schwarzenberg - ohne es zu wissen - eine freie Republik war',

- 'Ich bin kein Historiker, ich bin Romancier, ich suche Themen aus, danach was für Menschen da sind und welche Menschen ich rein tun kann, und wie spannend ich das machen kann…dazu gehört Schwarzenberg'

- 'Einige Leute haben mich als Utopisten bezeichnet und ein bisschen verlacht, und ich sage ihnen, der gesamte Fortschritt der Menschheit wurde erreicht durch Utopisten'

- 'Kapitalismus wird irgendwann abgelöst von Gesellschaftsform, in der nicht mehr der Ellbogen das wichtigste Körperteil sein wird!'


Anschliessend in die Stadt, nochmals den Friedhof aufgesucht: die Geschichte mit den Holzkreuzen weiss mir niemand zu erklären, niemand weiss genaues … die will ich ergründen!
Jetzt auch noch das Sowjetmahnmal entdeckt. Hier soll einer der wenigen Friedhöfe sein, auf dem beiden gegnerischen Armeen Mahnmale errichtet wurden.

Über den Totenstein (diesmal von oben) zurück, Mittagessen und anschliessend Lektüre von Material, das nur im Tourismusbüro aufliegt: ein Bericht eines ehemaligen Werwolfes (16 -18 jährige Jungen wurden zu Kampfhandlungen ertüchtigt), der von den Sowjets zwecks Umerziehung viereinhalb Jahre in Sibirien im Lager litt.

Um 15 Uhr zweites Gespräch mit Jörg Beier, diesmal Schwerpunkt Kunstaktion ‚Freie Republik Schwarzenberg‘ (welche sich immer deutlicher vom historischen Geschehen abhebt als Utopie, welche kurz nach der Wiedervereinigung entstand).

Um halb sechs dann das kurze Interview mit der Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer (CDU), welche klar unterscheidet zwischen historischen Begebenheiten und der aktuellen Utopie von der ‚Freien Republik Schwarzenberg‘. Stolz erwähnt sie das Stefan Heym-Denkmal, welches immerhin eines der ersten ist, welches einem ehemaligen DDR-, und damit linken, Autor gewidmet ist, weshalb es vor allem dem Autoren und seinem Bezug zu Schwarzenberg gilt. Weiter weiss sie zu erzählen, dass in der damaligen, unbesetzten Zone innerhalb der 6 Wochen ihres Wissens kein Schuss gefallen sei, was durchaus erwähnenswert sei.

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Schwarzenberg (Roman)
Werwolf (Freischärlerbewegung)
Heidrun Hiemer
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