Samstag, 25. September 2010

Schlatter unterwegs LXXXII: A Tschick ist kein Tschick

Bruno Schlatter teilt mit (Freitag, 24.9.2010)

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Eine Fragestellung des Vortrags zu ausserirdischem Leben

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Freilebende Schlange im Zoo

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Vorbereitungen zum Umzug

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Transparent


Zur Pause treffe ich beim Verein08 (um Dominik zu treffen, der auch das freundliche Winken vom Montag organisiert) ein, wo alle Donnerstage sehr spezielle Veranstaltungen stattfinden, sei es Musik, oder eben wie heute ein Wissenschaftlicher Abend. Ich höre noch einen Vortrag (in Englisch, schliesslich waren vorher Belgische Wissenschaftler dran) zum Thema, ob es neben uns Menschen weiteres Leben gibt im All (aber nicht auf Erich von Däniken‘s Ebene sondern aus astrophysischer Sicht werden solche Fragen aufgeworfen und erforscht). Wir erfahren, wie Keppler – nicht der verstorbene Astronom, sondern der Satellit – auf Planetenjagd ist und dass es eine Formel gibt, die die Möglichkeit von 1,13 errechnet dafür, dass es innerhalb der Milchstrasse Leben geben soll (wobei die Frage auftaucht, wie denn die 0,13-Lebensform aussehen würde). Interessant, wenn ich auch schon viel wusste, immerhin habe ich endlich mal in einem wissenschaftlichen Vortrag eine Bestätigung gefunden für meine Theorie, die ich in einem uralten Text ‚AllÔhnSinn‘ darstellte, dass das gesamte Universum auch nur eine Art winziges Terrarium – ein wissenschaftlicher Versuch – in einer riesigen Welt von ausserirdischen, viel gewaltigeren Wesen sein könnte. Auf jeden Fall gibt es Leben in Wien und ich treffe schon wieder Leute, die mir letzte Woche in anderem Zusammenhang vorgestellt worden waren, und der ewige Habib hätte spielen sollen, war aber krank….

Stehe heute vor dem 3. Josefstädter Bohrorchester auf und höre mich in die knarrenden Welten des Robert Koch mit seinem ‚Looping Jaw Harp Orchestra‘, Elephant Road‘, 2009. Koch hat mir sein Projekt als virtuelles Orchester beschrieben, er spielt die Tracks selber ein, einzig die Bläser werden von Freunden eingespielt. Robert köchelt ein nettes Süpperl, es wird gemaultrommelt, stilgedrummt, geratscht und geschnetzelt, mal Tango, mal mehr Jazz, dann Folkloreeinflüsse, dann humpelt der Sound dahin, während im Hintergrund New Orleans Bläser rumzuschleichen scheinen. Gefällt mir tausend mal besser als das 3. Josefstädter Bohrorchester, das um 9 Uhr wieder übt, wahrscheinlich ist das eine Regel hier, dass die Bauarbeiter erst um 9 lärmen.

Mach dann den Slalom nach Schönbrunn, fast jede Kreuzung wechselt der Radweg die Wienzeilenseite, und treffe mich um 10 mit Marlis. Wie ich die Touristerei sehe, will ich nicht recht rein, wir gehen dann trotzdem durch den Park der gewaltigen Schlossanlage zum Zoo. Dort schauen wir uns um, trinken Kaffee in der Sonne, stellen fest, dass sie die Lehre im Betrieb gemacht hat, wo mein Vater gleichzeitig gearbeitet hat und begegnen einer freilebenden Schlange (Absicht, geflohen oder aus dem Wiener Wald heruntergekommen?).

Zurück zum essen, verarbeiten, chatten.

Auf 16 Uhr an die Demo ‚Auf zum pombösen Empörungsmarsch‘, um gegen die Bauwut zu demonstrieren, indem wir ein Plätzchen für die Wiener Sängerknaben fordern, aber NICHT im Augarten. Um die Erhaltung, respektive Wiederherstellung des Augartenspitz als öffentlichen Garten wird seit langem gekämpft: auf der einen Seite mit hohen Wänden, Stacheldraht und Security und auf der anderen Seite mit viel Fantasie. Ein bunter Umzug bewegt sich durch die Stadt, angeführt vom Wagen mit klassischem Konzertchen drauf, dann der Ehrendame mit langem Transparent-Rock und einer Schar Sympathisanten, die nach dem Verteilen von Trillerpfeifen zur symbolisch zwitschernden Vogelschar eines Gartens werden. Man zieht, streng bewacht vom Polizeikonvoi, rund um die Stadt zu den Verantwortlichen und hinterlässt abwaschbare Protestspuren aus Strassenkreide. Unterwegs gibt es Verpflegung durch die Marketenderinnen und Reden. Durch und durch ein gelungener Auftritt, der sehr viel Aufmerksamkeit findet.

Peinliche Korrektur: Habe am Rande erfahren, dass ich gestern einen Riesenblödsinn schrieb: ein ‚Tschick‘ ist eine Zigarette, also hatte der Her Oval einen Kaugummi… sorry, da war ich mir aus den Zusammenhängen heraus zu Unrecht zu sicher…. Wobei ein Tschick bei uns, also in der Schweiz, in gewissen Regionen und Altersgruppen durchaus ein Kaugummi sein kann…

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Nachlieferung Link von Restaurant Entler (sehr empfehlenswert im mittleren Preissegment, in der oberen Leistung)

Schönbrunn

Demo
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