Freitag, 8. Oktober 2010

Schlatter unterwegs LXXXXIII: Wie es zur Republik Kugelmugel kam

Bruno Schlatter teilt mit (Donnerstag, 7.10.2010)

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Kollegium Karlsburg

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Nette Idee um CD’s zu verkaufen, Automat im Flex

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Dieter Schrage

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Wiener Beschwerdechor auf der Bühne, wo hie und da auch freundlich gewunken wird…

 

Abendprogramm im Flex, ein undergroundiges Lokal am Fluss. Der Augustin feiert 15 Jahre Jubiläum. Treffe Doris, die noch aufgewühlt ist von der vorherigen Demo und einem eher kühlen Empfang durch den Augustin, für den sie seit Jahren ja auch arbeitet. Später kommt auch der Doppelbürger und ich kann ihn von seinem Glück informieren, dass er im strengen Sinn, nun der per Selbsternennung der Bürger der Augartenstadt sein dürfe. Zum Start das Kollegium Kalksberg, Wiener Lieder mit Schmäh und viel Alkoholgehalt. Nicht immer einfach zu verstehen, aber durchaus eben so charmant wie ein kratziger Bart am Morgen mit Schnapsfahne.

Dann treffe ich Reinhard Prenn, den Propagandaminister der Republik Kugelmugel. Wir setzen uns in ein Café am Schwedenplatz (beim ÖVP-Anlass auf dem näheren Schiff fanden wir uns doch nicht richtig am Platz). Prenn erinnert sich, wie er zu den wenigen gehörte, die auch mal in der Kugel drin an einer Versammlung teilnahmen. Zum Schluss bietet er auf diesem Weg Edvin Lipburger den Rücktritt an, einerseits weil er rund 20 Jahre nichts getan habe, andererseits wohl auch, weil er nun genau durch mich und mein Interview in einem gewissen Sinn Amtsverletzung betrieb, widerspricht doch die Öffentlichkeitsarbeit seinem Auftrag, eben gerade auf Propaganda zu verzichten. Und kaum ist das erledigt, benimmt er sich wie sich ein wahrer Politiker benehmen muss und beantragt das Amt in Noseland! So treue Minister heissen wir sofort willkommen!

Zurück spielen die Ja, Panik im grossen Saal und zwar so laut, dass mir sogar zuhinterst – bei einem wohlgemerkt ruhigen Stück – die Ohren wackeln. Schnell wieder raus und den Doppelbürger bei Widerstandsarbeit ertappt. Erfahre von den Vorfällen in Stuttgart. Ja, so ist die Welt! Später rumpeln noch die First Fatal Kiss ihren Rumpelpunk. Schön, gibt es noch unbekümmerte junge Mädels, die sich trauen, ihr Ding durchzuziehen. Tönt schon ein bisschen wie die (Punk)- Väter, oder wärens schon die Grossväter, vor 30, 40 Jahren, als die ihre ersten Versuche in die Saiten hauten.

Am Morgen liest mir Anne Bennent Robert Walser-Texte vor, von musikalischen Intermezzi Otto Lechners begleitet, gwundrig, 2000. Schön, wieder mal die charmante, hinterhältige Poesie Walsers zu hören. War er doch mitverantwortlich, mich zu einem Phantasten zu machen. Arbeite aber nebenbei und werde mir das nochmals in Ruhe anhören müssen, tönt sehr gut.

Dann den Abend vorbereiten und ausdrucken im Internetcafé sowie Weiterarbeit am Krause-Interview.

Um 1 Uhr treffe ich mich mit Habib, ich darf ihm helfen einen kleinen Arbeitsbestätigungstext zu übersetzen, der ist wichtig für seine Aufenthaltsbewilligung, er muss als freischaffender Musiker mindestens 800 Euro regelmässiges Einkommen aufweisen.

Um 14 Uhr treffe ich auch noch Dieter Schrage, der in der Sargfabrik wohnt. Ausser dem alten Schlot wurde das ganze Gelände geschleift und neu gebaut und gilt heute als europäisches Vorzeigeprojekt für Wohnen, Arbeiten, Kultur und Bildung. Dieter Schrage ist 75, wirkt aber immer noch kämpferischer als manch 20ig-Jähriger. Er war in den 70ern für eine Bank als Kurator tätig und hat so den Maler Edvin Lipburger und auch die Ideen zum Bau des Kugelhauses kennen gelernt. Schrage erzählt, wie Lipburger dann, als die österreichischen Baubehörden den Bau des Kugelhauses verboten, dazu kam, die Republik Kugelmugel zu gründen und sich somit den österreichischen Republikgesetzen zu entziehen. Schrage hat die Kugelmugel, während sie noch im Bau war, besucht, sich aber später gedanklich von ihr entfernt, weil er in Projekten wie der Arena viel beschäftigt war. Dazu wurde er Vizedirektor des einen Hauses des damaligen Museums für moderne Kunst.

Um fünf bin ich bei der Tribüne beim Apollo und erwarte das Eintrudeln des Wiener Beschwerdechors, der heute eine kleine Tournee durch Wiens öffentliche Plätze macht. Erlebe mal was Neues: normalerweise geht ja das Handy im Publikum ab, hier wird der Spiess umgedreht und der eine Sänger, ausgerechnet der Doppelbürger, telefoniert noch, während der Dirigent ansetzt.


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Nachtrag VJ, der die netten Live-Animationen im Werk gemacht hat

Kollegium Kalksburg

Zehnsekundenstar

Phantasieren

Sargfabrik

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Donnerstag, 7. Oktober 2010

Schlatter unterwegs LXXXXII: Wie ich zu Freikarten zum Otto Lechner komme

Bruno Schlatter teilt mit (Mittwoch, 6.10.2010)

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Kunst bei Gazebo

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Erlaubter Durchgang beim Kandinsky-Café

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Währinger Friedhof vor der Freiwilligenarbeit


Den Abend verbringe ich bei Doris Kittler und ihrem legendären moquito, den sie mit Minze aus ihrem Balkongarten braut, wobei sie erst nach missgefälligem Probieren DEN NICHT UNBEDINGT ABDINGBAREN Zuckerrohrschnaps beigibt. Ich werde ausgiebig mit Filmmaterial aus ihrer Kamera versorgt. Im Prinzip warten wir auf Otto Lechners Anruf, der verspätet vom Studiotermin zurückkehrt. Wir theoretisieren und erklären gegenseitig Dasein, trinken Rotwein und hören als vorläufige Kompensation eine Cd mit Musik von Otto Lechner.

Um 22 Uhr ist es dann soweit. Otto Lechner kommt heim, der Studiotermin war verzögert worden, weil sie am Vortag einen mehrstündigen Stromausfall zu beklagen hatten, in drei Quartieren Wiens. Wir kaufen unterwegs Bier und treffen ihn in seiner Küche, wo wir den Altbürgermeister der Augartenstadt ausfragen und unter anderem erfahren, dass sich seine potentielle Nachfolgerin gemäss alter Grundregel der Augartenstadt doch gefälligst einfach mal als neue Bürgermeisterin deklarieren soll. Auch das Bürgerproblem ist aus seiner Sicht keines, da der Bürger sich ja als solches bezeichne, sei er automatisch eben derjenige! Erfahre zum Schluss, dass Otto Lechner schon bald in Wädenswil sein Robert Walser – Programm präsentiert, wozu ich durchaus 2 Freikarten bekäme und bei der geographischen Nähe auch ein Spontanbesuch Noselands abgewogen werden müsse. Sollte da draussen in der weiten Welt jemand Robert Walser schätzen und mich begleiten mögen, solle sie/er sich doch melden… (Anmerk. d. Redaktion: Ohne Datum, keine Nachfrage – von mir)

Leider ist es irgendwann zu spät, um die 2 anderen Projekte zu besuchen, die auch noch im Terminkalender gestanden hätten. Underground City ist beendet und ins Luftbad fehlt mir die Kraft.

In die Nacht noch ein ausgiebiges Chatterl über Gott und die Welt, wobei ich erfahre, dass ich Otto Lechner sympathisch sein müsse, ansonsten er mich unter den gegebenen Umständen nicht empfangen hätte, dazu seien seine Gesichtszüge immer sehr entspannt gewesen.

Morgenessen mit Barbara Wolflingseder und ihren Geschichten aus den Wiener Bezirken, Ottakring, 2009. Die geschichtliche Entwicklung wird aufgerollt, die Wiege des Wienerliedes erklärt und am Brunnenmarkt eingekauft.

Erstelle mp3-Dateien von den gestrigen Interviews für Robert Sommer und versuche Ordnung in meine Computerdateien zu bringen. Im Café Hummel netzworken und Einladungen für Abschiedsapéro schreiben (sniefff… langsam muss ich mich mit der bitteren Realität rumschlagen, dass ich jetzt, wo es richtig losginge, wieder zurück muss in den Ernst des Lebens… Aber ich verspreche Wien, wieder zu kommen!)

Den Nachmittag arbeite ich das restlich Material zur Hüttenkunst und Klaus Büsen durch und starte mit dem Interview mit Wolfgang Krause, Ausschnitt:

„Wir sprachen über ein Projekt in unserer Galerie U2, dabei ist die Idee entstanden, eine eigene Währung zu kreieren und auch wirklich ein Netzwerk zu schaffen, dass man mit diesem Geld bezahlen kann. Das war im Herbst 1993 und nach einer längeren Vorbereitungszeit haben wir über 50 Künstler quer durch die Szenen Berlins eingeladen, Geld nach einem vorgegebenen Muster zu entwickeln, zu zeichnen, in einer Auflage von 100 Stücken herzustellen und als nummerierte Exemplare zu signieren. Da waren Leute vom Tacheles dabei, von End-Art, ganze junge Künstler, aber auch arrivierte wie Klaus Steck, oder Henning Christiansen, der dänische Fluxuskünstler.

Wir fanden hier 30 Geschäfte die bereit waren, über einen Zeitraum von 7 Wochen diese Währung zu akzeptieren. Der Begriff Knochen geht auf Diogenes zurück, er wollte verhindern, dass man Geld hortet, und schlug vor, das Geld aus den Schlüsselbeinen von Widdern zu machen, dass hatte den Vorteil, wer die Schlüsselbeine hortet hat mit Mäusen zu tun, hat damit zu kämpfen, dass es fault, das Horten ist also nicht so einfach möglich.“

Um 5 Uhr ruft mich noch Dominik Nostitz an und wir vereinbaren, dass ich am Donnerstagabend im Verein 08 an der Piaristengasse einen Einblick mit Lesung zu meinem aktuellen Projekt gebe.

Heute gibt’s nur Archivbilder, das fotografieren ist vergessen gegangen.

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Konzerttermine von Otto Lechner in Wädenswil

Ottakring

Robert Sommer

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WOERDZ - Eugen und Nora Gomringer

Theatre La Fourmi–25.9.2010


Hier bietet sich eine der seltenen Gelegenheiten, Vater und Tochter Gomringer live auf der Bühne zu erleben. Eugen Gomringer, der in diesem Jahr 85 Jahre alt wurde, gilt als Vater der konkreten Poesie, Nora Gomringer ist eine erfolgreiche Vertreterin der Spoken Word-Szene. Vater und Tochter Gomringer lesen miteinander. Sie hören einander zu und reagieren.
Die konkrete Poesie und Eugen Gomringers Sonette treffen auf die Lyrik und Sprechdichtung Nora Gomringers.

 


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Mittwoch, 6. Oktober 2010

WOERDZ – Pablo Haller– Experimentelle linguistische Analyse von EKR’s 100 Bars – Teil 2/2 (Video)

Loge Luzern – 23.9.2010


Es ist bekannt, nach dem ersten Teil folgt ...

... der zweite Teil, z.B. des Vortrags von Pablo Haller mit dem dem Titel: "Experimentelle linguistische Analyse von EKR's 100 Bars".
Die Aufzeichnung erfolgte am 23.9.2010 in der Loge Luzern anlässlich des WOERDZ Barfood Poetry-Festival.

 


Teil 1 –> hier
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WOERDZ – Pablo Haller– Experimentelle linguistische Analyse von EKR’s 100 Bars – Teil 1/2 (Video)

Loge Luzern – 23.9.2010


Pablo Haller geht mit der Sprache um, wie andere mit vierrädrigen Fahrwerken, die aber nur auf drei fahren. Immer wieder entdeckt er ein Hindernis, über das er elegant hinweg steuert.
Hier gibt es den ersten Teil seines Vortrages mit dem Titel: "Experimentelle linguistische Analyse von EKR's 100 Bars”.
Die Aufzeichnung erfolgte am 23.9.2010 in der Loge Luzern anlässlich des WOERDZ Barfood Poetry-Festival.

 


Teil 2 –> hier
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Wer weiss wo Guantanamo ist? Klar, im Jura, meint die Schweizerische Depeschenagentur (SDA)

Guantanamo ist im Jura_cr
Neue Luzerner Zeitung – 5.10.2010 – Seite 5 (Schweiz)

 

Also, vielleicht ist das so. Aber auch gut möglich, dass die Neue Luzerner Zeitung etwas Nachhilfe in Geographie gebrauchen könnte. Also, irgendwie kommt mir da alles durcheinander.

Moment, ich muss mal überlegen:

Die Uiguren sind aus Uiguristan oder Ostturkestan.
Guantanamo liegt auf Kuba
Der Jura (frz. Jura, ital. Giura, rät. Giura), amtlich Republik und Kanton Jura, ist ein französischsprachiger Kanton im Nordwesten der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Der Hauptort ist Delémont (gem. Wikipedia)

Ich glaube, jetzt habe ich wieder Ordnung in meinen GedankenGängen, oder so .... Naja, das hat man eben davon, liebe NLZ, wenn Pressemitteilungen einfach ungeprüft übernommen werden.


Schlatter unterwegs LXXXXI: Wie ich Wiener Boden küsste und die Tage kürzer wurden

Bruno Schlatter teilt mit (Dienstag, 5.10.2010)

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Jonas Lehtinen

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Fritz Ostermayer

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Doris Kittler und Robert Sommer

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Kurzer Tag der der offenen Tür

 

Am Abend küsse ich zuerst den Wiener Boden: die Tramgeleise sind sehr glatt bei Regen, weshalb ich vom Radl stürze und wieder einmal meine exzellente Falltechnik aus Kunstturnertagen ausspielen kann. Habe Glück, dass mir niemand drein fährt. In der Innenstadt lerne ich die Wiener Polizei kennen, habe zuerst das Gefühl, es sei, weil mein Licht im Regen nicht geht, aber die überfreundliche Politesse klärt mich auf, dass ich in der Fussgängerzone bin und die nächsten 5 Meter zu Fuss gehen müsse.

Mein Weg führt ins Theater Nestroy (Carmen und Wolfgang sind auch da), wo uns der Untergrund begegnet. Nach einer typisch österreichischen Eingangsrede von winzigen 45 Minuten erwartet uns ein super Keller mit Kunst, die sich deutlich im Progress befindet (aber vermutlich trotz ihrer schwierigen Auffindbarkeit, diffizilen Kleinheit und voraussichtlich unerreichbaren Beendigung über ein grosses Budget verfügt). Der Finne Joonas Lahtinen liefert eine rund 40-minütige Performance, weil er Nathalie sucht, aber eigentlich gar keine Kinder von ihr will. Dann folgt der Kult Fritz Ostermayer (realisiere dann später, dass ich ihn schon mal als DJ im Rhiz erlebt habe), der – in grauem Anzug mit weissem Hemd – über Punk referiert: ‚Die Leichen sollen sich schleichen‘. Zwischendurch lerne ich den Bergwerksarbeiterstaat-Präsidenten kennen, der die historischen Vorläufer zelebriert, die dazumals in Kroatien schon einen freien Staat ausriefen und niedergemetzelt wurden. Werde die neue internationale Beziehung versuchen, diese Woche zu vertiefen!

Als dann brüchige Frauenstimmen die letzte Performance starten, lockt mich Kultschal ins Rhiz, das ich eh als Nachfolgeprogramm vorgemerkt hatte. Dort spielt Moebius aus Berlin – in St. Gallen geboren – seine Loops, Effekte und Maschinchen. Die nette Dame an der Kasse erkennt mich zwar, will aber trotzdem Eintritt, weil sich Presse per Mail anzumelden habe: Puhhh….: Wieso ist spontane Presse unerwünscht (Anmerk. der Redaktion: Das wird den Studenten eben an den Schulen so eingetrichtert – immer schön anmelden und die Veranstalter meinen, dass es so sein muss, weil es doch “da oben” so vermittelt wird). Der Moebius checkt worum es geht und wühlt eine CD aus der Tasche seiner Frau, die normalerweise eben das Verkaufsgeschäft regelt. Der Roedelius sei übrigens im Publikum gewesen. Kultschal könnte mir jeden einzelnen Namen nennen, der im Nestroy gewesen sei, als sie erfährt, dass der Ostermayer gelesen hat.

Den letzten Zweigelt gönn ich mir bei Jurek im Panigl, der frisch gebräunt und gut gelaunt von einer griechischen Insel kommt.

Am frühen Morgen gibt es den moebius, kram, 2009. Es zappelt und rappelt in der Kiste, eene meene moe und bius. Erquickliche Klänge werden zusamengeflickerlt und mit Filtern bearbeitet, dass es einen ans Herz rührt. Ein Altmeister der elektronischen Klangerzeugung ist frisch geblieben.

Um 10 Uhr treffe ich mich in der Augustin Redaktion mit Robert Sommer, (Chef)Redaktor des Augustin, Programmleiter im Aktionsradius, Stadtrat für Intergalaktische Beziehungen und Osterheiterung in der Augartenstadt. Er kann als Mitbegründer des Projektes berichten und weiss bestens Bescheid, wie eine Stadt einen Leerraum braucht, damit sich das Volk jederzeit erheben könnte, wird dann aber der Fragestellung nicht gerecht, ob dann die Augartenstadt diesen Leerraum vielleicht vergebens habe – mangels Bürger, Volk eben. Interessant die Idee, dass eine Stadt aus allen unterschiedlichen Elementen bestehen müsse und der Ansatz, das afrikanische Palaver anstelle des gängigen Justizsystems zu setzen.

In der zweiten Runde kehrt er den Spiess um und nimmt mich und die Noseländische Idee in den intellektuellen Schwitzkasten. Doris Kittler ist auch vor Ort, um zu filmen, wie ich filme. (Anmerk. der Redaktion: Ha, da macht ja jemand genau das, was ich auch liebe – Kompliment weiter geben!)

Anschliessend essen wir zusammen und ich treffe 2 Lehrerinnen – die besser anonym bleiben, angesichts der hier herrschenden Mentalität, dass Schulbesuche über den zentralen Chef zu bewilligen sind. Wir wollen den Tag der offenen Schul besuchen, stellen aber fest, dass wir um 15 Uhr – der nette Schüler, der uns Verirrte betreut, sagt es gnädig, ein paar Minuten zu spät sind. Der Tag der offenen Tür dauert von 8.00 – 10.00 Uhr, damit das werktätige Volk auch ja genug Zeit hat, sich einzufinden. Wir besuchen noch die Schule, wo die 2 Lehrerinnen arbeiten, dort hat offiziell gemäss Anschlag genau 1 Lehrsaal die Funktion der offenen Schule, ist aber um die Zeit leer. So nehme ich kurz Einblick ins Lehrerzimmer und ein Klassenbuch und wir diskutieren das eine oder andere Problem, das sich in unseren Schulsystemen stellt.

Nachher marschieren wir zum Naschmarkt um einen Hopfentee zu geniessen. Weil in der Ecke ein Grüner Abgeordneter fürs Europaparlament Volksnähe zeigt, politisieren wir über die Hintergründe, dass die Schweiz nicht in der EU ist und ob sie nun ein Schurkenstaat sei oder nicht.

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Underground City 21 Vienna

Joonas Lehtinen

Dieter Moebius

Doris Kittler

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WOERDZ – U18: Von der Schul-Aula zur Theater-Bühne–Teil 2 (Video)

23. und 24 September 2010 / Aula Kantonsschule Alpenquai + La Fourmi


In einem weiteren Teil unserer Berichterstattung vom WOERDZ Barfood Poetry-Festival Luzern 2010 zeigen wir einen Schüler und eine Schülerin im wortgewandten U18-Slam-Wettstreit. Er beschäftigt sich mit dem Flug-Reisen und sie mit einer freundschaftlichen Zeit-Reise.

 


Weitere Infos zum Festival befinden sind –> hier.
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Dienstag, 5. Oktober 2010

Den Strassenwischer gesucht und nicht gefunden

Der Strassenwischer - Der Wagen


Heute hatte ich einen Termin im Café meines Vertrauens und auf dem Weg dahin stand ein Karren, der “meinem” Strassenwischer gehören könnte. So habe ich mich umgesehen, einmal fast um den ganzen Block gelaufen, doch nichts wars. Dazu muss ich sagen, dass ich ihn schon seit Monaten nicht mehr persönlich gesehen oder getroffen habe, nicht mal aus dem Auto raus und doch sind immer wieder Meldungen bei mir eingegangen, in den Briefkasten, also mit der Post, nur ohne Post.

Gerne hätte ich mich heute mal bei ihm “Aug’n’Aug” bedankt, doch nichts wars. Verschoben ist nicht aufgehoben Zwinkerndes Smiley

 


Alles zum Strassenwischer im kulturtv.ch –> hier

Schlatter unterwegs LXXXX: Noch mehr Behördenprobleme

Bruno Schlatter teilt mit (Montag, 4.10.2010)

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nee. am Werk

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Leo Riegler

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Archivbild: Klaus Büsen am Werk


Nach ungewohntem nachmittäglichem Schlaf wanke ich ins Café Hummel, erledige den gestrigen Blog und verschicke einige dringende Mails. Danach gibt’s einen feinen Salat, als Hauptspeise Spätzle an rotem Pesto und ein Stündchen Arbeit. Den Rest des Abends verbringen wir am 3. Abend des Viennese Soulfood Festivals im Werk. Wir hören gerade noch den Schluss von den Playbackdolls, die wir schon vor langer Zeit im Rhiz gesehen und gelobt haben. Sind wirklich cool, haben was von Waits & Co, gehen Richtung charmante Urbanität. Spielen unter anderem auch das Themerin wie ein nettes Akkordeon.

Anschliessend ‚nee.‘, ein Trio der strengen Art, Computer plus zwei Bläser. Aufgrund des einen Stückes, dass sie einem Kritiker widmen, der sich getraute zu sagen, dass Jazzer ihre Scheuklappen behalten und nur spielen sollten, was sie können, unterlasse ich jegliche Kritik, aber natürlich auch, weil ich sie wirklich spannend fand: zwischen modernstem Jazz und e-Musik. Die dürfen ruhig mit den Scheuklappen zwinkern.

Zwischendurch werde ich noch von einem Musiker gefragt, der nicht mal spielt heute, ob er mir seine CD’s schicken darf, ich sei doch der Radiomann aus der Schweiz, was ich wirklich lobenswert finde. Hören wir uns gerne an.

Als drittes kommt Leo Riegler, unbeschreiblich, was der abzieht zwischen Comic und Music, unter anderem auch die Kleider. Persiflage reiht sich an lockere Sprüche, untermalt von DJ-Parts und Computer, ein Song darf ruhig auch mal der Oma gelten.

Den Abschluss machen Ephraim Juda aus Berlin, gut gespielt, aber eher durchschnittlicher Reggae on the sunny side of life. Spannend der Drummer mit Cachon statt Pauke und Mikro für den Mundbass. Habib gefällt das, der sich nach dem Fussballspiel, das Tunis in der afrikanischen Champions-League leider verlor, auch ins Werk gesellte. Wien tanzt immerhin mal. Bleibt zu vermerken, dass Viennese Soulfood ein spannendes, vielseitiges Programm anbot, mal kunstvoll, mal popiger, ein Label mit Zukunft.

Am Morgen tänzeln Tini Trampler & Die Dreckige Combo durch die Stube mit ‚Eiscrème – Raspoutine‘, 2009. Deutsche (Liebes)Lieder mit Schwung. Die rauchige Stimme von Tini, sie ist auch die Sängerin der Playbackdolls und hat mir die CD am Vortag geschenkt, erzählt von Boten der Liebe, natürlich von Eiscrème, vom überschwänglichen Leben und trunkenen Gefühlslagen zur Musik, die von Polkaeinflüssen und Zigeunermelodien lebt. Akkordeon und Cello verleihen zusätzlichen Charme.

In der Wiener Verwaltung komme ich einen Schritt weiter, der Sekretär von Häupl weiss zwar nichts über die Republik Kugelmugel, verweist mich aber an den Pressesprecher, welcher dann leider gerade am Sprechen ist (was immerhin beruhigt: da macht einer seinen Job). Die nette Sekretärin nimmt meine Daten auf und verspricht, dass man sich bei mir melden wird.

Gehe dann die Kugelmugel-Unterlagen kopieren, lasse mich für den Funkstick beraten, werde aber zuhause nur Mails lesen können und setzt mich wieder mal ins Hummel für meine halbe, tägliche Ration W-Lan…

Den Nachmittag verbringe ich damit, die Interviews mit Klaus Büsen zu verwerten. Der hatte ja auch Vergnügliches mit den Behörden erlebt, Ausschnitt:

 „Und dann fand ich das ganz doof, die Schwarzhändler mussten gar nichts nachzahlen, aber gut, die hatten ja gar nie bezahlt, das habe ich dann wieder eingesehen, aber ich fand es einen Mist, weil ich ja im Recht war. Da ging ich zum Anwalt, weil mich die Polizei dahin geschickt hatte, weil die mir sagten, sie arbeiten ja gar nicht mit dem Ordnungsamt zusammen, die sind ja städtisch und die wollen nur Geld verdienen, wir sind ja auf Ihrer Seite und wir wollen ja die Skulptur nicht abräumen, weil wir die ganz toll finden. Aber beeilen Sie sich, die vom Amt haben nämlich so grosse Bagger. Ich sagte dem Anwalt, dass ich Angst vor den Baggern hätte und ob er wisse, was wir da machen können. Klar, meinte er, einstweilige Verfügung. Das kostet 360 Euro und mir geben Sie 500 Euro. Fragte ich warum. Weil ich der Beste bin! Wir gewinnen den Fall. Sagte ich, okee, ich hatte ja auch Angst und habe dann alles durchgelesen, was der Anwalt hätte lesen müssen und habe ihm alle die Texte geschrieben, dann hat er seine 500 Euro gekriegt und wir haben den Fall gewonnen, weil die einen grobfahrlässigen Fehler gemacht haben, nämlich die Termine nicht eingehalten. Dann habe ich gelernt, wenn man im öffentlichen Raum Termine macht, dann gewinnt man meistens.“

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Das Werk

Nee

Einlinienzeichnung von Klaus Büsen

Tini Trampler & Die dreckige Combo

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