Mittwoch, 7. Oktober 2009

Hans Erni - Hände - eine Hommage an den 100jährigen Luzerner Künstler (Video)

Hans Erni Haende
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Ich gehe nicht mehr aus. Ich bleibe lieber zu Hause und arbeite”.

Die sagt der 100jährige Luzerner Künstler Hans Erni und arbeitet weiter. Geduldig signiert er Bücher, Plakate und Flyer.

Ich konnte mich diesen Händen nicht entziehen, diese gestaltenden Werkzeuge eines Mannes, der auf ein reichhaltiges Leben zurück blicken kann und dabei die Zukunft nicht vergisst.

Heute wurde bekannt, dass die am 4. Oktober 2009 beendete Ausstellung im Kunstmuseum Luzern 27’000 BeSucher hatte. Viele suchten sich selber in der Ausstellung, hat der Künstler doch einige Plakate gemacht, die einen hohen Erinnerungswert haben, auch nach Jahrzehnten.

Viele BeSucherInnen hatten aber seine “Rösslizeichnungen” im Kopf und waren überrascht, dass er einiges mehr geschaffen hat. Man war fast froh, wenn “endlich” das Erwartete auftauchte. Doch gleich vis-a-vis platzierte Peter Fischer (Kurator der Ausstellung und Direktor des Museums) das Gegenteil. Offene BeSucherInnen hatten nur die Möglichkeit, ihren Blick auf “die Zeit” zu richten. Vorurteile mussten abgelegt werden. Das BuchWissen zur KunstGeschichte für einen Moment aussen vor gelassen. Wer dies nicht konnte, hat den Künstler und seine Jahrzehnte nicht erfasst, oder wollte auch gar nicht.

Es gab viele kritische Stimmen zur Person und dem Werk Erni’s. Doch warum eigentlich? Kritik ist gut, wenn sie einem weiter bringt. Soll sie aber behindern, muss sie übergangen werden. Und dies hat nichts mit Arroganz zu tun, sondern mit Hochachtung und Respekt, gegenseitig.

Ich bin überzeugt, dass die Mehrheit der BeSucherInnen einfach Freude an den Arbeiten, an der Präsentation, am Künstler hatten. Und so soll/darf es auch sein, liebe Kunstkritiker und achSoHochGehypte KünstlerInnen.

Für mich waren die Begegnungen mit Hans Erni und seiner Frau Doris das öffnen eines Fensters. Ich hoffe, es bleibt noch lange offen.

Ich gehe nicht mehr aus. Ich bleibe lieber zu Hause und arbeite”.


Eine BeitragsAuswahl zu Hans Erni im kulturtv gibt es hier


Dienstag, 6. Oktober 2009

Kathrin Racz - Kuona trust - Nairobi

Kathrin Racz - Kuona trust

langsam beginne ich ein wenig zu ahnen, wie  die kunstszene hier in nairobi  funktioniert. es gibt diverse zentren in denen künstler arbeiten. kuona trust ist eines dieser zentren! es gibt eine gute infrastruktur, z.b. eine bibliothek, bestückt mit kunstbüchern "aus allen herren ländern", wireless internetzugang für die privilegierten mit laptop (so wie ich) , aber auch einige pc arbeitsplätze! drucker, scanner und beamer!

im hauptgebäude befindet sich ein kleiner raum, der gleichzeitg als austellungs-, vortrags- oder filmvorführraum dient. (artists in residence halten dort ihre präsentationen!).
mein atelier grenzt direkt an diesen raum, abgetrennt nur durch eine glasschiebetür und die üblichen gitter.
mittags kann man sich auf dem hof günstig  mit african food verpflegen.
das wichtigste hier ist wohl die  arbeit des  "office".  WEBSITE!  NETWORK! SUPPORT! CONTACTS! VISIONS! WORKSHOPS!
fehlt noch was?

ein grossteil der ca. zwanzig künstler hier arbeiten autodidaktisch.
die art von kunst, die hier gemacht  wird, hat anfangs nicht ganz meinen vorstellungen von zeitgenössisch entsprochen. inzwischen bekomme ich wohl auch langsam den "afrikanischen blick" und finde es interessant, wie verschieden die ästhetik hier ist.  die künstler sind alle sehr zuvorkommend und hilfsbereit und da mein atelier wie ein glaskäfig ist und man generell die türen offen lässt, schauen häufig irgendwelche leute herein, für einen kleinen schwatz. ich fühle mich sehr wohl.

allerdings gibt es auch in nairobi aktuelle künstler zu sehen (im westlichen sinn aktuell).
so fand am freitagabend im goetheinstitut die vernissage von antonio ole aus angola statt. dort wurde mr sam hopkins von "slum tv" und miriam syowia kyambi, die vorwiegend installativ arbeitet, vorgestellt.
auch peterson kamwathi, der den auftrag gefasst hat mich ein wenig herumzuführen, scheint auf dem sprung zum internationalen künstler zu sein.

"to be an artist" heisst hier vielfach für einen ganz bestimmten käufermarkt BILDER oder SKULPTUREN zu produzieren. man muss schliesslich leben: essen, wohnen, kleider, handy, familie...
abgeschirmt vom einem wirklichen, systematischen zugang zu wissen und ausbildung, hat sich eine ganz eigene ästhetik und thematik (zum teil nahe beim kunsthandwerk und folkloristischen) entwickelt, an die ich mich so langsam gewöhne.

"how ist the market in switzerland?" fragen die künster und ich sage "it depends, as an artist you can't survive, in switzerland. you need to have an other job."
am I right?

zum Photo: jason (aus san francisco, vor fünf jahren hier gelandet)  hat ein neues bild gemalt und will es nun aufziehen. der rahmenmacher - one of the best here in town - arbeitet den ganzen nachmittag daran.
spannend! schöner, aber weniger perfekt als boesner!


Alles zu Kathrin Racz im kulturtv –> hier

Montag, 5. Oktober 2009

AusGehTipp: Duflon und Racz Gallery Bern - Abraham Hadad - … à Berne … (Vernissage 9.10.2009 - 18:00 Uhr)

Hadad à Berne_cr

Der 1937 in Bagdad geborene Künstler Abraham Hadad lebt und arbeitet seit 1965 in Paris wo er zudem von 1977 bis 2002 an der Ecole Nationale Supérieur des Beaux-Art unterrichtete.

Seine Arbeiten finden sich im
Fonds National d’Art Contemporain in Paris - Musée d’Art Moderne de la Ville des Paris - Bibliothèque Nationale Paris - Musée du Mans Le Mans - Musée d’Israel Jerusalem - Musée de Tel-Aviv - Musée de Haifa - Taiwan Museum of Art - Galerie Nationale Prag - Machida City Museum of Graphic Arts Tokyo.

Vernissage: Freitag, 9. Oktober 2009 um 18:00 Uhr
Ende: Samstag, 7. November 2009 um 23:55 Uhr
Ort: Duflon&Racz Gallery
Straße: Gerechtigkeitsgasse 40 Stadt: Bern, Switzerland

Sonntag, 4. Oktober 2009

Flohmarkt, Musik und Gesprächskultur im Südpol wird zur Tradition (Kurz-Video)

 

Nach der Schliessung des BOA-Kulturzentrum in Luzern sollte der Südpol in Kriens/Luzern seine Nachfolge antreten. So jedenfalls die herkömmliche Meinung, die ich nicht in jedem Fall teilen kann. Der Südpol bietet erweiterte Möglichkeiten, die aber viel zu wenig genutzt werden. Auch ich gehöre zu den Kulturinteressierten, die das neue Haus eher links liegen lassen, mit einer Ausnahme. Jeden ersten Sonntag im Monat findet ein gross angelegter Flohmarkt statt, bei warmem Wetter zusätzlich im Freien. Schon oft habe ich da etwas gefunden, dass ich schon länger gesucht habe, sei es auch nur eine Spule für meinen Videobetrachter (der von einem anderen Flohmarkt stammt, aber ohne Rollen) oder eine Single, die mir aus irgend einem Grund fehlte.

Fast jedes mal gibt es auch eine Begleitung mit Ton. Einmal ein Sänger, dann eine Gruppe oder ein DJ. Gerne sitzen wir dann bei der Bar und trinken unseren 2. SonntagsKaffee, event. mit Brötchen oder Kuchen.

Und fast immer treffen wir Leute, die wir teilweise seit längerer Zeit nicht mehr gesehen haben.

Flohmarkt, Musik und Gespräch lautet somit unser Motto an den entsprechenden Sonntagen. Nur reicht das, damit das Zentrum für Musik, Tanz und Theater überleben kann? Die Stadt pumpt Steuergelder, ein paar wenige nutzen das Angebot. Es soll sogar schon Anlässe gegeben haben, da ist absolut niemand erschienen.

Woran liegt es? Ich meine, nicht an den ProgrammMachern, sondern an uns Interessierten. Das Haus liegt nicht im Zentrum, man muss mit dem Bus oder dem eigenen Velo/Auto hinfahren, der Fussweg scheint mir zu lange. Kultur wird heute von den meisten Leuten auf dem bequemsten Weg konsumiert, doch niemand wird das wohl zugeben. Dann scheint mir auch nicht klar zu sein, welche Altersgruppe überhaupt angesprochen werden soll. Junge, Mittelalter oder die Steinalten (also ich bin fast 58J. und gehöre wohl schon zur dritten Kategorie). Der Flohmarkt ist da die grosse Ausnahme. Alle Altersgruppen sind vertreten, egal ob als BesucherInnen oder als AusstellerInnen. Warum kann das nicht auch bei Veranstaltungen so sein? Eine Frage, zu der eine Antwort gesucht wird. Kulturelle Veranstaltungen sind offen für alle, aber nur die wenigsten nehmen das scheinbar wahr.

Vor 2 Wochen habe ich Philippe Bischof, Leiter des Zentrums, getroffen. Irgendwie geht es mir nicht in den Kopf rein, dass kulturtv, also wir, noch nie über eine Veranstaltung, organisiert vom Südpol, berichtet haben. Eines der grossen Probleme ist, dass viele Akteure einer Verwertungsgesellschaft (SUISA usw.) angeschlossen sind. Da sind die Möglichkeiten für mich/uns einfach zu schmal (für uns schon fast eine Art Zensur/Berufsverbot). Und doch, es gibt Leute, die wären problemlos zu dokumentieren, aber …. Ja was denn? Mangelndes Interesse von Philippe oder mir/uns? Nein. Nicht passend in unseren DokuBlog? Nein. Bequemlichkeit? Nein, es gibt Parkplätze für uns. Ja, was ist es denn? Antworten werden gesucht und möglicherweise in den nächsten Wochen gefunden. Ich würde mich freuen und wenn nicht - dann gehen wir eben weiterhin an den Flohmarkt mit Musik und Gesprächskultur, im Südpol Luzern ;-)

Heimseite des Südpol --> hier
Philippe Bischof im kulturtv --> hier
Weiterer MischMasch aus dem Südpol im kulturtv --> hier

Freitag, 2. Oktober 2009

Haus Am Gern - Das vergessene Gespraech (Video)

Haus Am Gern in der LINKS
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Die Vernissage fand am 22.8.2009 bei LINKS, Duflon & Racz Gallery Bern statt, die Aufnahme auch. Das Archiv ist gross und kann ein solches durchaus mal verschlucken. So geschehen mit dem Material, dass ich mit Haus Am Gern (der Künstler Rudolf Steiner (links i.B.) ist die eine Hälfte - die andere Hälfte war mit den GästInnen beschäftigt) und dem Kettensägeweltmeister aus Courgenay Michel Schmid (rechts i.B.) gemacht habe.

Dabei ist das Video doch eigentlich einmalig. Ich nähere mich immer mehr meinen Trash-Vorstellungen was Licht und Ton betrifft. Schlechter geht’s nicht, aber der Inhalt ist gut, sogar sehr gut. Und falls jemand anderer Meinung ist, kein Problem. Ich kenne ja jetzt den Weltmeister im Kettensägen und der freut sich schon auf die nächsten Einsätze.

Link zu Fotos der Vernissage --> hier und hier.

AusGehTipp: LINKS Duflon und Racz Gallery Bern - Zimoun - Präparierte Mikromotoren in Holzkiste (Vernissage 9.10.2009 - 18:00 Uhr)

Zimoun

Der diesjährige Gewinner des Hauptpreises des Aeschlimann-Corti-Stipendiums der Bernischen Kunstgesellschaft Zimoun hat sich der Herausforderung der Gartentorschen LDR Gallery gestellt.
Mit einer eigens für diese Ausstellung geschaffenen Installation “Präparierte Mikromotoren in Holzkiste” ist dem Künstler eine äusserst sehenswerte Arbeit, welche maschinell Erzeugtes, organisch anmutendes Verhalten von Klang und Bewegung aufzeigt, gelungen.

Vernissage: Freitag, 9. Oktober 2009 um 18:00 Uhr
Ende: Samstag, 7. November 2009 um 23:55 Uhr
Ort: Links, Duflon&Racz Gallery
Straße: Gerechtigkeitsgasse 40 Stadt: Bern, Switzerland

Heimseite von Zimoun –> hier
Einblick/Auswahl zu LINKS, Duflon&Racz Gallery im kulturtv –> hier

Alpineum an Visarte.Schweiz: Der kleine Grenzverkehr zwischen der CH und der EU und zurück (Video)

Alpineum - Erlebnisse mit dem kleinen Grenzverkehr
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Dank dem Schengen-Abkommen soll der Grenzverkehr zwischen der Schweiz und der EU einfacher sein. Es wird an den Grenzen nicht mehr kontrolliert, die Überwachung hat sich auf das Hinterland zurück gezogen. Doch meistens bemerkt der normale Grenzgänger dies nicht.

Anders sieht es beim Warenverkehr aus. Oft sind die Grenzstationen nicht mehr besetzt und somit kann auch der “ehrliche Bürger” nicht ohne Probleme mitgeführte abgabepflichtige Waren anmelden.

Noch schlimmer wird es für Künstlerinnen und Künstler, die im benachbarten Ausland an einer Ausstellung teilnehmen. Widersprüchliche Angaben der zuständigen Stellen, je nach Land, stiften Verwirrung und führen oft in zeitintensive Verhandlungen mit den Behörden oder gar zu einem leeren Bankkonto.

Die Alpineum Produzentengalerie Luzern hat diesen Frühling an der UND 4 in Karlsruhe teilgenommen. Stefan Meier und Raphael Egli berichten im Video über ihre Erfahrungen.

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Katrin Racz - No Comment aus Nairobi

K.T. No Comment


Alles zu Kathrin Racz im kulturtv –> hier

Alpineum Luzern - Die Minimale - Die Ausschreibung (Video bitte weiter geben)

Alpineum - Oeffentliche Ausschreibung zur Minimale
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Sie sind beliebt, sie sind Tradition, sie sind oft langweilig und sie sind nicht mehr aus der KunstWelt wegzudenken, die Jahresausstellungen. Oft regionalen Künstlern offen, obwohl sie nicht selten keine Beziehung mehr zum Herkunftsort haben, oder übersehbar, weil sie gerade nur lokales Schaffen zeigen. Eine Gratwanderung für jeden Museumskurator.

Stefan Meier, Leiter der Galerie Alpineum, die Produzentengalerie in Luzern, geht einen anderen Weg. Er sucht weltweit Künstlerinnen und Künstler, die sich an der erstmalig ausgeschriebenen MINIMALE beteiligen wollen. Das Video bietet die Bedingungen zur Teilnahme an und wurde bewusst zur minimalen Werbung gemacht.

*** Wir bitten alle KünstlerInnen und Kunstinteressierte um Weitergabe oder Einbindung des Videos auf potenziellen InternetSeiten. Das Minimale soll zum maximalen (Kunst-)Erlebnis werden. ***

Alle Infos befinden sich auch --> hier
Alles zum Alpineum im kulturtv --> hier

Marco Eberle stellt im Bau 4 in Altbueron aus (Video)

Marco Eberle in Altbueron 2009
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Marco Eberle, ein Künstler, der mir mit seinen SchwimmObjekten aus Blei 2008 einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Gross war die Spannung auf seine aktuelle Ausstellung im Bau 4 in Altbüron.

Bereits beim Eintritt in den Kunstraum werden die BesucherInnen wach. Eine “ziemlich lange” Installation, die speziell für diesen Ort entstanden ist, springt einem entgegen. Der grosse Schlaf nennt der Künstler diese Arbeit. Intuitiv versucht man sich selbst in diese Möglichkeit zu versetzen. Doch ist der grosse Schlaf ein Ausruhen oder der Tod? Eberle gibt keine Antwort, zeigt nur gebrauchtes Bettzeugs und überlässt alles weitere der Fantasie, vielleicht auch der Angst vor dem “sich Hinlegen”.

Ein zweites Objekt mit dem Titel “Sprachraum” aus dem Jahre 2005/2006 fordert den Besucher zum Eintreten auf. Dieser bringt seine organischen KörperFormen in einen kleinen Raum ein, die Verpackung dazu liefert der Künstler. Doch fühlen wir uns wohl in den Umhüllungen aus Styropor? Wohl eher nicht. Die Umfassung passt nicht zu uns, die Umgebung wird fremd und lässt uns alleine.

83 Schmutzbilder empfangen uns im oberen Stock. Die Arbeit erstellte er bei seinem Aufenthalt in Berlin. Während alles von  d e r  Stadt schlechthin, Berlin, spricht, sammelt Eberle Schmutz mit Hilfe von Fliessblättern, die anschliessend fixiert wurden. So ist eine neue Art der Momentaufnahme entstanden. Schmutz, der normalerweise unter unseren FussSohlen unbeachtet bleibt, weckt plötzlich das Interesse, wird bewusst und passt auch hier irgendwie nicht zu unserem WeltenGang. So hängen sie eben an der Wand, als Kunstobjekte.

Die Ausstellung dauert bis zum 31. Oktober 2009 - weitere Infos --> hier
Marco Eberle im kulturtv.ch --> hier