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Mittwoch, 25. August 2010

Klaus Büsen – Das Original ist überbracht

Klaus Büser - Das Original
Klaus Büsen – Einlinienzeichnung 2010 (Format: 31 x 14cm, auf Papier)

Es ist ja üblich, dass Väter ihren Söhnen, Mütter ihren Töchtern oder einfach quer über den FamilienHaufen was mitgebracht wird, wenn ein Ausland-Besuch im heimatlichen Hafen endet.

Als Redaktor von “schlatter unterwegs”, in allen Phasen, gehöre ich ja auch zu einer Art Familie, der Noseländischen, der Schlatterschen. Und so hat König Bruno, der erste und letzte, bei seinem SchnellBesuch in Aarau das GeschenkKöfferchen geöffnet und da kam zum Vorschein, der “Klaus Büsen”.

Von hier aus Grüsse nach Berlin und wie es sich entwickelt, bis bald auf der “grünen Wiese”, Pardon, in Noseland.

Alles zu Klaus Büsen im kulturtv.ch (via Bruno Schlatter) –> hier

 

schlatter unterwegs … Phase 1 –> hier
schlatter unterwegs … Phase 2 –> hier
Hüttenkunst und Klaus Büsen –> hier
Klaus Büsen ohne Hüttenkunst --> hier

 


Samstag, 11. Dezember 2010

AusGehTipp: Satellitenempfangsanlagen und die Bataphysik auf noseland – Sonntag – 12. Dezember – 14 Uhr

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Am 12. Dezember öffnet Noseland wieder die Grenzen und präsentiert eine Satellitenempfangsanlagenausstellung um den LandwirtschaftslandGesetzen Genüge zu leisten. Diesmal ist es gelungen, Künstler aus der ganzen Welt zu dieser herausfordernden Aufgabe zu motivieren. Mit dem Berliner Klaus Büsen und seiner Hüttenkunst wurde eine würdige Zentrale für die Satellitenempfangsanlagen gefunden.

Letztes Jahr fand mit der Internationalen Weidezaunausstellung ein erster Event dieser Art unter extremen klimatischen Bedingungen auf Noseland statt. Diesen Sommer wurde anlässlich des Bierbrauertages und der konstruktiven Archäologie, welche sicher stellt, dass zukünftige Archäologen fündig werden, die Prophezeihung des grossen Pataphysikers Alfred Jarry aus dem 19. Jahrhundert gefunden, welche auf die Satellitenempfangsanlagenausstellung im Jahre 2010/11 verwies. Sofort konzipierten die zuständigen Noseländischen Stellen die Bataphysik, welche noch über der Pataphysik thront und sich zum Ziel setzt, über die Satellitenempfangsanlagen mit den verstorbenen Frühdadaisten und Surrealisten spirituellen Kontakt aufzunehmen, woraus sich die Thematik für die Satellitenanlagenbauer entwickelte.

In Zusammenarbeit mit Kulturtv.ch wurden die ersten Künstler bestimmt. Nach und nach kamen internationale Künstler dazu: Benjamin Matzek (D), Pedro Krisko (D), Ernest Dätwyler (Can), Wojciech Kielar (P) und Nurit Schaller (Wien), welche sich um die Landart‐Installation von Klaus Büsen aus Berlin gruppieren. Büsen lebt seit 2006 als freischaffender Künstler in Berlin und wurde dieses Jahr für seine Verdienste am Kulturleben Berlins überlebensgross an der Siegessäule geehrt im Rahmen der Aktion ‚Berlin, dein Gesicht’. Mit ‚Hüttenkunst’ und seinen Landart‐Interventionen beschreitet Büsen unkonventionelle Wege.


Anlässlich der Vernissage wird auch der Preisträger des Noseländischen Kunstpreises 2010 bekannt gegeben.

Parallel zur Ausstellung in Noseland wird in Berlin in der Galerie Joachim Rong eine Ausstellung über Bruno Schlatter’s Werk und insbesondere Noseland gezeigt.


Die Künstler:
Klaus Büsen (D) & Bruno Schlatter, Claudia Waldner (Aarau), Christian Balke (Zofingen) Benjamin Matzek (D), Ernest Dätwyler (Kanada), Dominik Lipp (Rupperswil) Wojciech Kielar (Polen), Pedro Krisko (D), Tizian Baldinger (Aarau), Niklaus Lenherr (Luzern) Richard Brand (England), Nurit Schaller (Wien), Stefan Meier (Zürich)


Vernissage: 12. Dezember 14 Uhr
Weihnachtsgrill: 24. Dezember 14 Uhr
Finissage: 9. Januar 2011 um 14 Uhr
Ort: Noseland, Ruederstrasse 44, Schöftland
Öffentlicher Verkehr: 13.39 ab Aarau Tram, Bus ab Schöftland Richtung Walde bis Sandplatte
Gerne eigene Tasse, Teller und Löffel mitbringen


Links:
Noseland: http://www.noseland.ch
Kulturtv: http://www.kulturtv.ch/
Bruno Schlatter: http://www.nosenoise.ch
Gallerie Joachmi Rong: http://galerie.joachimrong.de/
Klaus Büsen: http://www.klausbuesen.de/
Ernest Daetwyler: http://www.pasewalk‐police‐phoenix.com/
Pedro Krisko: http://www.pedro‐krisko.de/
Stefan Meier: http://www.stefan‐meier.info/
Dominik Lipp: http://www.dominiklipp.net/
Claudia Waldner: http://www.claudiawaldner.com/
Tizian Baldinger: http://www.subtil.ch/
Niklaus Lenherr: www.niklaus-lenherr.ch


Sonntag, 8. August 2010

Schlatter unterwegs XXXVI – Büsen ist im Keller!

Bruno Schlatter berichtet vom Samstag, 7.8.2010

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Foto in Ausstellung vom Modell

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Original zum Modell

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Klaus Büsen im Keller (mit Heiligenschein)

Hab gestern abend dreimal versucht nach Aarau live zu bloggen. Musste dann aber im Hotel festgestellt, dass ich das vom Handy aus noch nicht kann... bleibt zu klären, woran das liegen mag.

Also jetzt halt via Internet:
Gestern zuerst bei Klaus Büsen angetrabt, wir einigen uns dann, dass wir die Szene auf You Tube nicht noch mals drehen, kann ihn davon überzeugen, dass die Socke nosenoisistisch einwandfrei ist. Dafür unterhalten wir uns nochmals ausführlich über Kunst und unsere Gemeinsamkeiten, dazu macht er mir einen feinen Tomatensalat mit Kapern, Zwiebeln und Honig: lecker.

Anschliessend gehen wir an die Vernissage in der Weingalerie: Falk Mechelk zeigt Fotos von einem Event mit Modell Bernhard Wahl und Cathleen Bötzel. Weil ein Teil Weinladen ist, kauft man ein Fläschchen und macht sichs gemütlich, für feine Speise ist gesorgt. So nach und nach komme ich mit den verschiedenen Leuten ins Gespräch und stolpere über Ed, Technikchef an der Volksbühne, ein reiner Ossie mit richtig schöner Beeliner Schnauze! Mit ihm kann ich zu einem späteren Zeitpunkt über das Café Westphal sprechen. So nebenbei wieder eine Spur mehr aufgenommen, die mit der 'Autonomen Republik Utopia' zu tun hat.

Langsam kommt das Gefühl auf, Büsen sei überall in Berlin, hängen doch auch hier Bilder von ihm im Laden. Später steigen wir noch in den Keller, wo Büsen zwischen den Weinkisten einige seiner Schätze eingelagert hat. Während wir nochmals Interviewszenen filmen, kommen noch potentielle KäuferInnen dazu und eine interessante Diskussion über die vielschichtigen Bilder entsteht.

//LINKS//
Weingalerie 
Volksbühne
//LINKS ENDE//


Wichtiger Hinweis. Seit 7. August 2010 berichtet Bruno Schlatter aus der 2. Phase. Dies bedeutet, dass wir einen 2. Blog eingerichtet haben, speziell für die Ausstellung “Autonome Systeme” in der Galerie Bleifrei” Aarau –> hier. Dieser Blog beinhaltet neben den Beiträgen, die an dieser Stelle veröffentlicht werden, zusätzliche Fotos, oder was ihm sonst noch über den Weg läuft. 
Die Phase 1 befindet sich –> hier.

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Schlatter Unterwegs: Die BlogBeitraege in Einzelteilen – Ein Inhaltsverzeichnis des besonderen Highlights


Ein Ein-Linien-Porträt - Klaus Büsen von Bruno Schlatter

Ein besonderes Highlight im zu Ende gehenden Jahr 2010 sind die Berichte des Schriftstellers und Künstlers Bruno Schlatter. Ueber 3 Monate berichtete er aus verwunschen Ecken, sogenannten Mikro-Nationen, in Europa.
Das verdient eine nochmalige Rückschau, die Bruno auch gleich selber erstellt hat und von mir lediglich überarbeitet wurde.


Bruno Schlatters Idee: hier

Der Einstieg zum Wegstieg: hier

Saugeais – Montbenoît

1) Angekommen: hier
2) Empfang bei der Präsidentin von Saugeais: hier
3) Kloster von Montbenoît: hier
4) Schengen anerkennt Noseland: hier

Os – Deudesfeld in der Eifel (Brasilien)

5) Os in Deudesfeld: hier
6) Deutschland hat gefeiert: hier
7) Fotos: hier
8) Leistungseinheiten und faulenzen: hier

Karboismus – Deudesfeld in der Eifel

9) Carbonismus und Mittelalter: hier
10) Versuch eines Versuches – mit neuen Links: hier
11) Jetzt geht’s los, mit Videos – Die Zoellner Hymne und die Präsidentin grüsst hier
12) Back to the Roots: hier
13) Fauler Tag: hier
14) Karls’ruhen – Der Neustart nach einer kurzen Heimkehr: hier

Freie Republik Schwarzenberg – Schwarzenberg

15) Erzgebirge olé: hier
16) Schwarzenbergs Geheimnisse erwandert: hier
17) Im Herzen der Freien Republik Schwarzenberg: hier
18) Von Heym bis Hiemer: hier
19) Kriegsgräber müssen bleiben: hier
20) Portwein mit Georg: hier

Bunte Republik Neustadt – Dresden

21) Neustadt – Neue Station: hier
22) Den Mann mit der gebrochenen Nase getroffen: hier
23) Nicht mein Tag heut: hier
24) Der Sonderzug nach Bunte Republik Neustadt rollt: hier
Fundstücke der Redaktion: Grappa, Scheune Dresden und Bury the Jumbo (Videos)
25) Eierchecke und terraimprovisiertes Museum: hier
26) Zügeltag: hier Videos zur Bunten Republik Neustadt: hier

Hüttenkunst und Autonome Republik Utopia – Berlin

27) Warten auf Hüttenkunst: hier
28) Der mit den Hühnern schlief: hier
29) Unruh stiften in einstürzenden Altbauten: hier
30) Warten auf Hüttenkunst hat sich gelohnt: hier
31) Jagd nach Spuren und erster Fahndungserfolg: hier
32) Glück im Unglück: hier
33) JudiHEEE... jetzt geht die Post ab: hier 2. Phase: hier
34) Nach Bogota dauert es länger: hier
35) Büsen ist im Keller!: hier

Dorfrepublik Rüterberg – Rüterberg an der Elbe

36) 1 mal Dömitz mit allem: hier
37) Gut, dass Ferien sind: hier
Die Post ist da und Schlatter durch die Luft dabei: hier
38) Einschub Autonome Republik Utopia: Schon wieder Neustadt – aber diesmal Dosse? Oder wat?: hier
39) Leben in Dömitz entdeckt... sogar ein Art Vorform des Nachtlebens: hier
40) Christel’s Anliegen: hier

Gängeviertel – Hamburg

41) Recherche kommt in die Gänge: hier
42) Lob des Fahrrades: hier
43) Von ‚schilliger’ Musik und wegweisenden Projekten für die Besetzerszene Hamburgs: hier
44) Home Sweet Home: hier
45) Wenig Schmerzen: hier
46) Riesencrevetten an Ingwer Kurkuma und Spät-Pizza: hier
47) Zweimal das erste Mal: hier
Ein König kochte für mich (Video): hier
48) Redaktion zu Besuch: hier
49) Der grosse KulTOURer: hier
50) Fauler Tag: hier

Zorten – Zorten bei Lenzerheide

51) Draussen vor der Leichenhalle: hier
52) Klaus Büsen – Das Original ist überbracht: hier
53) Über Gipfel und Grenzen: hier
54) Wenn Mettier sein Metier beherrscht!: hier
55) Lustiges Erwachen: hier
56) Bierminister als Verräter: hier
57) Kein Match heute: hier

Umamatlarumma, Republik Kugelmugel, Augartenstadt – Wien

58) Kleine Welt... kleines Wien: hier
59) Pissts am Morgen dämmerts am Abend: hier
60) Beforschen?!?: hier
61) Beforschen 2: hier
62) Wien ahoi – das neue Fahrrad ist da: hier
63) Aus der Hüfte schiessen: hier
64) Heute mal ohne Titel: hier
65) Kein Stagediven sondern Stadtdriven bis ans Ende: hier
66) Kriege sind am besten im Museum aufgehoben: hier
67) Mit allen Wassern gewaschen: hier
68) Zeit für den Narrenturm: hier
69) Hinter den Fassaden: hier
70) Über kurz oder lang: Langenegger ist an jeder Ecke: hier
71) Anschluss an Österreich geschafft: hier
72) In der Sackgasse: hier
73) Habe jetzt endlich ein Profil: hier
74) Wien schrumpft: hier
75) Liebende gehen immer auf den Kahlenberg: hier
76) Der dreifache Habib: hier
77) Das Wiener Publikum sitzt still, nur der Schlatter tanzt, wie er will: hier
78) Auf Fritz Mandelbaums Spuren geraten: hier
79) Klaus nimmt mich in die Mangel: hier
80) Ein freundlicher Tag: hier
81) Den Aktionsradius erweitert: hier
82) Ein Mozart kommt nie ohne Brahms, Schubert und Beethoven: hier
83) Der kleine Gürtel-Walk: von Maultrommeln und Tschick: hier
84) A Tschick ist kein Tschick: hier
85) Ehrenvolle Niederlage gegen den österreichischen Erzfeind: hier
86) Mein kleines Wunder von Wien: hier
87) Zwischen Augarten, Augartenstadt und Augartenspitz: hier
88) Wenn King Crimson Funk spielen würden: hier
89) Auf höchster Staatsebene Kontakte geknüpft: hier
90) Von der irrealen Augartenstadt in die reale Kafkawelt Wiens: hier
91) Mit den netten Damen am Telefon wäre Kafka anders geworden...: hier
92) Kultstück eines Volkes von Kuchenbäckern: hier
93) Stolzer Kultschalbesitzer wird in Wien reichlich beschenkt: hier
94) Noch mehr Behördenprobleme: hier
95) Wie ich Wiener Boden küsste und die Tage kürzer wurden: hier
96) Wie ich zu Freikarten zum Otto Lechner komme: hier
97) Wie es zur Republik Kugelmugel kam: hier
98) Als die Wiener subventionierte Schulreisen zu Kugelmugel machten: hier
99) Lerne neue Dimensionen Wiens in den Wohnbausiedlungen im 23. Bezirk kennen: hier
100) Baba! Bhüeti!: hier


noseland
nosenoise

Dienstag, 5. Oktober 2010

Schlatter unterwegs LXXXX: Noch mehr Behördenprobleme

Bruno Schlatter teilt mit (Montag, 4.10.2010)

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nee. am Werk

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Leo Riegler

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Archivbild: Klaus Büsen am Werk


Nach ungewohntem nachmittäglichem Schlaf wanke ich ins Café Hummel, erledige den gestrigen Blog und verschicke einige dringende Mails. Danach gibt’s einen feinen Salat, als Hauptspeise Spätzle an rotem Pesto und ein Stündchen Arbeit. Den Rest des Abends verbringen wir am 3. Abend des Viennese Soulfood Festivals im Werk. Wir hören gerade noch den Schluss von den Playbackdolls, die wir schon vor langer Zeit im Rhiz gesehen und gelobt haben. Sind wirklich cool, haben was von Waits & Co, gehen Richtung charmante Urbanität. Spielen unter anderem auch das Themerin wie ein nettes Akkordeon.

Anschliessend ‚nee.‘, ein Trio der strengen Art, Computer plus zwei Bläser. Aufgrund des einen Stückes, dass sie einem Kritiker widmen, der sich getraute zu sagen, dass Jazzer ihre Scheuklappen behalten und nur spielen sollten, was sie können, unterlasse ich jegliche Kritik, aber natürlich auch, weil ich sie wirklich spannend fand: zwischen modernstem Jazz und e-Musik. Die dürfen ruhig mit den Scheuklappen zwinkern.

Zwischendurch werde ich noch von einem Musiker gefragt, der nicht mal spielt heute, ob er mir seine CD’s schicken darf, ich sei doch der Radiomann aus der Schweiz, was ich wirklich lobenswert finde. Hören wir uns gerne an.

Als drittes kommt Leo Riegler, unbeschreiblich, was der abzieht zwischen Comic und Music, unter anderem auch die Kleider. Persiflage reiht sich an lockere Sprüche, untermalt von DJ-Parts und Computer, ein Song darf ruhig auch mal der Oma gelten.

Den Abschluss machen Ephraim Juda aus Berlin, gut gespielt, aber eher durchschnittlicher Reggae on the sunny side of life. Spannend der Drummer mit Cachon statt Pauke und Mikro für den Mundbass. Habib gefällt das, der sich nach dem Fussballspiel, das Tunis in der afrikanischen Champions-League leider verlor, auch ins Werk gesellte. Wien tanzt immerhin mal. Bleibt zu vermerken, dass Viennese Soulfood ein spannendes, vielseitiges Programm anbot, mal kunstvoll, mal popiger, ein Label mit Zukunft.

Am Morgen tänzeln Tini Trampler & Die Dreckige Combo durch die Stube mit ‚Eiscrème – Raspoutine‘, 2009. Deutsche (Liebes)Lieder mit Schwung. Die rauchige Stimme von Tini, sie ist auch die Sängerin der Playbackdolls und hat mir die CD am Vortag geschenkt, erzählt von Boten der Liebe, natürlich von Eiscrème, vom überschwänglichen Leben und trunkenen Gefühlslagen zur Musik, die von Polkaeinflüssen und Zigeunermelodien lebt. Akkordeon und Cello verleihen zusätzlichen Charme.

In der Wiener Verwaltung komme ich einen Schritt weiter, der Sekretär von Häupl weiss zwar nichts über die Republik Kugelmugel, verweist mich aber an den Pressesprecher, welcher dann leider gerade am Sprechen ist (was immerhin beruhigt: da macht einer seinen Job). Die nette Sekretärin nimmt meine Daten auf und verspricht, dass man sich bei mir melden wird.

Gehe dann die Kugelmugel-Unterlagen kopieren, lasse mich für den Funkstick beraten, werde aber zuhause nur Mails lesen können und setzt mich wieder mal ins Hummel für meine halbe, tägliche Ration W-Lan…

Den Nachmittag verbringe ich damit, die Interviews mit Klaus Büsen zu verwerten. Der hatte ja auch Vergnügliches mit den Behörden erlebt, Ausschnitt:

 „Und dann fand ich das ganz doof, die Schwarzhändler mussten gar nichts nachzahlen, aber gut, die hatten ja gar nie bezahlt, das habe ich dann wieder eingesehen, aber ich fand es einen Mist, weil ich ja im Recht war. Da ging ich zum Anwalt, weil mich die Polizei dahin geschickt hatte, weil die mir sagten, sie arbeiten ja gar nicht mit dem Ordnungsamt zusammen, die sind ja städtisch und die wollen nur Geld verdienen, wir sind ja auf Ihrer Seite und wir wollen ja die Skulptur nicht abräumen, weil wir die ganz toll finden. Aber beeilen Sie sich, die vom Amt haben nämlich so grosse Bagger. Ich sagte dem Anwalt, dass ich Angst vor den Baggern hätte und ob er wisse, was wir da machen können. Klar, meinte er, einstweilige Verfügung. Das kostet 360 Euro und mir geben Sie 500 Euro. Fragte ich warum. Weil ich der Beste bin! Wir gewinnen den Fall. Sagte ich, okee, ich hatte ja auch Angst und habe dann alles durchgelesen, was der Anwalt hätte lesen müssen und habe ihm alle die Texte geschrieben, dann hat er seine 500 Euro gekriegt und wir haben den Fall gewonnen, weil die einen grobfahrlässigen Fehler gemacht haben, nämlich die Termine nicht eingehalten. Dann habe ich gelernt, wenn man im öffentlichen Raum Termine macht, dann gewinnt man meistens.“

//LINKS//

Das Werk

Nee

Einlinienzeichnung von Klaus Büsen

Tini Trampler & Die dreckige Combo

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Mittwoch, 4. August 2010

Schlatter unterwegs XXXII: Jagd nach Spuren und erster Fahndungserfolg

Bruno Schlatter berichtet (Mittwoch, 4.8.2010)

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Nicht Biennale, aber auf dem Weg dorthin...

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Skulptur von Cameron Jamie im Dunkeln

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Sarottihöfe, die ehemalige Schokoladenfabrik

Persönliche Bemerkungen: Es beginnt die 5. Woche des Unternehmens
‚Mikronationen und andere Utopien‘. Es macht mir sehr Spass, den
täglichen Blog zu erstellen. ABER: mein A… schmerzt. Bin jetzt seit 3
Tagen mit Fahrrad unterwegs, jetzt sind es halt nicht mehr die Füsse,
die leiden.
Normalerweise bin ich ja nicht der reisende Typ, mache mich lieber längere Zeit an einem Ort breit, aber ich muss sagen, es hat seinen Reiz. Bereichernd finde ich die Erkenntnis, dass man zuhause so viele Dinge hat, die man für unverzichtbar hält (ich habe ja gelernt, dass nichts weggeworfen wird, alles kann man irgendwann noch irgendwie gebrauchten oder wenigstens jemandem weitergeben zwecks Gebrauch), ich nun aber seit Wochen mit dem zurecht zu komme, was in einem Rucksack Platz hat. Getäuscht habe ich mich betreffs Internet, auch hier im jetzigen Hotel ist das W-LAN zwar in der Werbung versprochen, funktioniert dann aber nur in der Lobby.
Spannend finde ich die tägliche Herausforderung, nahezu kriminalistische Arbeit, wie ich zu Informationen und Gesprächspartnern komme. Dabei muss ich immer wieder mit Misserfolgen leben, auch damit, dass mein Anliegen nicht ernst genommen wird oder die Leute gar nicht mehr über ein altes Thema sprechen möchten. An dieser Stelle sei aber mal allen gedankt, die mir ganz spontan und grossartig helfen!!!
Manchmal ist es ein Nachteil, dass ich nicht alles von langer Hand geplant habe, so wird es hier in Berlin schwierig, zu irgendwelchen Informationen zu dem Thema, das ich mir gestellt habe, zu kommen. Der Vorteil liegt dann darin, dass ich spontan handeln kann, so werde ich jetzt aus aktuellem Anlass meinen Aufenthalt verlängern. Und mein Thema wird sich jetzt halt für Berlin modifizieren… macht nichts!

Interessant sind auch die vielen Dinge, die mir nebenher begegnen:
Museen, Orte, Leute…

Früh schlafen gegangen, hundemüde, aber noch früher wieder wach, um 4/5 mal eine Stunde aufgestanden um zu arbeiten, nachher noch ein wenig geschlafen. Nach 9 aufgestanden. Im Café, mail abrufen und Adressen raussuchen.
Regenwetter, also Zeit um Wäsche in den Waschsalon zu bringen.
Anschliessend die restlichen 3 Orte der Biennale besucht: alles kleine Räume mit wenig Objekten: Schön die Keramikfiguren von Cameron Jamie am Mehringdamm, speziell die Ausstellung im Dunkeln, der Besucher bekommt eine einzige kleine Lampe, mit der er die Skulpturen selber erleuchten kann.

Wenn ich schon in der Ecke bin, besuche ich noch die Sarotti-Höfe, wo
ich vor 2 Jahren übernachtet habe, die etwas vornehmere und auch
teurere Fabrikvariante (dafür haben sie included Fahrrad-Angebot).
Mediterran gegessen… lecker!
Später geht’s mit Hüttenkunst/Klaus Büsen auf Tour durch Berlin! Ein
paar Szenekneipen aufgesucht und Kontakte geknüpft, zu Leuten, die
eventuell noch jemand kennen aus der damaligen Zeit, vielleicht gelingt es so, zum ehemaligen Mitbegründer des Café Westphal vorzustossen, der dann hoffentlich den Knoten platzen lässt und ich endlich mit Zeitzeugen überrennt werde. Dann was gekocht bei Klaus und das Interview mit ihm als Hüttenkünstler geführt. Nachher nochmals Kneipe und Gespräche über die Wende und wie das wohl so war in der DDR.
Und zurück im Hotel der erste Fahndungserfolg: Sebastian hat mir die Aufnahme einer Radiosendung zur Gründung der ‚Autonomen Republik
Utopia
‘ geschickt, die er als 14-jähriger zufällig aufgenommen hatte.
Auf ihn war ich durch ein Forum gekommen, wo allerdings nur noch ein ungültiger Link war, aber dank der Indiskretion des Administrators habe ich dann die Mail von Sebastian erhalten und konnte ihn kontaktieren.

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Cameron Jamie mit fantastischen Keramikfiguren
Alte Schokoladenfabrik als Hotel
Hier kennt man vielleicht den Chef vom ehemaligen Café Westphal
(sicher hängen Bilder von Klaus Büsen an der Wand!)
//LINKS ENDE//

Samstag, 2. Oktober 2010

Schlatter unterwegs LXXXVIII: Mit den netten Damen am Telefon wäre Kafka anders geworden...

Bruno Schlatter teilt mit (Freitag, 1.10.2010)

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Der Fernseher im Klubhaus

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Stempel der Universellen Republik Kugelmugel

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Sonderbriefmarke der Liga der Enttäuschten

Sehr gesprächig wäre der Propagandaminister von Kugelmugel, auf jeden Fall strahlt er, erstens, weil er so viel Unterlagen zum Thema gefunden und mitgebracht hat, und zweitens, weil wir – mit ‚wir‘ meine ich die Österreichische Literatennationalmannschaft im Fussball – mit 4:3 gegen die SPÖ-Fraktion des Wiener Parlaments (somit die Anhänger vom Häupl) siegen, wobei ich zu meiner persönlichen Bilanz sagen muss, dass ich mit zunehmender Kurzsichtigkeit Flutlichtspiele immer mehr meiden muss, so haue ich in der 15. Minute mit dem linken Fuss voll in den Boden, womit statt einem wunderschön getimten Flanke ein Ball mehr beim Gegner landet und ich durch den Rest des Abends humple. Weiter bleibt die Erkenntnis, dass ich an meiner Kondition arbeiten muss. Eben, gesprächig wäre er gewesen, der Propagandaminister, als wir es dann probieren fehlt die Ruhe im Lokal respektive das Licht draussen, weshalb wir das Interview vertagen und ich zuerst mal die Unterlagen mitnehme und studiere. Zuallererst schauen wir die Uefacup-Spiele am Fernsehen im Clublokal und verbrüdern uns bei einigen Bieren… es entsteht unter anderem die Idee, dass die Schweizer Literatennationalmannschaft nächstes Jahr zum Augustin-Cup eingeladen werden sollte. Entgegen meiner Selbsteinschätzung erhalte ich einige Komplimente: die Verteidigung sei gut gestanden!

Irgendwann die längere Radlfahrt zurück in den 8. Bezirk, wo ich zu müde bin um in den Ausgang zu hinken und kurzerhand noch ein wenig arbeite, ich bringe das Interview mit Guido Bock aus der Neustadt Dresden zu Ende..

Es kommt wie es kommen musste, humple heute morgen durch die Wohnung, ganz im Gegensatz zu ‚Mopedrock‘ die durch die Gänge röhren, wieder mal von Montpellier bis Bözen. Nur in WC und Bad ist es ihnen zu eng. Habe gestern die CD von Andreas Leikauf erhalten, es ist eine Zusammenstellung älteren Materials und der neuen Sachen, die bald erscheinen sollten. Ein paar wirklich erfrischende Songperlen darunter.

Stelle das Video ‚Einlinienzeichnung‘ für Klaus Büsen fertig und stelle es auf YouTube. Beginne anschliessend das Gespräch mit Sebastian Schwenk zur Bunten Republik Neustadt auszuwerten.

Das erste Telefon ins Rathaus bringt dann nicht Kafka, sondern zuerst mal einen epischen Wienerwalzer, ehe eine nette Stimme mir erklärt, dass die zuständige Person soeben weg gegangen ist und ich es in einer halben Stunde nochmals probieren darf.

Kaufe kurz ein, unter anderem weissen Sturm (wie Sauser), was sich als schwierig erweist in der Plastikflasche, die nicht ganz geschlossen wird wegen dem Gärungsdruck und deshalb überall schäumt und überquillt.

Beim zweiten Versuch werde ich auf den Nachtmittag vertröstet. Zum Glück gibt’s heute Telefon, bei Kafka irrten sie dafür jedes Mal durch die Gänge.

Der dritte Versuch, freundliche Stimme: „Leider ist er noch nicht da, in einer halben Stunde circa…“

Der vierte Versuch wird dann per Automatik umgeleitet zur Zentrale, welche mich ins Nebenamt vermittelt, wo ich zuerst wieder schöne klassische Klänge höre, bis mir eine nette Dame die Ausgangsnummer meines Telefons geben will. Nach meinem Insistieren, dass ich ja genau von dieser Nummer her käme, werde ich aufgeklärt, dass in dem Fall wohl niemand mehr im Büro sei und ich es am Montagmorgen probieren dürfe! Danke! Gerne!

Studiere also mal die Akten von Kugelmugel und der daraus hervorgehenden Liga der Enttäuschten.

Die Zeit reicht noch, um das Interview mit Günter Starke zu verarbeiten und zu merken, dass die Bunte Republik Neustadt ein friedliches Volk von Kuchenbäckern ist. Ausschnitt:

„Ich wüsste zwar auch heute keine Alternative, mir würde es reichen, wenn unser Grundgesetz – das keine richtige Verfassung ist, richtig angewendet würde. Aber dagegen wird ständig verstossen. Da steht zum Beispiel, Eigentum verpflichtet, sein Gebrauch soll der Allgemeinheit dienen, wo wird das verwirklicht? Dann gibt es den Paragraph 21, glaub ich, die Parteien wirken an der Willensbildung des Volkes mit, aber meiner Meinung halten die Parteien das ganze Land fest im Griff. Es gibt keine Sache, die man ohne Zustimmung und Mitarbeit irgendeiner Partei machen kann. Wo ist da der Bürger frei? Ich denke die Natur des Menschen ist nicht so stark veränderbar, Gier und Neid werden eben immer bleiben, deshalb funktionieren andere Gesellschaftsmodelle, zum Beispiel das sozialistische, eben nicht.“


//LINKS//
2. Ze(h)nsekundenstar

Video Einlinienzeichnung von Klaus Büsen:

Franz Kafka ‚Das Schloss‘
//LINKS ENDE//

 


Dienstag, 21. Dezember 2010

Roger Levy–Der PendenzenPodcast – Ausgabe 2 – Von Jerry Seinfeld zu Noseland über Berlin, Twitter und zum Literaturcafe – Packt sie ein, die Geschenke (AudioPodcast)

NNZ - Neue Noslaendische Zeigung

 

 

Den Podcast auf den eigenen Player oder die Festplatte laden –>hier
Dateigrösse: ca. 11,87MB – Länge: ca. 13:00 Minuten

 


Die Links zum Podcast:

Die kulturtv.ch-Podcasts –> hier (fast alle, die über die Jahre entstanden sind)
Jerry Seinfeld und die Schweiz (Video) via sprain.ch –> hier
1. Internationale Satellitenempfangsanlagenausstellung auf Noseland –> hier
Bruno Schlatter in Berlin – Die Ausstellung Joachim Rong Galerie
Klaus Büsen –> hier
Bleifrei –> hier
Tizian Baldinger –> hier
Kulturtv bei Twitter –> hier
Ein Buch als Geschenk verpackt – Ein Video beim Literaturcafe –> hier
... und zum Schluss noch was von Falki –> hier


... und zum Schluss Schluss noch dies. Im Podcast sind eigenartige Geräusche zu hören. Dazu gibt’s mehr in der nächsten Ausgabe. Also, dran bleiben ...


Sonntag, 22. August 2010

Schlatter unterwegs XLIX: Der grosse KulTOURer

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The Aggrolites mit wenig light live im Garten des Wenk

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Witzige Videoinstallation im Kunstraum Aarau

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Alex Meszmer im Gespräch mit dem Bierminister Noselands

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Immerhin die Installation von Sabina Speich war noch da (und ganz interessant: rechts davon sieht man einen Computer mit dem -tatsächlich- aktuellen Blog von mir: DER Fotobeweis!)

 

Finissage Ausstellung "Autonome Systeme" und damit Beendigung des Blogs auf Posterous:
Es ist schade, wenn ein Kunstwerk an der Vernissage nicht "funktioniert", weil bekanntlich dann die meisten Leute kommen, es ist noch schlimmer, wenn ein Kunstwerk die erste Hälfte der gesamten Ausstellungszeit nicht "funktioniert" und am peinlichsten ist es, wenn das Kunstwerk nicht funktioniert wegen mangelnder Aufmerksamkeit der Ausstellungsmacher, welche das Internet sehr kurzfristig einrichten wollten und dann an den Tücken der modernen Technik scheiterten (immerhin hätte man dann mit entsprechendem Aufwand eine Lösung finden können, aber ich war leider in Berlin und konnte nicht eingreifen…).

So kam es, dass über eine Woche statt meinem Blog, der auf KulturTV immerhin sehr erfolgreich ist, alle Leute nur einen Computer bestaunen konnten… vielleicht werde ich ja bekannt, als derjenige, der einen Computer zu Kunst erklärte.
Ich tröste mich damit, dass der Blog unterdessen läuft (leider klappte es erst an genau dem Tag, an dem ich in die Schweiz zurück kehrte und der Blog somit an der Dynamik betreffs Mikronationen und autonomen Utopien verlor, auch wäre es vielleicht nicht schlecht die Zeit am Computer zu verlängern, bis er auf Standby schaltet und somit zur schwarzen nichtssagenden Fläche verkommt... aber was solls heute noch!).
Ich hoffe nun, dass ihn wenigstens an der heutigen Finissage einige Leute zur Kenntnis nehmen, ehe der Teil, der auf Posterous läuft, beendet wird.
Ich freue mich darüber, dass der Blog wenigstens weltweit zu sehen war und ist, auf KulturTV und werde ihn in Zusammenarbeit mit Roger Levy (die Redaktion!) sicher bis am 10. Oktober weiterführen.

Nächste Woche werde ich Zorten in Graubünden besuchen und ab Sonntag 29. August aus Wien berichten, wo ich zwei weitere Mikronationen recherchieren will und mich vor allem daran setze, das gesammelte Material zu ordnen und auszuwerten: Radiosendungen, Film und Buch.

Heute spät aufgestanden, die Aggrolites gestern dauerten bis tief in die Nacht, waren recht toll, einzig den Dirty-Reggae-Sound, der mich so an die alten jamaikanischen Stars erinnert, brachten sie live nicht rüber, insbesondere die Stimmen waren mir zu clean. Schade, aber sonst wirklich ein Fest wert (ausser dass es schlussendlich nicht gratis war, wie fälschlicherweise im Internet verkündet).

Zuerst Kanal K um die Sendung für Oktober aufzunehmen, über Hüttenkunst und Klaus Büsen. Nebenbei die Ausschreibung für die Septembersendung (Grappa & Os) auf Facebook entworfen.

Anschliessend Mittagessen und Computerarbeit. Danach kurz ins Kunsthaus, die feiern Jubiläum und haben einen Beitrag zum One-Minute-Filmfestival, den ich sehen will: eine tolle Auswahl an Filmen aus den letzten Jahren, unter anderem erkenne ich ein Marsmännchenfilmchen von den Ericson-Brothers aus Norwegen wieder, die ich gestern anlässlich ihrer Präsentation der Siegerrolle im Freien Film fragen musste, warum sie zwar so viele lustige Ideen hätten, die meisten aber mit Gewalt verbänden, worauf sie antworteten, dass ja bis auf eine Ausnahme die Leute nicht stürben….

Anschliessend Kunstraum, ebenfalls zum One-Minute: Videoarbeiten von Annamarie Kellenberger (spannend die Dokumentation vom Bagger, der Häuser abreisst) und Marius Brühlmeier, der mit grafischen Animationen arbeitet.

Nach dem Nachtessen  reales One-Minute, will ja meinen Film auch mal auf Grossleinwand sehen; Das Walballet, eine Dokumentation um den im letzten Winter auf Noseland gestrandeten Wal. So 40 einminütige Kunst- und Experimentalfilme am Stück sind eher hartes Brot!

Und schliesslich an die Finissage im Bleifrei. Dort endlich die Sabina Speich getroffen, die dann aber verschwunden ist, als ich wissen will, warum sie mich vor 2 Wochen verzweifelt gesucht hat...
Spreche dafür länger mit Alex Meszmer von 'Ich bin ein Museum', den ich bisher erst virtuell kannte.

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Kunsthaus Aarau
Kunstraum Aarau
Einladung zur Radiosendung: Nosenoise-Guest: Grappa & OS
Hier kommt der Wal auch vor
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Mittwoch, 4. August 2010

Schlatter unterwegs XXXIII: Glück im Unglück

Bruno Schlatter teilt mit (Mittwoch, 4.8.2010)

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Buchhandlung Schwarze Risse

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Schwarzer Spiegel im Künstlerhaus Bethanien

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Luginbühl (aus dem Katalog)

Spät auf mit schwerem Kopf (Rotwein und Bier im Wechsel!), trotzdem frohlockend wegen dem Fahndungserfolg von gestern! Zur Feier gibt’s Lachsfrühstück im Café Fabrik an der Schlesischen Strasse. Der Hotelmanager kümmert sich rührend um mich, seit ich ein wenig reklamiert habe wegen dem schlechten W-LAN. Besorgt mir sogar noch ein Zimmer in einem anderen Hotel für Freitag bis Sonntag: es geht dann Richtung Kudamm. Damit bin ich sozusagen einmal um Berlin gezogen!
Blog erledigt und Mails gecheckt, bevor ich mich auf den Weg mache: einmal durch die Wiener-Strasse hözen (Anmerk. der Redaktion: Was bitte ist “hözen”? – Antwort von Schlatter – s. Kommentarbereich), das Wild at Heart sieht ganz nett aus, ist natürlich so früh noch geschlossen, hat spannende Bands im Programm.
Suche die Buchhandlung ‚Schwarze Risse‘, diesmal aber im Hauptsitz in Kreuzberg, auf, der nette Buchhändler gibt mir einen weiteren Tipp: das Papiertiger-Archiv, werden wir morgen aufsuchen.
Anschliessend verhilft er mir noch zu einem Gespräch mit einem Verleger: angenehme Unterhaltung, natürlich keine Zusage, aber ich darf dann später mal ein Exposé und einige Seiten einreichen, um zu zeigen, wie ich mir das Buch zur ‚Königlichen Sommerreise‘ so vorstelle. Der Verleger hat mir auch noch einen Hinweis auf ein Magazin, welches mir eventuell weiterhelfen könne.
Noch Kaffee trinken an der Ecke, welche sehr spannendes Kreuzberger Zentrum scheint, mit Theater etc. In der ‚Zitty‘ stosse ich auf weitere Namen von alternativen Zentren in Berlin.
Auf der Rückkehr ins Hotel noch im Künstlerhaus Bethanien vorbei geschaut. Zur Zeit beinhaltet es eine Fotoausstellung. Spannend darin der grosse schwarze Spiegel und ein Video von Daniel Beerstecher, der sich ein Zelt in der Wohnung aufstellt, nachdem er zuerst Kunstrasen und Tännchen montiert hat. Als Belohnung kocht er Tee auf kleiner Flamme im Dunkeln mit künstlichem Vogelgezwitscher!

Danach 2 Velohandlungen von innen gesehen: in der ersten muss mir das Pedal wieder anschrauben werden, in der zweiten habe ich einen Platten: aber auch Glück im Unglück. Fluche gerade darüber, dass das Geschäft kein Mietvelo mehr frei hat, als genau eines zurückgebracht wird …
Noch die saubere Wäsche aus dem Waschsalon mit nettem Schwatz abgeholt, Byrek mit Spinat und Käse vertilgt und ein Bier gekauft, um den Blog schreiben zu können. Am Abend werde ich Minigolf auf einem Hausdach spielen gehen und hoffe, dort jemanden kennen zu lernen, der die ganze Szene um 1990 gekannt haben soll. Nachher gibt’s sicher noch Konzert im Ici und danach werden wir sehen.

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Wild at Heart, Rockschuppen am Kreuzberg
Zitty, das Magazin, das schreibt, was läuft
Künstlerhaus Bethanien für Art in Residence (Luginbühl, Hirschhorn und Rémy Markowitsch waren auch schon da…)
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Es gibt neue Videos auf YouTube

Hier wurde die Autonome Republik Utopia ausgerufen und zur Pizza gemacht: –> hier 

Jörg Beier klärt auf!: –> hier

Klaus Büsen redet über seinen Malprozess: –> hier

 


Montag, 2. August 2010

Schlatter unterwegs XXXI: Warten auf Hüttenkunst hat sich gelohnt

Bruno Schlatter berichtet (2. August 2010)

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Klaus Büsen von Hüttenkunst

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Ein Ein-Linien-Porträt, das Klaus spontan von mir machte

Aber beginnen wir gestern Abend: Netter 1. August im Garten mit Lampions, Schweizer Fahne, Jodel, Naturtongesängen und Grilladen. Hmm … feine Salate, guter Wein und gute Gesellschaft: junge Filmemacher, die sich um die Drehbuchexpertin und Professorin scharen. Einiges Interesse ist auch für Noseland da. Erfahre vom Filmprojekt Lenas, soll 2011 gedreht werden: 90-Minüter-Spielfilm, Freund Thorsten schreibt das Drehbuch, ist seit 2 Jahren hauptberuflich Drehbuchautor, vor allem für Krimis. Viele andere am Tisch sind Teil der Crew. Ich biete mich auch mal als Schauspieler an: der den komischen Schweizer Akzent bieten könnte …

Mache dann zur Freude/Unfreude aller den Quizmaster: Lena freuts manchmal nicht so, weil ich immer wieder Tipps gebe und auch mal eine Antwort ausschliesse, damit die armen Deutschen wenigstens fifty-fifty Chancen haben, alles so spitzfindige Schweizer Interna aus Geschichte, Politik und Nationalhymne und zur Krönung noch Schwyzerdütsch: Was ist ein Gipfeli? A) Orgasmus B) Bergspitze C) Croissant … das ganze natürlich in breitem Chregu vo Schlatt-Dialekt mit hie und da abdriften ins Hochdeutsch (natürlich dürfen sie nachfragen). Ist eine sehr lustige halbe Stunde, auch die Preise: Milchkuh, Toblerone und Fertig-Röschti finden Anklang.

Heute musste ich zuerst das gemietete Fahrrad zurückbringen, Flaschenpfand einziehen und ein paar Videos von der Kollwitzstrasse drehen, werde eventuell nicht viel über die 'Autonome Republik Utopia' herausfinden. Auch das Museum, das sich mit der Wende beschäftigt, weiss nichts, ist dann aber immerhin an meiner Recherche interessiert!

Ich schreibe noch das Zitty-Magazin an, ob sie einen Aufruf für Zeitzeugen veröffentlichen könnten, andere Anfragen sind noch offen.

Später geht’s zu Hüttenkunst: Morgenessen um 13 Uhr!
Um halb 12 schreckt mich eine SMS auf: wo bleibe ich? Aha, kurzsichtig wie ich bin, hab ich 1 statt 11 Uhr gelesen, also renn ich los und komme zu einem super Morgenessen mit echt gutem Kaffee …
Klaus ist sehr sympathisch, wie erwartet. Wir stellen uns und unsere Projekte vor, quasseln über dies und das! Das Hüttenkunst-Projekt und mein Lesomat könnten Geschwister sein.
Dann Fahrrad-Sightseeing: Haus der Kulturen, Mahnmal für die Juden, Haus Schwarzenberg, Temporäres Museum, Tacheles.
Spannend, was Klaus alles weiss. Unsere Ideen zielen in eine ähnliche Richtung, wir besprechen, wie wir uns gegenseitig unterstützen können: er auf Noseland, ich in Berlin! Coole Ideen entwickeln sich: morgen arbeiten wir weiter!
Klaus überlässt mir sein Fahrrad bis auf weiteres, trample dann mal los in Richtung Kreuzberg ins neue Hotel.

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Hüttenkunst
Haus Schwarzenberg, auch hier scheint sich die Utopie im Kapital verfangen zu haben
Das neue Hotel
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Anmerkung der Redaktion:
Die Finanzchefin von kulturtv.ch hat zur Zeit Urlaub, für ganze 2 Wochen. Da sie der Meinung ist, dass auch die Produktion aussetzen sollte, bin ich gezwungen, die Schlatterschen Berichte für 2 Wochen nicht täglich zu veröffentlichen. Möglicherweise. Da kann es eben mal passieren, dass gleich 3 Ausgaben auf einmal kommen, so wie heute. Aber Nachlesen kann ja auch spannend sein und so was wie einen besseren Zusammenhang bieten.
Danke für’s Verständnis.

Samstag, 21. August 2010

Schlatter unterwegs XXXXVIII: Redaktion zu Besuch

Bruno Schlatter teilt mit (Freitag, 20.8.2010):

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Die Redaktion in meiner Küche

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Mangels neuer Bilder was aus dem Archiv: Das Buch zum Ersten Mal...

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Archiv: Kartoffelernte am Brunnen

Altglas entsorgen, Wohnung für Besuch vorbereiten: Die Redaktion kommt!

Nach ein bisschen Tratsch -begleitet von Kaffee und Klatsch- über dies und das! Nachher eine kurze, ergiebige Sitzung: in den meisten Punkten sind wir uns einig: das ist das Schöne daran, mit Roger zusammenzuarbeiten: in vielen Bereichen denken und handeln wir ähnlich, zielgerichtet, pragmatisch und wo wir ganz anderer Meinung sind, akzeptieren wir uns letztlich!
Ich bringe Roger sogar so weit, von meinen selber gezogenen Kartoffeln zu probieren! Gebraten an Tomatensauce… also ich fand sie lecker (und Salzkartoffeln finde ich selber meist auch eher zu trocken!)

Am Nachmittag wieder einmal Zeitung lesen in meinem Lieblingscafé zu einer Tasse Milchschaum (seit meiner Schlaftherapie vor eineinhalb Jahren, als ich eine Zeit lang gar keinen Kaffee mehr getrunken habe, nehme ich dort nur noch den Schaum vom Cappuccino, den beherrschen sie meistens perfekt, der Kaffee selber war oft bitter…).

Später bereite ich das Interview für Kanal K mit Klaus Büsen von Hüttenkunst vor. Dann nochmals an die Schule, wo ich DVD’s und CD’s brenne sowie den Drucker benutze.

Am Abend geht’s an den Apéro des One-Minute-Film-Festivals in Aarau, dort wird auch ein Beitrag von mir zu sehen sein, erhalte also einen Gratis-Festivalpass. Anschliessend werde ich mir die Aggrolites reinziehen, die im Wenk (dem Jugendhaus in Aarau für die ganz jungen Jungs, da trau ich alter Sack mich normalerweise nicht mehr hin) am Open-Air spielen: schöne Wiese im Hinterhof… das wird abgehen!

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Klatsch kontra Tratsch
Hmmm! Kartoffeln (Kochen mit Bruno)
One-Minute-Filmfestival in Aarau
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Montag, 20. September 2010

Schlatter unterwegs LXXVII: Klaus nimmt mich in die Mangel

Bruno Schlatter teilt mit (Sonntag, 19.9.2010)

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‘ I see now‘ auf dem Weg zum Praterstern

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Klaus Büsen im Botanischen Garten

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Dächer von Wien

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Gegenwartskunstdepot zum Thema Noseland

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Gegenwartskunstdepot

Zuerst zeige ich Klaus die Republik Kugelmugel, die ihn ebenso traurig stimmt wie mich, weil dieser Stacheldraht die eigene Idee zerstampft. Kurzfahrt über die alltägliche pratersche Rummelei zum Fluc rüber, wo wir das Künstlerfest besuchen, das uns dann aber ehe als Bandfest vorkommt (oder haben wir da was übersehen?), auf jeden Fall hören wir uns die Jazzer an (da erkenne ich den Bassisten vom Montagsjam wieder ), die ihre Instrumente gehörig auskratzen und – quetschen. Zur zweiten Band (70ies Progrock-Epigonie: ich sage nur: komm wir tönen mal wie Pink Floyd) gehen wir auf die sehr schöne Terrasse des Fluc, die paar Bäume schützen diese vor der sonst irgendwie pompös-hässlichen Gehetzigkeit des Pratersterns. Wir setzen unsere heftigen Diskussionen vom Nachmittag fort, um uns über Strategien, die es einzuschlagen gilt, einig zu werden, was meistens nach anfänglichen, hegelianischen Disputen gelingt.

Auch auf den Fahrrädern wird sinniert. Wir wollen ins Café Leopold, vom Trash zum Chici, aber die Chicis möchten Eintritt zum Betreten des Lokals, das mag Klaus gar nicht leiden und ich finds auch nicht toll, wenn ich eh nur ein Bier trinken will. Folglich suchen wir das Heurige und kehren beim Futscher ein, wo spätabendlich vorsperrstundige Stimmung herrscht. Die Dame, die vom WC kommt und der ich die Türe aufhalte, möchte einen Dankesknicks machen, der beinahe in einem Sturz ausartet, weil ihr Gleichgewicht deutlich weissweinlastig ist. Diesmal habe ich den Langenegger verpasst, der war früher da. Wir sprechen ein wenig mit Futscher und ich weiss nun, dass er seit Jahren der Pächter ist und sein Lokal ein Stadtheuriger ist, was aber bedeutet, dass sie den Wein nicht selber machen dürfen (darum haben sie auch kein Recht sich als Heuriger zu bezeichnen). Die nette Dame bricht unterdessen förmlich in sich zusammen.

Später bringen wir die Fahrräder zurück und gehen um die Ecke an ein privates Geburtstagsfest, das wir in einem wundervollen Kellerlabyrinth dank Kerzenmarkierung auch finden, wo gerade Habib (er hat mich eingeladen) sein letztes Stück trommelt in einer Jamzusammensetzung, in der Mitte wieder der freakige Bluesgitarrist, den wir auch schon zweimal gesehen haben (und wiedersehen werden).
Das geht ziemlich ab. In anderer Zusammensetzung wird weiter gejammt, da knirscht es im Gebälk, worauf wir nach einem Minibesuch des Buffets in das Café Concerto zwitschern, wo einmal viel, diesmal eher jüngeres Publikum sitzt und tanzt. Gute Stimmung und unsere Diskussionen können sich auf alle möglichen Ebenen ausdehnen, ehe wir mit dem vielseitigen Tagesgeschehen zufrieden, ein Quäntchen Schlaf suchen.

Zum Morgenessen das Holub Quartett aus der Slowakei mit ‚Engagement‘, 2001, Zigeunerjazz vom Durchschnittlichen, virtuos gespielt, aber keine Überraschung. Dafür eine kleine Überraschung: wurde von Martin Noetzli, der auch zur Peergroup Walti’s gehört, aufgenommen.

Nach Mittag brechen wir auf zum Karlsplatz, weil dann das Bike von Klaus diverse Schwächen aufweist, stellen wir das ab und lassen die Galerien am Karlsplatz Galerien sein. Unser Weg führt uns kurz zum Belvederegarten, dann schmausen wir im Botanischen Garten und unterhalten uns darüber, was einen lebendigen Garten ausmacht. Das bewegt uns, ein richtiges Beisl zu suchen, wo wenig Touristen sind und ein theoretisches Gespräch über Noseland zu führen. Klaus nimmt mich mal so richtig in die Mangel, hinterfragt Ziele, Intentionen und Motive: der will es genau wissen: gut so! Manchmal dauert es bis ich ihm die richtige Antwort liefern kann und manchmal dauert es noch länger, bis ich mit seiner Ausformulierung zufrieden bin. Auf jeden Fall ein interessantes Gespräch.

Motiviert steuern wir den Gefechtsturm an, der das Gegenwartskunstdepot beherbergt. An der Kasse schon wieder eine alte Bekanntschaft und eine frohe Botschaft: ich darf von Herzen fotografieren. Die nette Dame an der Kasse asiatischer Herkunft hatte mir nämlich vor einiger Zeit im MAK (Museum für Angewandte Kunst) dasselbe noch verbieten müssen. Im Gefechtsturm sehen wir ausserordentlich Exponate in einem ungewöhnlichen, aber stimmigen Raum präsentiert. Da ist nebst obligatem Warhol, Rebecca Horn, Padhi Frieberger und ein Alfons Schilli – extra für Klaus. Für mich mal ein Atelier van Lieshout, obwohl ich mit seiner Stadt der Sklaven nicht recht warm werde. Auch der Gang aufs Dach mit dem Blick über die Dächer Wiens ein Erlebnis sondergleichen. Schade ist erst die Hälfte der 8 Stöcke zugänglich. Wir freuen uns auf die Eroberung der restlichen Stöcke.

Wir landen wieder in einer echten Wiener Kneipe und weiden die Aspekte Noselands und auch mir – Schlatter als Literat und multimedialer Künstler- aus!
Irgendwann wandern wir weiter, landen im Restaurant Estherzagy, eine architektonische Perle mit seinen alten, verwinkelten Kellergewölben. Weiter geht’s ins Café Central, die sind fertig mit streichen und ich kann endlich den Peter Altenberg grüssen.

Gegessen wird nochmals wienerisch beim Volkstheater.

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Heurigen-Gesetz

Gegenwartskunstdepot

Atelier Lieshout
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Samstag, 18. September 2010

Schlatter unterwegs LXXVI: Das Wiener Publikum sitzt wieder mal still, nur der Schlatter tanzt, wie er will!

Bruno Schlatter teilt mit (Freitag, 17.9.2010)

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Paul Urbanek Neuftett (der Meister links aussen am Klavier)

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Heldenplatz by Night

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Habib Samandi zum vierten, wieder in Dreiländerbesetzung

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Biedermeier an der Spittelgasse

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Zwei ‚Flying Hirsch‘


Mit den Österreichern Fussball gespielt, müsste eigentlich mein erstes Tor schiessen, bekomme nämlich eine wunderbare Vorlage vom Lorenz Langenegger, der damit im Duell gegen Habib vorlegt auf 4:3, aber das war absehbar, schon fast geplant, dass wir uns heute begegnen und sogar gemeinsam mit dem kommenden Gegner spielen würden. Mein Schuss streicht dann einen halben Meter am oberen rechten Eck vorbei. Der zweite Versuch endet kläglich am oberen Ende des Abfanggitters. Letztlich verlieren wir mit 3:0 gegen die Socca Sissers.

Nach dem Bier in der Kantinenkneipe fahr ich zum Parkring runter und geh ins Porgy & Bess, da wird nämlich der Paul Urbanek seit drei Tagen mächtig gefeiert, und das find ich gut so, sein erstes Stück spielt nämlich schon, als ich eintreffe und geht mächtig ab. Das Neuftett brilliert mit urbanem Jazz, zwei Schlagzeuger hauen mal mächtig rein, säuseln dann wieder lieblich und werden von Bass, 4 Bläsern und Gesang wie vor allem Flügel vom Meister Urbanek unterstützt. Die Middle-Band ist im Laufe der Jahre auf diese Grösse an- und zusammengewachsen, das hört man deutlich. Es geht weiter mit Jazz vom Feinsten, mal in the Mood, dann experimentell und dann wieder voll swingend. Sehr schön die Gesangsduette, da dürften auch Hiphopper mal rein hören, die Bläser beweisen auch clowneskes Temperament und Paul Urbanek bleibt der vornehme Band-Leader, spielt selber eher sparsam, dirigiert hie und da die Einsätze, spielt eigentlich kein einziges Solo, einziges Manko, dass er praktisch mit dem Rücken zum Publikum spielt. Und schade: das Wiener Publikum sitzt wieder mal still, nur der Schlatter tanzt, wie er will! Dafür ein Riesenplus: spreche Urbanek am Schluss als KanalK-Mitarbeiter an worauf er sofort mit mir hochgeht und mich reichlich mit CDs und sogar DVD eindeckt, ohne überhaupt eine Karte zu verlangen! Dreifaches BRAVO! Wird belohnt….

Am Abend leider noch die Absage vom Matla, der muss zuerst existenzielle, also Programmiererprobleme lösen, dann auf den Segelturn in der Ägäis und dann probieren wirs noch mal. Habe ihn beruhigt: das passt scho!

Zum Morgenessen Paul Urbanek mit ‚The Hans Koller Cocept 2‘, 2002. Hans Koller war einer der bekanntesten Jazzer Österreichs der Nachkriegszeit, er spielte mit Dizzy Gillespie, Lee Konitz, Joe Zawinul, Duke Ellington, Chet Baker und vielen mehr. Paul Urbanek hatte das Vergnügen noch einige Konzerte mit Hans Koller zu spielen und nahm ihm zu Ehren 2 Alben auf mit Hans Koller und Wolfgang Puschnig: kräftiger, überlegter Jazz, der zwischen Tradition und Moderne pendelt.

Starte am 3.Kapitel zum Karboismus.

Nachmittags mal ans Josefstädter Quartierfest. Es steht jetzt 4:4 im Duell Langenegger gegen Habib, wobei das vierte Mal Habib auch geplant war Er spielt mit Freunden am Strassenfest, zuerst mit einer Iranerin an der Querflöte und einem österreichischen Akkordeonisten, dann mit einem Gitarristen und Sänger an anderer Stelle.

Dann geht’s in die Altstadt, wo ich Klaus Büsen alias Hüttenkunst und Hans treffe. Wir trinken einen Pfiff (1 dl Bier) und ziehen los, zuerst die typischen Dinger in der Altstadt, inklusive Heldenplatz, hin zum Museumsquartier, da und dort ein Bier, schliesslich via die Spittelgasse/Gutenberggasse -so richtig erhalten im Biedermeierstil- ins Mäx an der Neustiftgasse, wo wir ‚Flying Hirsch‘ probieren, da wird ein kleines Jägermeisterfläschchen in ein Glas gestellt, knapp mit Red Bull begossen und auf Ex getrunken… lecker! Nun sind wir fit in die Nacht zu fliegen!


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Paul Urbanek

Hans Koller

Biedermeier
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Mittwoch, 18. August 2010

Schlatter unterwegs XXXXV: Wenig Schmerzen

Bruno Schlatter teilt mit (Dienstag, 17.8.2010):

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Zofingen (am andern Ende ist der ‚Goldenen Ochsen‘)

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Vordemwald (halt eben wies der Name sagt…)

Einkaufen, waschen, verdammt viel Post erledigen, und das alles mit wenig bis keinen Schmerzen in den Gelenken! Danke Grünlippmuschel!
Dann Filme von One-Minute-Filmfestival zu Poffa-Optik bringen, wo sie dann noch kurz im Schaufenster gezeigt werden: Gage ist immerhin ein neues Schräubchen für meine Lesebrille!

Am Nachmittag Filme einlesen, geht zuerst schief, dann klappt's… zwischendurch immer wieder mit Hüttenkunst chatten, wie wir die Hütte retten: obwohl Klaus Büsen gerade an die Siegessäule gehängt wurde für seine Verdienste in und an Berlin, muss seine Hüttenkunst geräumt werden. Noseland wird den Fall übernehmen. Jetzt geht es darum, den Transport zu regeln. Ist nicht so einfach, auch der Grenzübertritt ist noch ein Problem: aber wir schinden Zeit, bis ich nach Wien muss: wir werden es SCHAFFEN!

Am Abend geht es nach Zofingen (in Zofingen habe ich lange gewohnt und selbstverwaltet im Restaurant zum Goldenen Ochsen gekocht, gewirtet und kulturt): wieder mal Dienstagsznacht mit Balke, diesmal bei Grappa in Vordemwald (dort habe ich in einem einsamen Stöckli mit 5 Zimmern für 100 Franken monatlich gewohnt während meiner Lehrerausbildung, im Winter reduzierte sich die Wohnung auf 1 beheizbares Zimmer, es waren die 2 kältesten Winter der letzten 40 Jahre -zwischendurch gefror sogar das Speiseöl im beheizbaren Raum!!!, öfters bettelte ich in der Stadt in Studentenwg’s um eine Matratze!). Bin gespannt: bringe selber wie gewohnt den Wein. Lange Diskussion um das ‚reload‘ eines Konzertes, das 1977 im Stadtsaal Zofingen stattgefunden hat: das wird ein langwieriger Prozess!

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Zofingen
Stöckli
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Dienstag, 28. September 2010

Schlatter unterwegs LXXXV: Zwischen Augarten, Augartenstadt und Augartenspitz

Bruno Schlatter teilt mit (Montag, 27.9.2010)

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Christian Zuern

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Bierkäse

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Ein Bild von Andreas Leikauf

 

Es pisst aus allen Rohren, verzichte deshalb darauf durch die halbe Stadt zu radeln und mache mich mal im Bad rundum nass. Dann gibt es viele kleine unerledigte Sachen zu tun: Adressen heraussuchen, Links vermailen, Karte schreiben, Aufräumen….

Später das Stefan Heym Gespräch, das ich auf CD von Schwarzenberg mitgebracht habe, nochmals gehört und den Text überarbeitet sowie ein Interview mit einer Pensionärin, Ausschnitt:

„Ich sage immer Gewitter, Hochwasser und Krieg, das sind so Sachen, die man gar nicht gerne hat, aber trotzdem geschieht es immer wieder. Meine Nachbarin hat immer gesagt, das Leben ist wie ein Bilderbuch, das liest de, das guckst du dir an, dann klappst du es zu und so ist das Leben, so ist es auch.

Uns haben sie ja auch gemustert wie die Kerle, wir waren schöne kräftige Mädchen, so 17 bis 18, sie wollten uns alle an die Front haben, als Nachrichtenhelferin haben sie uns ausgebildet, aber dann kam das Kriegsende, sonst wäre ich vielleicht nicht mehr hier. Ich bin gerade davon gekommen. Ich wäre bei den nächsten gewesen, ich hätte es ja schon mit gemacht, ach Herrgott.“

Morgenessen mit Monteverdi, Poppea, 1996, von John Eliot Gardener und den English Baroque Soloists. Wär das nicht an der Reihe gewesen hätt ich es wohl nie gehört, was mich nicht weiter stört. Stelle fest, dass diese Gesänge für mich unzugänglich und somit belanglos bleiben und ich auf die komplette Serie verzichten werde, bin mehr Barrocker als barocker...

Treffe mich nach kurzer Arbeitsphase mit Christian Zuern, einem gemütlichen Riesen, im Blaustern an der Nussdorferstrasse zum Austausch von Blogger zu Blogger und Künstler zu Künstler. Er erzählt mir, wie es dazu kam, dass er sein Geschäft verkaufte und seit dem 1. Januar seinen Blog betreibt, der Appetizers für Kunstausstellungen in Wien liefert. Er präsentiert ausgewählte Bilder von Ausstellungen und Vernissagen in Slideshows ohne lange Kommentare. Das überlässt er wie ich den Zeitungen und ausgebildeten Kunstexperten. Natürlich unterhalten wir uns auch über die Copyrightthematik und sind uns einig, dass es so, wie wir es machen, eigentlich kein Problem darstellen sollte. Dann geht es natürlich auch um unsere eigenen künstlerischen Inhalte und die Vernetzung. So erfahre ich vom Wiener Esel, den ich mir -wieder zuhause- genauer anschaue: ein interessantes Online-Veranstaltungstool, das im Bereich bildende Kunst, Vernissagen und anspruchsvollen Veranstaltungen viel mehr bieten soll als der Falter.

Zum Mittagessen probier ich den Bierkäse, der mich nicht besonders überzeugt, da ist der Schafmilchstreichkäse deutlich aromatischer, mit Bergsteinsalz und Gurken beinahe perfekt.

Viel Arbeit am Kapitel ‚Schwarzenberger Mythos‘.

Zwischendurch raus an die Sonne, ich muss ihr an den Tischen ständig nachrutschen, es ist trotzdem kalt, ein giftiger Wind weht. Studiere die Bilder mit kombinierten Kurztexten von Andreas Leikauf, dem Gitarristen und Geiger von den Mopedrockern. Er hat mir gestern einen Band ‚How to make Money‘ geschenkt auf der Rückfahrt von Innsbruck. Lese auch noch in der Diplomarbeit ‚Dynempris‘ von Klaus Büsen, worin es um seine Philosophie des Gesamtkunstwerks geht. Bald zurück in die Wärme und Weiterarbeit.

Am frühen Abend treffe ich den Bürger der Augartenstadt und die Bildstörungsrätin zwecks Interview. Dasjenige wird höchst spannend in der Kulisse eines uralten Kinos abgehalten, wobei sich die beiden nicht immer einig sind… aber das ist ja immer so zwischen Volk und Regierung. Lerne nun langsam, den Augarten von der Augartenstadt und der Augartenspitzproblematik zu unterscheiden. Resultat: Vermutlich hat Noseland in Zukunft einen Doppelbürger und sicher eine Österreichkorrespondentin! Wer gerne Inhalte hätte, soll halt dann später das Buch kaufen…

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Christian Zuerns Blog

Christian Zuern Kunst

Der Wiener Esel

Andreas Leikauf
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Donnerstag, 7. Oktober 2010

Schlatter unterwegs LXXXXII: Wie ich zu Freikarten zum Otto Lechner komme

Bruno Schlatter teilt mit (Mittwoch, 6.10.2010)

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Kunst bei Gazebo

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Erlaubter Durchgang beim Kandinsky-Café

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Währinger Friedhof vor der Freiwilligenarbeit


Den Abend verbringe ich bei Doris Kittler und ihrem legendären moquito, den sie mit Minze aus ihrem Balkongarten braut, wobei sie erst nach missgefälligem Probieren DEN NICHT UNBEDINGT ABDINGBAREN Zuckerrohrschnaps beigibt. Ich werde ausgiebig mit Filmmaterial aus ihrer Kamera versorgt. Im Prinzip warten wir auf Otto Lechners Anruf, der verspätet vom Studiotermin zurückkehrt. Wir theoretisieren und erklären gegenseitig Dasein, trinken Rotwein und hören als vorläufige Kompensation eine Cd mit Musik von Otto Lechner.

Um 22 Uhr ist es dann soweit. Otto Lechner kommt heim, der Studiotermin war verzögert worden, weil sie am Vortag einen mehrstündigen Stromausfall zu beklagen hatten, in drei Quartieren Wiens. Wir kaufen unterwegs Bier und treffen ihn in seiner Küche, wo wir den Altbürgermeister der Augartenstadt ausfragen und unter anderem erfahren, dass sich seine potentielle Nachfolgerin gemäss alter Grundregel der Augartenstadt doch gefälligst einfach mal als neue Bürgermeisterin deklarieren soll. Auch das Bürgerproblem ist aus seiner Sicht keines, da der Bürger sich ja als solches bezeichne, sei er automatisch eben derjenige! Erfahre zum Schluss, dass Otto Lechner schon bald in Wädenswil sein Robert Walser – Programm präsentiert, wozu ich durchaus 2 Freikarten bekäme und bei der geographischen Nähe auch ein Spontanbesuch Noselands abgewogen werden müsse. Sollte da draussen in der weiten Welt jemand Robert Walser schätzen und mich begleiten mögen, solle sie/er sich doch melden… (Anmerk. d. Redaktion: Ohne Datum, keine Nachfrage – von mir)

Leider ist es irgendwann zu spät, um die 2 anderen Projekte zu besuchen, die auch noch im Terminkalender gestanden hätten. Underground City ist beendet und ins Luftbad fehlt mir die Kraft.

In die Nacht noch ein ausgiebiges Chatterl über Gott und die Welt, wobei ich erfahre, dass ich Otto Lechner sympathisch sein müsse, ansonsten er mich unter den gegebenen Umständen nicht empfangen hätte, dazu seien seine Gesichtszüge immer sehr entspannt gewesen.

Morgenessen mit Barbara Wolflingseder und ihren Geschichten aus den Wiener Bezirken, Ottakring, 2009. Die geschichtliche Entwicklung wird aufgerollt, die Wiege des Wienerliedes erklärt und am Brunnenmarkt eingekauft.

Erstelle mp3-Dateien von den gestrigen Interviews für Robert Sommer und versuche Ordnung in meine Computerdateien zu bringen. Im Café Hummel netzworken und Einladungen für Abschiedsapéro schreiben (sniefff… langsam muss ich mich mit der bitteren Realität rumschlagen, dass ich jetzt, wo es richtig losginge, wieder zurück muss in den Ernst des Lebens… Aber ich verspreche Wien, wieder zu kommen!)

Den Nachmittag arbeite ich das restlich Material zur Hüttenkunst und Klaus Büsen durch und starte mit dem Interview mit Wolfgang Krause, Ausschnitt:

„Wir sprachen über ein Projekt in unserer Galerie U2, dabei ist die Idee entstanden, eine eigene Währung zu kreieren und auch wirklich ein Netzwerk zu schaffen, dass man mit diesem Geld bezahlen kann. Das war im Herbst 1993 und nach einer längeren Vorbereitungszeit haben wir über 50 Künstler quer durch die Szenen Berlins eingeladen, Geld nach einem vorgegebenen Muster zu entwickeln, zu zeichnen, in einer Auflage von 100 Stücken herzustellen und als nummerierte Exemplare zu signieren. Da waren Leute vom Tacheles dabei, von End-Art, ganze junge Künstler, aber auch arrivierte wie Klaus Steck, oder Henning Christiansen, der dänische Fluxuskünstler.

Wir fanden hier 30 Geschäfte die bereit waren, über einen Zeitraum von 7 Wochen diese Währung zu akzeptieren. Der Begriff Knochen geht auf Diogenes zurück, er wollte verhindern, dass man Geld hortet, und schlug vor, das Geld aus den Schlüsselbeinen von Widdern zu machen, dass hatte den Vorteil, wer die Schlüsselbeine hortet hat mit Mäusen zu tun, hat damit zu kämpfen, dass es fault, das Horten ist also nicht so einfach möglich.“

Um 5 Uhr ruft mich noch Dominik Nostitz an und wir vereinbaren, dass ich am Donnerstagabend im Verein 08 an der Piaristengasse einen Einblick mit Lesung zu meinem aktuellen Projekt gebe.

Heute gibt’s nur Archivbilder, das fotografieren ist vergessen gegangen.

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Konzerttermine von Otto Lechner in Wädenswil

Ottakring

Robert Sommer

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